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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-08-25 · Heft 35 (25.8.1856) · p. Seite 477

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 35 (25.8.1856)
Date
1856-08-25
Page
Seite 477 (sequence 9)
Language
German
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477 sehr, rücksichtslos, weisen ihnen die hintersten Bänke, an-- sprechen? mit ihnen:. jüdisch, - machen. Ae - zum. Gegenständedes Spottes - in - den Augen ihrer christlichen: Mitschüler^ und??säen und nähren so den verderblichen. und, giftigen Religionshaß. schon in den naiven Gemüthern der ihnen vom Staate zur Erziehung: und.': zum Unterrichte nnvertranten. Zöglinge, anstatt mit allen Kräften - zu. dessen Ausrottung .beizutragen Der Nebel größtes aber. ist, daß Schüler, die solche . Schulen besuchen, der-Religion ihrer Väter ganz entfremdet werden. -. Sie. nehmen an Samstagen und anderen. Feiertagen an-dem Schulunterrichte Theil, besuchen keinen Gottesdienst; und da sie so in ihrer frühesten Jugend den innernwahren Werths des JudenthumS nicht kennen und schätzen lernen, - im Gegentheil, es ihnen immer fremder und unbekannter wird, Alles aber, waS sie- Ln reiferem Alter von den scheinbaren Vertretern der Religion mitdem Begriff „jüdisch, Jude, ^Judenthum" in Verbindunggebracht sehen, ihnen abgeschmackt, lächerlich, Carricatur erscheint, so ist es nicht zu verwundern, daß. der . craffeste Jndifferentismus die natürlichste Folge dieses, trostlosen Zustandes ist.. —; . v-; Und wieder sind es die sogenannten Rabbiner, die > dieganze Wucht. dieser schweren. -Versündigung auf ihrem Gewissen haben; denn sie sind es mit ihren: fanatischen Schleppträgern,- die.: jedes freundliche,: .regierungsseitliche Entgegenkommen, jede > wohlwollende behördliche Aufforderung: zeitgemäße Schulen :zu-:organisiren, für Belebung und Erhaltung ihrer : angestammten Religionen etwas zu thun, erfolgfich die Lehrer an den Gymnasien wie durch-gediegene classtsche .Bildung, so auch durch Toleranz und' gleichmäßige;; liebevolle Behandlung ihrer Schüler vor den Lehrern obenerwähnter Schulen aufs Vortheilhafteste auszeichnen; :- ^-Corr-esp. . :. ■;•*); Für .: djest; Notiz hin ich , meiner neuen -Bekanntschaft . aus-.Gglizien zu besonderem Danke, verpsiichtet; und. ^wäre "es zu wünschen, daß sie die.Aufmerksamkeit brc oberN. Sch ul behörüe n auf sich zögen. — Warum aber sehen 'die -gebildeten 'Deutschen in 'Galizien solchen ' Mißbräuchen^ stillschweigend zu?'. Warum: beschweren lsis sich nicht:Darüberl, Pie> obersten) Triebräder?, der-Mtaatsverwnstung. werden von liberalen Principien geleitet , die Toleränz sitzt auf dem- Throne) warum sich, ein Penehme'n gesällenlassen,'düs hem Willen'derHegiekustg''schnürsträkkSzuwiderläust?' Es 'kostet bur 'eine' Beschwerdeschrist und wahrlich •—sie würde nicht - vergebens sein, r—) - - - - . . Corresp. los-zu machen-: alle ihnen zu Gebote-stehende. Mittel anzuwenden nicht ermüden, D?n ''lütt vvsBy Und es sinddie Führer dieses Volkes Verführer und seine Geleitete sind Verleitete. (Jes. ß,.15.).— Ein Reisender. Rußland. fi. Von der russischen Grenze, im August. AuS Brod.y. wird der „Oesterr. Zlg/b geschrieben: Se. M.ajij der .Kaiser: Alerander II. hat sich durch einen Act der. Liberalität die Sympathien der russischen sowohl. als der fremdländischen Israeliten erworben undsich ein Monument in den Herzen seiner israelitischen Unterthanen errichtet. DaS. Ghetto in Moskau, wohin alle nach der alten Residenz gekommenen jüdischen Kaufleute eingepfercht wohnen mußten, ist auf " allerhöchsten Befehl aufgelassen und den i sr a e l i t i - scheu Reisenden des In- und Auslandes freigeste.llt worden, in jedem beliebigen Stadttheil. ihr )Domicil zu nehmen.. - Es wäre. im. Jnteresse, jener Kaufleute, die mit Moskau zu verkehren wünschen, daß eSihnen erleichtert würde, ihre dortigen Geschäfte persönlich abzuwickeln, und daß sie nicht verpflichtet wären, in. S.tt Petersburg dieBewilligung, die bis jetzt ausländische. Kaufleute israelitischen Glaubens anstreben müssen, zu einer projeetirten Reise nach Moskau erst yachzusuchen. Persien. Wie diese Blätter früher bemeldeten, ist der vr. I.. E. Pollak (aus Mähren gebürtig), bisher Professor her Chirurgie in Teheran, der Hauptstadt Persl.enS, zum Leibarzt des Schah's von Persien ernannt.worden. .Das so? eben erschienene vortreffliche -und mt Werthvollem reiche Jahrbuch von Josef We.rt Heimer auf 5617. bringt Briefe desselben-über die:-Juden in Persien , -sowie eine Biographie Pollstk's. :Indem wirletztereim „jüdischen > Volksblatt" geben, .theilev-Mir hier diese. Briefemit. : : .; Nach einem. mehrmonatlichen Aufenthalte in Teheran -7-de-r: Hauptstadt Persiens, schreibt: er: - - „Bei der Zurückgezogenheit, bei!dem Schmutz und Elend,: - worin: die hiesigen: auch d ie/. reichern Inden leben, .war. es - mir. bis jetzt, trotz des vielen Suchens, noch nicht Möglicheinen Berührungspunkt mit ihnen . 85

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