Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-09-08 · Heft 37 (8.9.1856) · p. Seite 503

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 37 (8.9.1856)
Date
1856-09-08
Page
Seite 503 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/3224737-3225985-3226023--15590-3244394
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

5-3 emp W.?.; Esri st dev, einzig e Ueb erbest ei ner lang st-'dahingegangenen Zeit und einer erloschenen Lichtherrlichkeit. „Ms-diesesjTempelmauern uwankten, -der Füll'd'er'Heiligen Stadt unvermeidlich war, da ließ ein Mann, scheinbar; als- Leichs, .sich--aus der;Stadt hinaustragen, denn die, Zeloten hätten 'ihn.sonst als- Verräther' erschlagen — um für,seine Prüder, für-Weiher und Kinder um Gnade zu, flehen-,-i.Mls der Feldherr diese versagte, ihm Uber eine'' persönliche zu erfüllen -.versprach/ bat Rabbi Jochanän ben Sakkai t,>Laß Mich in Jabne eine Schule begründen." ‘ -; „Der Römer gewährte lächelnd' die Bitte und ahnte nicht, daß in ihrer Erfüllung eine ganze große Zukunft deH Zudenthums lag, welche das eiserne Rom überdauern und den Sieger einst.besiegen sollte. ----- , „lliabbi Jochanan ben Sakkai sah, dass es mit dem Staatsleben der Juden zu Ende ging-und er faßte den Gedgnken eines geistigen Reiches, eines geistigen Jerusalems, : .welches das:weltliche, nunmehr in Trümmern liegende ewig, überdauern sollte. ' :' . „Wir Juden sind die Bürger dieses Reiches, die heilige .Lehre ist unser ewig unentziehbares Grundrecht. ■ „Laß mich eine Schule gründen!" „Dieser Gedanke ist es auch, der in dem Herzen und Geiste einer edlen und frommen Frau entsprang im fernen Oesterreich, - dessen Blick dem Osten zugewendet, die welthistorische Aufgabe' hat: die Cultur nach Osten zu tragen. - " , „Cultur ist die Sonne, die aus Milliarden Strahlen, die aus Geistern, und Herzen strömen, zusammenfließt und die^Weltvor - dem wiederkehrenden Chaos rettet und erleuchtet! - . . ' ■ . „D . ist, eine hochherzige Frau , welche die Wittwen Jeh.ovgh).,trösten kommt, nicht mit einer Strahlengarbe, aber-doch/, unt einem Funken, der liebevoll angefacht, fromm-gehütet zm einem: Sterne anschießen kann. Und er wird nicht verlöschen, wie auch ein finsterer, feindli- ' cheh Sturin wehen mag, er wird leuchten und. selbst zum Heile.Herer -leuchten, die das Licht scheuen und den Glauben , im Wahne finden!; .. . „Laß:mich eine Schule gründen!"- - „Sie ist nunmehr begründet und es ist ein günstiges Zeichen, daß ein.mächtiger und frommer Fürst, der unter seinen jTiteln auch: deneines „Königs von Jerusalem" führt,, die junge Anstalt unter seinen mächtigen Schutz nim.ryt. ■ . - ' j„Es, sind sechs Jahrhunderte verflossen, seitdem auf heiligem Boden das roth-weiße Wappen Leopold des Glorrei-' chen entstanden ist und im schönen Oesterreich weht und.; glänzt, während es hier verschwunden war.. Es istein günstiges'Zeichen, daß es seit kaum einem, Jahre in Da--... lästinä wieder' entrollt/ ' auch' heüte/in.. diesem-. .Daale -flattert als. ein kostbarer' Schmuck,.als. eine schützende De-- ,, gide!" , . V:’*: ' 7.: s- Nach der mit allgemeiner AHeb'nnA aufgeno,mmenen r- Rede sang der Sängerchör unter.Musikbegleitunghie öfter- . reichische von vr. Lettens ins Hebräische übersetzte Volks- Hymne, die in Prachteremplaren gedruckt während des jGesanges vertheilt Mrde. Der Eindruck .war,-eige'nthüpüich.^ in der uralt dreimal' HeiliZenDtadt.' eiw d.em österpeichi-.. schon' Nätionälgemüthe entsprungenes Lied ist /der Sprache. . der ewigen Psalmen zu vernehmen. ' Der' Redner' wendete' sich Herauf" an den, reichischen Conful und empfahl die Anstalt .seinem, ferneren Wohlwollen, seinem Schutze/und der treuen. Aussicht- und Sörge des leitenden Schülcomitss, welches, aus b.rei,/-. aus der' Mitte des hohen geisiftchech Colleg/iums.von.Je-,.,, rusalem gewählten Rabbinen, den Herren 'Chasa^, D^eju- . chas und Panagel und den Herren Doctoren Fränkel unv. . Neumann "zusammengesetzt ist/ Jener, Arzt des Moutefiore'schen ^,Dispe'nsiLörtz",'Diefer/Director.'des. Uochschilv'-- schm Hospitals in Jerusalem. '////'/./,^ , Der Redner fuhr fort:.. ', , " . - „Nicht lange ist es, daß der Mund Abdul-Medschids , die Gleichberechtigung aller seiner Unterthanen aussprach und so den Juden auch das läng versagte Menschen-und staatliche Recht wiedergäb. '„Schulen, Erstehung, Bildung,: , Cultur" sind' setzt' Losungsworte auf einem Gebiete,. wo,,.. man sie seit 'vier' Jahrhunderten' kaum vernommen' hat. *( Vor einigen Monden erging der Befetzt" an alle Nabhinen des' weithin gedehnten türkischen Reiches/ Schulen.zu. errichten. Ich fühle mich' glücklich', her Ueberbringer,'der Bote einer Lehranstalt, der ersten zu sein, die seit dem., , Befehle des Großherrn gegründet'wird." / ' „Heil AbdÄ-Medschid!" ' , Der Sängerchor sang hierauf einen hebräisch' gedichteten Segen, welcher der türkischen Volkshymne, der sogenannten „Araba" angepaßt war und der m, zahlreichen Eremplateit vrrkheilt wÄde/ ■J!l' I Ein Prachtexemplar mit Nisser türkischeir-^Uebersetzung wurde Sr.. Ea:ce,llenz cem. Paschn Kiavsil^mitnder?.Bitte überreicht, dasselbe: Sr. Majestät, dem-Sultan/zuzustnden, was auf die freundlichste Weise zugesagt wurde. ' l Nun folgte -das Gellet zum ÄnheuM/.füx/Wrstö^-^.^^ bene: für Herrn Simon Edlen von Lämel und den durch

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.