Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 20 (1856)
- Issue
- Heft 37 (8.9.1856)
- Date
- 1856-09-08
- Page
- Seite 501 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- Aleppo 1× ep/1047811
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Hat auch die Kopfgelder (15 bis n 20 Piaster! per-Kopf) einzuziehen. Ihm zur Seite ist ein-Rath' vdrh angesehenen Mitgliedern, der seinen Beschlüssen erst Gül-! tigkeit giebt. In der Zeit, da der Verf. in Bagdad war,; bekleidete! das Amt ein R ap h a el Ka ssin aus Aleppo,' ein Mann in den Dreißigen, von schönem Wuchs'mit; langem.schwarzen Bart. Er gilt viel beim Pascha, .der' ihm eine Leibwache von 4 Gaväz züertheilt. So oft er' ausgeht, und das geschieht unter fürstlichem Gepränge/ müssen diese Gardisten vorreiten. Unter ihm stehen 5 bis j 6 Beamte, zur Vollziehung seiner Anordnungen: Er tragt! übrigens den kaiserlichen Nisan - Orden, - eine seltene Aus- ] Zeichnung.; Die Jes chibah zählt 50 gtabbinen - Jünger, welche! unter einem Abraham Samekh ihre Wissenschaft de-, treiben. . Dieser: ist ein sehr reicher Kaufmann, welcher; sein Geschäft von Andern führen läßt, -sich selbst aber; ganz!und igar -der Ausbildung der jungen Leute widmet.; Der Verfasser, von dem wir Berichte erwarten, deren - Wahrheit sich durch seine Anwesenheit an Ort und Stelle? bekunden soll,-füllt hierauf eine-ganze Reihe von Seitens mit Auszügen aus schon bekannten Schriften, und mit- Briefen eines nn China gereisten französischen Juden, im-? merhin von einigem Werthe. Etwas genauere Kunde - bringt er Aber die -religiösen Zustände in Palästina, obj wohl das Meiste bereits hundertmal-beschrieben worden. j Wir entnehmen aus der Reisebeschreibung nur noch ei-! nen Bericht /- welcher ein kleines Sittengemälde aus der \ an die Tartarei stoßenden Wüste darbietet; wir geben - ihn mit feinen eigenen Worten:! In Vombay lernte ich einen Israeliten aus Bagdad r kennen, welcher' in Persien sein Glück hatte versuchen wol-; len. Es war ihm durch den Beistand der Religionsge-! uvffen gelungen, einigfe Hülfsfüellen zu ermitteln. In Tej heran -faßte -et: den Plan, nach BÜkhära in der Tartarei; zu reisen, um dort verschiedene Waaren mit Vortheil abzusetzen. Er unterhandelte mit einem Karavanenführer und schloß sich dem Zuge an. Das war 1847.-— Von Teheran bis Mesched reift man 18 Tage und von da bis Bukhara find noch 22 Tagereisen. Dieser Theil der Reise führt aber durch eine schreckliche Wüste, in welcher viele Stämme theils angesiedelt, theils nomadisch sich aufhalten. Manche derselben haben biblische Namen, z. V. Hagrim, Togarmim und Aramim (der Verf. meint, die Erstern seien mit den dritthalb israelitischen Stämmen nach Halach und Habor verpflanzt worden). Diese wilden - 'Völker ^üben Nicht Gästfteufldschaft, sie fasten vielmehr die 'Karävänenün' und plündern' 'sie vollständig aus! 'Äider- - fetzt''-man sich und die Fremden werden überwunden, so ist das Loos' der Wanderer Tod oder' Knechtschaft. Ein so blutiges Treffen bestand unsere Karävane, wobei der Kaufmann aus Bagdad sich befand. Sie unterlag, eine Menge Kampfer' blieben auf beiden Seiten, aber ' die Angreifer'siegten und führten die Gefangenen und Verwundeten' mach ihrem Dorfe ab. Man «nahm jetzt die Gefangenen in Augenschein, um zu sehen, ob kein Verbündeter darunter sei. Als man an den Israeliten kam, dem noch ein Religionsgenöffe M Seite stand, und sie beftagte,' wer sie seien, sagten sie: Wir sind Israeliten! und der Kaufmann fügte hinzu,'er sei Hakham-Baschi, d. h. Arzt. Hierüber war sein Hetr' sehr erfreut, er nahm ihn gut auf, gab ihm eine anständige Wohnung und behandelte ihn mit großer Ächtung, während der andere Israelit sehr übel daran war und den Boden bestellen'müßte. Alle Tage führte man unser«: Arzt aus dem Stegreif Kränke zu, ünd seine Vorschriften hatten günstigen Erfolg. So verstrichen sechs Monate ohne Aenderung der Lage beider Gefangenen. Der Arzt aber hatte inzwischen die rohen und wilden Sitten des ihn umgebenden Volkes beobachtet, und besonders ihre unersättliche Geldgier wahrgenommen. Dies benutzte er ünd sprach einst zu seinem Htrr'n: Was gewinnst Du durch mich, wenn Du mich hier behältst? (Die Kränken bezahlten nämlich Nichch.) Wenn von meinen Religionsgenoffen hier herum welche wohnen, so glaube mir, kannst Du großen Vortheil haben; führe mich und meinen Gefährten zu ihnen, sie werden uns loskaufen. — Der Herr erwiederte: Etwa sechs Tagereisen weiter in der Wüste wohne ein Stamm, demfeinenbefteundet, welcher feiner Meinung nach israelitisch sei. Wirklich führte er die Gefangenen mit guter Bedeckung dahin. Seine Leute draußen lassend, begab er sich in den Ort der bezeichnten Bevölkerung und trug dem Oberhaupte vor, weshalb er gekommen sei. Dieser fam sofort mit ihm heraus. Der Besitzer verstand etwas Türkisch und diente als Dolmetscher. Er fragte die Gefangenen, woher sie feien5? Sie 'erwiederten: aus Babel (Bagdad). Babel, erwiederte er, ist uns bekannt, dahin wurden vormals unsere Brüder verbannt, aber wir haben noch nie Einen aus Babel gesehen. Nun ward unterhandeln Der Herr der Sclaven merkte, daß der Vorsteher der Israeliten sie gern loskaüfte, und förderte eine übermäßige Summe. -Ätzer die ünd Jenem herbeigekommenen Israeliten sprachen: Begnügst Du Dich mit einem gewöhnlichen Preise, so isth gut, wo flicht,