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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-08-18 · Heft 34 (18.8.1856) · p. Seite 462

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 34 (18.8.1856)
Date
1856-08-18
Page
Seite 462 (sequence 8)
Language
German
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in solchem Hause, die Meister zu überschleichen pflegt, zu verscheuchen und Alle in sabbathliche Weihe zu ver-! .setzen., Möge: eS Hm bald vergönnt sein- Miedet ein j angemessenes seelensorgerisches' Amt zu erlangen> da! sein alter, Wirkungskreis ihm dadurch entzogen wird,! daß die jüdischen Gefangenen aus dem Gefängniß ent-! fernt, —.das nun ein rein evangelisches wird -— und I in ein anderes, versetzt werden. Die jüdischen Gemein-, j den . aber mögen dafür sorgen, daß, wo die verirrten | Glaubensgenossen detinirt sind, ihnen die Erlaubniß : erwirkt werde, wenigstens am Sabbath und an den j Feiertagen jüdisch zu beten und zu leben! j Oesterreichischer Kaiferstaat. ] Przemysl, 15. Juli.: (Privatmitth.) Die hiesige j Gemeinde zählt über 600 Familien israelitischer Confession, und alle, ihre zahlreichen Sprößlinge bewegen j sich in den unästhetisch duftenden Räumen der. berüchj tigten Chadarim, den Unterricht ist Herz und Geiste corrumpirend, das Lehrpersonal auS Fortunäs Sälen; aus gestoßene Parias, verunglückte Pechvögel, die aus * Roth und Misere von ihrem blutwenigen Hebräisch; Nutzen ziehen müssen, die studirende Jugend indolent, f von frühester Kindheit an der-Verwahrlosung und der! Sorglosigkeit überlassen, und im reifem Jünglingsal-! 1er alles edlem Strebens baar. Schulen , verlangt i Ben Ustel, Eure Söhne und Töchter früh denkend ge- | lehrt und mit der Sprache Thenachs vertraut gemacht!! Da sieht so mancher Familienvater wehmüthig auf sei-! nen hoffnungsvollen Sprößling, den er so ungern in; die Winkelschule führen sieht, und denkt, wie wäre sie! nöthig die zeitgemäße Lehranstalt, aber Niemand kümj ,mert sich darum. Die Gemeinderepräsentanz ist quS! der Classe der Ignoranten herausgehoben, und: in j diesem einzigen Uebelstande wird dem alten Echten-! drian mit seiner ganzen ehrenwerthen Sippschaft Thür j und Thor geöffnet. WaS aber zum Lobe:der hiesigen j Gemeinde nachgesagt werden kann, ist daS vor bereits | mehreren Jahren gegründete israelitische Spital, das; mit allen seinen gut getroffenen Anstalten Und Einrichtungen für so viele Leidende heilbringend und von segenreicher Wirkung ist. Der Kranke — ich meine nicht den im reinlichen, frischen Lager, dem die Me- . dicamente eines frequenten ArzteS im silbernen Löffel; gereicht werden — der Kranke in der obscureuMan-' sarde, auf dem harten Strohlager, ohne labendenTruyk, wenn ihn eine Fiebergluth verzehrt, ohne erquickendes Flüidum, wenn er verschmachtetder unvÄmögendeN Fürsorge ' seiner Angehörigen^ überlassen,- die HM Wohl ihre' zartlichstmThränen, ihrrührendes Mitleid weihen, aber keine Hülfe leisten können — verdient die besondere Theilnahme seiner Mitbrüder, und wenn ihm die erforderliche Hülfe geleistet, wenn ihm noch frühzeitig genug unter die Arme gegriffen wird, so heißt es: die göttliche Allgüte hienieden repräsentiren, und ist die angenehmste, heiligste Pflicht für jedes zartfühlende Herz; aber auch hierin sind noch so viele Gemeinden zurück! — Curiositäten aus/ antiker Vorzeit sind hier ckeine, nur die hiesige Synagoge zieht einigermaßen die. Aufmerksamkeit der Beschauer auf sich; es ist dies ein hohes Gebäude, über dessen Haupt die wildesten Stürme mehrerer Jahrhunderte hingewehet haben, einige Stiegen führen zum Eingang, der Uns mit dem Blicke nach oben eine alte, gothische Wölbung zeigt, die sich im Centrum mit einem gigantesken Almemor vereinigt und in der Runde mehrere vielavmige Hängeleuchter herabsteigen läßt. Die heilige- Lade befindet sich auf einer Erhöhung von mehreren Stiegen und ist mit superben Schnitzereien verziert, die Säulen wie auch das Geländer sind hie und da vergoldet. Die mehreren an den Wänden angebrachten Tafeln, in welche so manche . Gebete eingeschnitten , sind, zeugen von den verschiedenartigsten Associationen, die sich hier gebildet; so heißt es am Fuße der-einen: Dieses spendete der Verein der L'ckute Schemeth; auf der andern die der Mechsuka Tora; auf der dritten die der Noßa hamuta u. dgl. m.; wie wenig diese Vereine, und besonders der letztgenänn-te,--im BeetdigungSwesen. seit ihrer mehrjährigen Entstehung gewirkt, zeigt schon, der Umstand, daß Man: hier noch die Todten, wie wHland in der alten Zeitk auf einkr hölzernen Leiter.zu Grabe trägt. Das. zur: Beherzigung'. ' I. Adolf. Ober -Endingen, im Juli. (Privatmitth.) Von dem Director des Innern wurde an den tit. RegierungSrath des Cantoys Aargau der Vorschlag gemacht, die. aargauischen. Juden auf legislativem Wege als "CantonSbürger zu-erklären und sie als -OttSbürger den beiden christlichen Gemeinden zuzutheilen. Gtz-

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