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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-08-25 · Heft 35 (25.8.1856) · p. Seite 473

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 35 (25.8.1856)
Date
1856-08-25
Page
Seite 473 (sequence 5)
Language
German
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473 schenden Ruf und Namen sich erworben hat. Dieser Abstammung würdig, hat Sara gelebt; sie ist im treuesten Kinne des Wortes eine „gute und fromme Jüdin" gewesen. Vom Glück nach allen Seiten begünstigt, hat sie doch ihr größtes Glück darin gesucht und gefunden, z Andere zu beglücken, Andere zu erfreuen, Andern das Leben sorgloser und heiterer zu machen.. Bei der Trauerrede, die an ihrem Grabe gehalten wurde, blieb kein Auge thränenleer. Man weinte um Sara, obgleich sie das Alter von 72 Jahren erreicht und Nachkommen bis ins vierte Glied erlebt hatte; man weinte um sie, weil in ihr ein Wesen von hinnen gegangen, welches im Leben so viele Thränen getrocknet, so vielen Armen und Gebeugten eine Trösterin und Helferin gewesen. — Friede ihrer Asche! Die Gemeinde Kempen sucht einen Lehrer, zur Wiederbesetzung einer an ihrer Schule erledigten Stelle und sagt in der betreffenden Annonce ausdrücklich, daß es auf die Confession des Bewerbers nicht ankomme. - Da haben Sie die Folgen des UebetS, dessen wir/in diesen Blättern schon so oft gedachten. Es fehlt unS gar Vieles; doch kein Mangel wird so arg empfunden als der eines-„Instituts zur Ausbildung jüdischer Lehrer." Die christlichen Seminarien sind jüdischen Aspiranten verschlossen, und wo auch das sogenannte Hospitiren gestattet ist, da macht jetzt nur selten Einer Gebrauch von dieser Erlaubniß. Wir fürchten, das Beispiel von Kempen dürfte baldauch anderöwoNachahmungfinden.— Vom Rhein, 29. Juli. (Privatmitth.) Die Conferenz in Hamm, die selbst in weiter Ferne, im Aargau, von den Lehrern mit Freuden begrüßt worden, war eine in jeder Beziehung anregende zu nennen. Welcher Geist der Eintracht herrschte da! Alle ohne Ausnahme waren tief von dem Gedanken durchdrungen: es müsse Etwas für die Besserstellung, refp. Sicherstellung der israelitischen Lehrer geschehen; es dürfe durchaus keine, Mühewaltung, kein Opfer gescheuet werden. -Fest daS Ziel, das wir uns gesetzt, im Auge haltend, muß ein Jeder als Glied des Gänzen mit Rath und That in Liebe und Ausdauer zum Ganzen mit beitragen. O, da fühlte sich gehoben jede Brust, und freudestrahlend leuchtete jedes Auge. Ja, hinweg über alle Schwierigkeiten setzte sich der einmüthige Geist, der gute Wille der ganzen Versammlung. Soll die Schule ganz erblühen, dann darf der sie Befruchtende nicht wie. bisjetzt fast allgemein mit Nahrungssorgen zu kämpfen haben. Aufhören müß nach und nach das Wankende und Schwankende seiner Stellung. Sein Geist muß der Schule ganz geweihet sein, aber auch nur der Schule allein. Er muß in ihr und für sie. leben und weben, wirken und schaffen. Sie allein ~ nehme seine ganze Thatkraft in Anspruch, daß er gleich mit ihr wie zu einem Ganzen verwachse. Solche und ähnliche Gedanken zündeten im Nu wie ein elektrischer Strom in allen Herzen. Mit Einem Worte, da war Ein Geist, Ein Wille, Eine Seele von achter Begeisterung getragen und von treuer Berufsliebe innig durchglüht. Noch gedenke ich froh und freudig dieses frohen Tages, des . 12. März. Gleich mir fühlen gewiß Alle, die der Conferenz angewohnt. Da wurde denn beschlossen, das Unterstützungsstatut, welches der Versammlung durch das Comite, bestehend aus den Herren Kronenberg, Treu und Leffmann,. unterbreitetworden war, der in Crefeld stattfindenven Conferenz zur nochmaligen Berathung vorzulegen. Und so geschah es auch. Der Bericht dieser Conferenz ist bereits vor einiger Zeit durch die A. Z. d. I. veröffentlicht worden. Allein wo bleibt das Statut? . Wann denn soll das veröffentlicht werden? Dazu wäre es doch meines Erachtens die höchste Zeit, zumal der erste Januar 1857 als Schluß der Beitrittserklärung für Lehrer und Gemeinden gilt. Erst wenn achtzig Lehrer dem Vorstände ihren Beitritt angemeldet haben, soll sich der Verein constituiren. Achtzig Mitglieder, das will schon was heißen— und nun noch gar die Gemeinden! Da muß gewirkt werden. Keiner darf die Hände müßig in den Schoß legen und denken: Was die Andern thun, ist mir recht, wie die es machen, mache ich's auch. Nein, nein, — Jeder muß das Seinige thun. — Soll also Etwas geschehen, soll die Kaffe ins Leben gerufen, werden, und welcher Lehrer wünschte das nicht, so darf nicht gesäumt, werden. Man schmiedet das Eisen, so lange es noch heiß ist, hat eS sich verkühlet, dann ist es zu spät. Alles, was bis jetzt geschehen, geht kaum über den ersten Schritt hinaus; ihm müssen noch viele andere und zwar die wichtigsten Schritte folgen, Schritte, die zur endlichen und baldigen Ausführung des Planes führen. Erst nach Veröffentlichung des Statutes fängt die Hauptarbeit an. Denn wo eine Kaffe gebildet werden soll, muß Geld sein, viel Geld. Geld ist der nervus rorum, und daS ist eS

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