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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-09-01 · Heft 36 (1.9.1856) · p. Seite 492

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 36 (1.9.1856)
Date
1856-09-01
Page
Seite 492 (sequence 10)
Language
German
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werden da an ihn gestellt!-; Da muß.er ein tüchtiger Pädagog sein, Kinder für höhere Schulen, vorbereiten, und dabei noch oft als Cantor uyd Predigev» fungiren!— Kein Wunder also, wenn bei solchen trüben Aussichten der Lehrer immer weniger werden, denn Engel, .sind.sie nicht, und wollen sie doch als Menschen menschlich leben, was aber bei ihrem kärglichen Gehalte selbst bei der größten Sparsamkeit und. Eingezogenheit im Haushalte unmöglich ist. Besonders mißlich war die Lage der Lehrer in den drei verflossenen Theuerungsjahren. Und hätte nur der geehrte Korrespondent aus Württemberg Ztg. d. Jud. Nr. 28. die Leiden der Lehrer in dieser drückenden Zeit besser kennen gelernt, hätte, er das fortwährende Hinsiechen ihres Körpers, das verzweiflungsvolle Ringen und Kämpfen gesehen, um für die Familie das tägliche Brot zu schassen,, und dabei die Lauheit der Gemeinden, betrachtet, wie.sie gleichgültig und. ungerührt blieben bei dem Elend und Jammer ihrer Lehrer, ohne ihnen hülfreiche Hand zu leistend— er würbe dann begriffen haben., warum so viele Schulmeister die Trödelbude dem wissenschaftlichen Stande vorziehen. Denn ist das LoosZ der Lehrer schon.ein sehr trübes während ihrer Amtsthätigkeit, um , wie viel trauriger ist dasselbe, wenn Krankheit oder Altersschwache den von Kummer und Sorgen gebeugten Mann auf das Krankenlager wirft und zum Schulmeistern untauglich macht. Nach vielem Bitten gewährt ihm seine Gemeinde die festgesetzte Pension, das heißt so viel, wie er zur trocknen Brotrinde nöthig hat. Und . der, der seine Jugendzeit, die schönsten Lebenskräfte dem Glücke seiner Mitbürger gewidmet, muß nun in seinen alten Tagen darben und Hungern!. Doch im Vertrauen auf den gerechten Himmlischen Vater erträgt er mit Geduld sein Leid, aber das Wimmern seiner Kinder, der Gedanke: „Was wird aus Deiner Familie werden, wenn Du von hinnen gehest? " durchdrmgt gleich spitzem Dolche seine Brust und macht den silberhaarigen Greis beben. Denn wenn auch anfangs aus Liebe zu dem Verstorbenen einige milde Gaben gereicht werden, so versiegen dieselben später immer mehr und mehr und hören mit der Zeit ganz auf» Trostlos und wehklagend steht dann die verlassene Schaar da ohne Rath und Hülfe, ohne Schutz und Obdach. — Hat aber, die Gemeinde nicht die Pflicht, sich der verlassenen Lehrerwittwen und Waisen anzunehmen? Ist eS nicht ihre Schuldigkeit, durchEinkauf ,!^ •; die; Berliner»rSterbe-und. Unterstützungskasse : für . jüdischen Lehrer /ihren Lehrern/ ein sorgenlosest Alter, zu: verschaffen? Und doch, wie nUv wenige Gemeinden.sind, von innexm Gefühl/getrieben, .demj sys löblichen Vereine beigetret.en! Mit, Gleiche gültigkeit wurde die so -kräftige: Aufforderung/ gelesen und. dann fall bei Seite, gelegt..; UM wohl mit Recht kann man daher sagen: . „Es ist nicht: gut, als .Lehrer zu leben, viel weniger aber noch als.solcher -zu ster-i ben." Daß Viele sodenken wie ich, beweist.eben dev Mangel an jüdischen Lehrern; und /viele der Gemeinden sind daher gezwungen,. die vacant /gewordenen Lehrerstellen mit christlichen Lehrern zu - besetzen^; iSo sucht die Kempener jüdische Gemeinde einen.. Lehrer ohne Unterschied der Confession, ja die jüdischen Mitglieder des dortigen Schulvorstandes wollenausschließlich einen christlichen Lehrer, der ihres Erachtens noch mehr pädagogisch, gebildet ist, als der.jüdische! Und was liegt auch den materiellen Leuten daran,^ ob ihre Kinder religiös erzogen werden oder nicht, wenn sie nur ihren Geldsack dabei schonen können^ , Die jüdischen Gemeinden zu Zduny und Jutroschin. entbehren ganz, -eines. Religionslehrers —.die. jüdischen Schulen daselbst mußten sich wegen- Mangel: an jüdischen Lehrern den christlichenanschließen — in Kozmin genießen die Kinder der Unbemittelten gar keinen Religionsunterricht, und hier nur einen sehr dürftigen,, so daß selbst erwachsene Kinder kaum des HebräischlesenL mächtig sind — und Keiner kümmert sich darum; denn Geld ist die allgemeine Losung der Menschen,/Alles, hascht nach vergänglichen Schätzen, Gott und Religion find in den Hintergrund gedrängt. Rühmlichst verdient hier Pleschen genannt zu werden, woselbst einechreiclassige Religionsschule gegründet worden ist, die bei den tüchtigen Lehrkräften, welche an derselben wirkenzu den schönsten Erwartungen berechtigt. Möge, sie gedeihen und blühen und durch ihre Leistungen recht viele'Gemeinden zur Gründung .solcher Anstalten anspornen. ---' Am Schluffe erlauben Sie mir noch, hochwürdiger Herr Redacteur, auf ein Referat aus der Provinz. Posen Nr. 29. dieser Zeitung zurück zu kommen. In demselben heißt eS, „daß Herr Cunow der einzige Lehrer in der .Provinz , ist , dem eine Pension.zu Theil wird." Meines Wissens nach sind aber auch die Leh-- rer Herr Bernstein zu Gnesen, wie-Herr Urban zu Liffa schon seit mehreren Jahren-penfionirt. Was die Beisteuer deS Herrn Gebhard zur Pension des Herrn

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