Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 20 (1856)
- Issue
- Heft 35 (25.8.1856)
- Date
- 1856-08-25
- Page
- Seite 474 (sequence 6)
- Language
- German
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ML ebenwas bei uns israelitischen Lehrern am w erti g - sien ist.; V - V:! i': /; : Die geehrten Herren also, welche die nochmalige Umarbeitung des Statutes übernommen, werden hierdurch beiläufig gebeten, so schnell als möglich ihrer eingegangenen Verpflichtung sich zu entledigen. Was sollen die Gemeinden von den jährlich stattfindenden Conferenzen denken, wenn jedesmal Beschlüsse gefaßt, die. zwar gedruckt, in die Welt posaunt werden, aber niemals zur Ausführung kommen! Soll es etwa heißen: Diss haben abermals leeres Stroh gedroschen und für Nichts ihr Geld verzehrt? Der Welt Urtheil richtet sich nach dem Erfolge. Wo sind die glänzenden Erfolge, die die.Conferenzen, worüber so viel geschrieben worden, aufzuweisen haben? Nur, um Gotteswillen! keine Illusionen, noch weniger aber wollen wir uns lächerlich in den Augen der Gemeinden machen. — Bei Gott,: es thut mir wehe, tief in der Seele wehe, Solches schreiben zu müssen; allein die Wahrheit kann nie zu theuer erkauft werden,- wenn es gilt, das Gute zu fördern. Auf denn, Collegen, lasset uns Hand ans Werk legen und mögen sich der Schwierigkeiten noch so viele Herausstellen — nur-Muth! sie müssen überwunden werden und koste es uns auch eiserne Thatkraft! Lasset uns der Welt zeigendaß wir hierzu Feuereifer genug besitzen! Vereint und muthig sei unser Streben, der gute Erfolg bleibt dann nicht aus. Aber wir. müssen thätig einschreiten, mit Lust und Liebe, Jeder in seinem Kreise nach besten Kräften^ Und mit dem Wahlspruche: „Hilf Dir selbst, dann hilft Dir auch Gott" lasset uns vereint das begonnene Werk zum Ziele führen, SS L G.h Oesterreichischer Kaiserstaat.; Wien, 28. Juli. (Privatmitth.) „Noch ein Sträußchen und wieder ein Sträußchen", so hat einmal dedberühmte Taschenspieler Döbler gerufen, wenn er aus dem zerknitterten Hute immer wieder frische Sträußchen holten Eö gehet uns hier bald ähnlich mit der Predigersräge. Wieder kommen Prediger an die Reihe, die um'den Siegespreis kämpfen. Wir möchten blos auf-einen Fehler aufmerksam machen, der nothwendiger Weise im Gefolge dieser Predigten eintritt. . r ' . -ES ist ein alter Uebelstand , daß der Jude -höchst selten zur Predigt gehet,, um sich zu erbauen. - Der alte-Jude erfreut sich an der Deraschä wegen des PilpÄlSmnd'-dsr neüe'Jude hört die Wedigt, 'M-sichMraü zu erfreuend - Wenri 'dev alte auf deM Gebiete des TUmudö unkundige Jude sich -kein Urtheil über dM hälachischen undpilpulistischen' Ttzeil der -DeraschÄ gestattete,- so hält sich der neue Jude 'vollständig berechtigt, über den- Prediger und über die Predigt.-zU kritisiren und abzuurtheilen/ .wenn - er - auch sein'geringes Maß des Wissens blos -aus. einigen Zeitungsartikeln geholt hat. ■■ . Es braucht nicht erst bewiesen zu werden, daß es nicht vortheilhaft ist, diesem kritikfüchtigen Publikum neuen Nahrungsstoff zu bieten. Bei jedem neüew Probeprediger aber, der auftritt, wird das Publikum gleichsam herausgefordert, sein kritisches Urtheil zu üben. Es ist das tine Schattenseite, die nicht übersehen werden sollte.- Unmaßgeblich möchten wirdaherünMLgo autem censeo zurufen; glaubt der Vorstand, daß ein größeres Resultat zu erzielen ist/ als m'aw bisher erreicht hatso suche man die bedeutenden'--Männer an Ort Und Stelle auf, undAade'!die Herren, -die Wan dieser: Stellewürdig - hält,- einobschöN-fie -'fich'Nicht bei der Concürrenz eingefunden! haben, --'"ll - . . Ueber die Volksschulfrage kann ich Ihnen für heute noch nichts schreiben. Sie schwebt. Ich verweise Sie übrigens auf t>en; eben erschienenen Wertheimer'schen Kalender, der diesen Gegenstand in den „Nachträgen" bespricht. Das Taubstummeninstitut erhält .zum Bauedes Hauses von Seite des mährischen Landesmaffefonds 5000 Fl. C.-M., und zwar als Schenkung» Von den Geldern, die gelegenheitlich derglücklichen Entbindung Ihrer Majestät der Kaiserin bei-Sr. Ercellenz - dem Minister des Innern .eingelaufen >sind, erhielt die jüdische Kinderbewahränstakt 1 00 Fl. C.-M. und der.Viedermann'sche Waisenverein nl690 Piaster, die die Juden zu Jerusalem(?'!) - bei dieser Gelegenheit .gespendet haben. 'S;; ' n ' ' : ' Der Vorstand des israelitischen Avmeninstitütes. benutzte diese Gelegenheit und vertheilte an Wöchnerinnen, Kranke rc^ viele Geschenke; leben-so wurden auch die Schüler der Religionsschule-, die arm- und ' btav sind - mit -Geschenken von- Goltv und SilberBedacht. Leipnik, 26. Juli: (Privatmitth.) Die hiesige Rabbinerwahl, der wir auch den trefflichen Artikel aus Westgalizien in Nr. 28. d. Z. verdanken, hat bereits die Aufmerksamkeit' und das Interesse des! grö-