Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 20 (1856)
- Issue
- Heft 34 (18.8.1856)
- Date
- 1856-08-18
- Page
- Seite 461 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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- Kutno 1× ep/1047994
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461 -auf-Mtyql wieder vernichtet, sein und an seiner Stelle per Höfe GM der Uneinigkeit, welcher doch, nur Zerrüttung und Auflösung im Schoße trägt, inmitten einer, solchen Gemeinde einheimisch werden? —. Gott verhüte eSl; ' 7 , In.Makel hat neulich der Missionair Ayres auS Londpn „im Interesse der Judenbekehrung" gepredigt, ohne;-auch nur einen einzigen jüdischen Zuhörer:gehabt zu haben> Dasselbe war der Fall, als daselbst einige Wochen früher ein, anderer Missionair zu demselben Zwecke auftrat., Ein Correspondent der P. Z., welcher dieses Factum auch berichtet, knüpft daran die .naiye Bemerkung, daß man aus dem gänzlichen Fehlen der Juden bei Missionspredigten nur schließen könne, zwje..fest dieselben noch an ihrem religiösen Bekenntnisse Hangen. — .< . Aus dem Kreisgerichte zu Bromberg hat neulich MN junger Mann katholischen Glaubens seinen Austritt; aus der christlichen Kirche mit der Angabe erklärt, daß er.aus Ueberzeugung zum Judenthumübergehen wolle. vr. Gephardt rieth ihm lange von diesem Schritte, ab. Da dies aber nichts helfen wollte, entschloß er. sich endlich, dem Jünglinge Unterricht in der jüdischen Religion zu ertheilen. Aus der Provinz Posen, 22. Juli. (Privatmitth.) WaS die Missionsschule in Erin betrifft, so hat, dieselbe in jüngster Zeit ihre Physiognomie häufig gewechselt, indem sie bald von mehreren, bald von wenigen, bald von gar keinen, bald wieder von wenigen und bald wieder von mehreren Judenkindern besucht ^gewesen. Man sieht also, daß die Maßnahmen des dortigen Vorstandes gegen die Missionsschule durchaus uicht Stich halten wollen. — j : Der Rabbiner der Gemeinde Kutno in Russisch- Polen, ein Mann über 60 Jahre, verläßt seine Heimath, um nach Palästina auszuwandern. Er ist nur begleitet von seiner jungen Ehefrau, einer Dame von 22 Jahren, die er erst vor Kurzem unter der Bedingung geheirathet, daß ste*ihni nach der Verbindung überallhin folgen würde, wohin er nur zu gehen beschließen sollte. — Wie wir hören, so wird auch noch voneinigen andern jüngern Rabbinern Polens die baldige Übersiedelung in das heilige Land beabsichtigt. -7- Wird man aber draußen nicht sagen: „41 domgedonim omi miztaar“ etc. — Wir glaüben-S fast. .:Doch^,8uum. euigue!'° — ' ' -Hechingen, 16. Jülü ^Privätmitth.) Das Heutige Hohenzollersche- Wochenblatt - zählt die bei dem Königl. Kreisgerichte in Hechingen für den ganzen Bezirk desselben als Rechtsanwälte fungirendett Beamten, welche als Rechtsanwälte definitiv bestätigt und mit Bestallung versehen worden, auf. Es sind deren 4, und Nr. 3. ist „der Rabbiner Dr. Mayer in Hechingen". Wenn es an und für sich nicht zu auffallend ist, daß ein Rabbiner zugleich das jug betreibt, da dies früher ein Hauptbestandtheil der rabbinischen Functionen war — so ist hingegen die staatliche Bestallung desselben eine erfreuliche Erscheinung. . Berllist,- im Juli. (Privatmitth.), An . einem, schönen Juli-Sonnabend hatten wir Gelegenheit, das Staatsgefängniß bei Moabit besichtigen zu können. — Vor dem neuen Thore, zwischen dem Hamburger Bahnhof und der Garde-Ulanen-Kaserne erhebt sich der großartige Bau dieses neuen Mustergefängnisses für männliche Verbrecher. Die an den Ecken der Umfassungsmauer errichteten Gebäude dienen den Aufsehern der Anstalt, die beiden vorderen am Eingänge den Oberbeamten zur Wohnung. Im Thorgebäude befindet sich die Wache und Wohnung des Pförtners. Im vorderen Theile des Gebäudes, in drei über einander liegenden Geschossen, find 15 Krankenzellen, den übrigen Raum nimmt die Kirche ein. Von dieser gelangt man zu der mit einer Kuppel bedeckten Centralhalle, der sich die innern Räumlichkeiten in drei über einander liegenden Geschossen, welche die nach dem pensylvanischen System angeordneten 508 Jsolirzellen enthalten, strahlenförmig anschließen. Da es Sabbath war, so war uns hauptsächlich daran gelegen, dem Gottesdienste der jüdischen Gefangenen mit beizuwohnen. In einem geräumigen, zur Conferenz der Oberbeamten bestimmten Locale ging derselbe in ächt jüdischer Weise vor sich. Uns interessirte vor Allem die Predigt, welche der Herr I. Wolf, Lehrer an der jüdischen Gemeinde-Mädchen-Schule, in wirklich vortrefflicher Weise hielt. Wir lernten in diesem Herrn einen Kanzelredner kennen, der von seiner Aufgabe so durchdrungen ist, daß man es ihm gleichsam ansieht, wie aus allen Poren ihm die Liebe zum Judenthume sprüht und glüht. Durch die markvolle Einheit in der Gesinnung, so wie durch das tiefe und wahre Gefühl, das seine ganze Rede durchzog, wußte der verehrte Redner jene gedrückte/ gewitterschwüle Stimmung, die