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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-08-18 · Heft 34 (18.8.1856) · p. Seite 457

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 34 (18.8.1856)
Date
1856-08-18
Page
Seite 457 (sequence 3)
Language
German
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m schm Volksstamme angehLren, welcher durch, angewöhnte Lebensweise.ssowphl, -wie du.rch, angeerbte organische^ Nebel gu; p.e.n Krankheiten; inclinirt ist, gegen welche die gnadenreiche,. VorsMng -blos - in diesen heilsamen-Mineral-, quellen ein Schutz - und Hellmittel der leidenden Menschheit dargeboten. - - 7-,. - , Das hjefige/Polizei-Commiffariat ist, schon so artig (unähnlich,den.öffentlichen Berichterstattern, der Schwurgerichte^ und Criminalverhandlungen), in den> Paßregistern die. .Rubrik- Religion ganz auszulassen. - Es wäre daher eine vergebliche.Mühe-, aus dem bloßen Durchblättern der Curliste.n hie Anzahl der hier lebenden Israeliten ermitteln zu, chollen. Aber ein bloßer -Gang .zum Sprudel oder der: alten Wiese wird alsbald dem kundigen Auge, /den /gehörigen-Maßstab zu geberr, im Stande sein und unter /den als Arnold -und Rosalie^ sich, gerirenden und im Cursaale oder einer andern christlichen Restauration,speisenden Zimmernachbarn einen Abraham und eine Sara' erkennen, lassen. — Denn wie schon der treffliche Auerbach in seinem Buche, Dichter und- Kaufmann, bemerktist es ein.eigenthümlicher Zug, daß zwei Juden sich alsobald gegenseitig erkennen, oft nur,-schon durch die Art desgegenseitigen Wxirens. , 7 / Rechnet, man nun zu den 1000 bis 1200 als Curgäste, hier weilenden Juden auch noch die erkleckliche Anzahl der als Restauranten und Wechsler, Händler und Verkäufer, hiev lebenden Glaubensgenossen, so kann man wohl/,mit.Recht behaupten, daß während per. Sommermonate -.hier - eine -jüdische Population lebt, wie sie in wenigen / Gemeinden Deutschlands zu, finden ist. Da auch außerdem Carlsbad so zu sagen ein Stelldichein der verschiedensten Länder und Völker ist, so. ist es/ auch der geeignetste Ort, über die geistige und religiöse Kulturstufe, über die verschiedenartige Anschauungs¬ und Lebensweise des jüdischen Volksstammes in den verschiedenen Ländern um so eher die gründlichsten Studien und Beobachtungen anzustellen, weil hier am Jeder zwanglos -. Ach -selbst lebt^ und ohne .Rücksicht aufden in seinem, naturwüchsigen Urtypus sich darstellt. Neben dem ennuyirten in den eleganten Kneifen per dsute volee.sich bewegendennorddeutschen-Banquier^ dessen J.udenthum, blos darin besteh^. daßer nicht die. christliche Kirchebesucht und dass,er. bis.zur. äußersten Spitze seiner /ihn benytlich machenden Nase/erröthet, wenn in seiner Gegenwart -paö, Wörtchen Jude zufälligausgesprochen wird,/, neben diesem /schöpft auch , der, seinen PMw und mitführMe, .Mit, sschrerr, saloppen bekleidete. -chasfidäische Rab.hi aus dem Jynexn -dep/Pkrame aus den ,-Quellen des Heiles, / nachdem -er-vvLerst' seinen mystischen ‘ptt", w hergemurmelt hat, und wobei;.er nur beachtet, daß er nicht - nach - den Anordnungen? deS Arztes sechs bis acht Becher leeren soll, Mdpm rew dm find,, sondern die symbolische Siebenzahl «^27^72^ -i-. , Ihff IVu Inmitten dieser; beiden so-, sehr, pon,einander divergirenden Ertreme lebt aber auch noch eine kerngesunde, lichtvolle und strebsame Mittelklasse, welcheim ^.klaren Bewußtsein ihrer Aufgabe und Stellung als Juden.sich mit sympathischer. Wahlverwandtschaft dem- Glaubens-- bruder hier gern anschließt, mag dieser auch,; sonst - ein Dutzend Breitengrade von ihm-entfernt wohnen./! Diese , gesunde, aus aller Herren Landensich-hier , zusammenfindende, als Juden leb ende , und sich bewegende Mittelklasse... ist es auch , welche die hier bestehenden:..öffentlichen israelitischen Institute fördert und//unterstützt. ^-7 Unter diesen Instituten ist / vor Allem - dflK äm Jahre 1847 durch die Bemühungen des seligen M, ^Landau- S. L. Kuh A, gegründete jüdische z Hospital zu: nennen, und, wozu - auch /die in diesen - Blättern/.peröffentlich-? ten Subscriptions - Aufforderungen Vieles, beigetragenj ha-? ben, wie.es den Lesern dieser- Zeitung.-rroch. -wo.hkierin-f nerlich ist. - - ' u-.-j*: ■..h.:rjy. Seit den zehn Jahren seines Bestehens, haben in diesem / Hospitale mehr als 500 dürftige Glaubensgen offen aus den verschiedensten Welttheilen die Mittel zurWiedererlangung ihrer verlorenen Gesundheit gefunden./. Durch eine verständige, praktisch-kluge, Leitung und Verwaltung ist außer dem Hospitalgebäude, auch, noch ein^ capitalifirter Fond von 12,000 Gulden C.fM.vorhanden--und wäre es wohl an der Zeit, -das ursprünglich auf 16 Betten eingerichtete Local durch - eine, zweckmäßigere- Vertheilung der Räumlichkeiten zur /Aufnahmeeiner größer» Anzahl von Kranken. herzurichten, da noch immer, viele wahre Hülfsbedürstige zurückgewiesen - werden. Müssen. - - -; Zu bedauern ist es auch, daß durch einen kleinlichen Rangstreit des gegenwärtigen sehr / tüchtigen, nur M-seiner Privatpraris, allzusehr beschäftigten Priprairarztes uni dem die. ökonomische Verwaltung lotenden.. Md, um die Anstalt sehr verdienten vr. Klauber die ärztliche,Behandlung der Leidenden sehr vernachlMgk-ist, -s0/.daß die Anstalt mehr, einem Alumnium als einem Hospitale .gleicht. Achreiber - dieses kann es mit, B echeisen, zMäpten,-wie, eir; im Hospitale wohnendex Kranker, deffep Leideneine .sorg-? faltige tägliche Peqbachtung erforderte,., durch .volle acht 34*

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