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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-08-11 · Heft 33 (11.8.1856) · p. Seite 451

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 33 (11.8.1856)
Date
1856-08-11
Page
Seite 451 (sequence 11)
Language
German
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451 lrche - und logische-Exposition der heiligen 'Schrift anzuerkenrrew -erklärt - Haltes sich - in den Sinn kommen" lassen würden- .aüsi Grund einer vermeintlichen - Lesart des - babylonischen oder jerusalrmitischen Talmud irgend eine bi^- blische Anordnung wegzuargümentiren." - r Kann - nach sM chen ssWorten eines.' orthodoxen- Cvnferenzmitgliedes: auch nur-die geringste Vermuthüng gehegtwerden, daß l>r. Wise imd siine Freunde ihre reformistischen Ansichten, die fiebisher praktischebewährt hatten, unverhohlen, offen und ehrlich auch auf -der.- Eonferenz; ausgesprochen, zumal sie solche Erklärungen--und noch' viel deutlichere und directere - ohne alle -Erwiederung ließen?- -Man verfolgt immer noch die NichteompromittirungSpöliük! * - Da Dr.f Wise eS jedoch Ihnen, Herrn Stein und Einhorn und -mir selber -nicht vergeben konnte, daß . man ihn zu dieser seinwollenden „Lrplsnstion", die eben noch kein Lichtbrachte , gezwungen , so adopttrte er zum -Schluffe seiner Schluffes seine alte Schimpfmanier> und perorirt wörtlich folgendermaßen: „Glaubend, daß wir unserevier Thesenüber den Talmudbegründet, schließen wir diese Artikel mit der- Behauptung, da ß di e v v r. Ph i lip p - fon, Stekn und Einhorn, es sei denndaß sie d re fe- -Art i k el -mit g e f u n d e-rr. B e w e i s f ü h r u n g e tt erfolgreich widerlegen — wozu'wtr-ihnen ein Jahr Zeib geben, -— überführt find/ rmweder über das/ was in El e v e l a n d gesagt Würdefalschberichtet Worden zu sein- oder sich gegenüber ihren Collegen grob er Jg noranz im Talmud, hder der Malice und des E h r geizes schuldig - gemacht zu Haben." Dieser-Schluß bedarf keines weitern Commentares; grobe 'Beleidigungen und. Schimpfereien find keine Gründe; dieselben zu widerlegen, ist -eben so unwürdig, als sie auszusprechen. Lasten wir vr. Wise diese Art, Controversen zw-führen. Doch -gehörte in der That keine große Talmudkenntniß dazu, -zu sehen, daß sein zweiter Platform - Artikel nicht nur unjüdisch, sondern sogar untalmudifch ist.- Indessen muß ich ihm meinen persönlichen Dank dafür abstatten, daß ermeine Ignoranz - mit der Ihrigen und der der vvr. Einhorn-und Mein auf-gleiche Linie stellte; eine-solche Peleidigung betrachte ich: für meinen Theil als ein großes üCompliment. ~rr i In einem nachfolgenden Aufsatze kömmt Herr- Vr^ Wisr noch einmal auf Sie und Herrn Stein, zurück; , bei welcher Gelegenheit er insbesondere Sie wieder Spießruthen kaufen-'läßt-, - und zugleich mit dem großartigsten aller Pläne hervortritt risüm tenssüs smioi? —- eine Union von ganz Israel zu bewerkstelligen,- und dieselbe durch ein „ g rö ß eS? S an h eb rin das 'alle zehn Jahre — wahrscheinlich in Mndinnati — zusammentrrten - und vön.'-dew- LffraMeN-r alliwl civilisirteu Länder! beschicktwerden soll) aüftecht-zw erhalten:' Der Vorschlag ist - für mich wenigstens zü-hoch, 'als daßich ihm folgen könnte! 1 Um Sie jedoch für die von seinem Collegen aufs Neue gegen- Sie geschleuderten Beleidigung gen -von Arrogant u^st w. zu entschädigen, empfichlt Herr Vr. Liliettthal in der fölgenven NuNnner des Blattes Ihr Bibelwerk.- - - Hiermit bin ich auch an die „offenen Sendschreiben" des Letzteren angekommen, die ich etwas ausführlicher cvmmentiren müß. Dieselben zeichnen sich nun zuvörderst dadurch insbesondere von den Aufklärungs -Artikeln des Herrn vr. PZise aus, daß sie in einer edlen, ruhigen und des Gegenstandes würdigen Sprache abgefaßt sind, und beweisen, daß ihr gelehrter und scharfsinniger Verfasser seine Stellung nie aus den Augen läßt, noch vergißt, von wem und zu wem er spricht. Doch hat der sonst so praktische und erfahrungsreiche Gelehrte - sogleich in seinem ersten Schreiben sich Unrichtigkeiten zu Schulden kommen lassen , - wie man sie am wenigsten von. ihm erwartet hätte, und Behauptungen -ausgestelltdie er durch Nichts rechtfertigen kann/ Wenn überhaupt von Parteien unter den amerikanischen Juden die Rede sein' kann, — natürlich sprechen' wir wie er von der Zeit vor' der Konferenz — sogab es nur zwei Parteien, eine gründsatzlose, inconfequente, jamitunter heuchlerische Neuorthodöxie- und eine Fortschrittspartei. ' Eine acht orthödore, Schulchan - Aruch - Partei gab und giebt es nicht; man müßte denn die paar Dutzend Stabilsten — und mehr kann man mit aller Mühe und Anstrengung nicht aufzählen -eine Partei nennen. Eine solche Partei ist eine Unmöglichkeit iw hiesigem Lande; der -Geist -und die Verhältnisse / wie sie hier herrschen, gestatten das Aufkommen und Besteheneiner solchen nicht.- Alle diejenigen, — mit Ausnahme Vieser paar Dutzend und ihrer höchstens drei bis vier Führer, — die sich orthodox'schelten, gehören der Neuorthodoxie an. Dieselben' hängen hartnäckig an hergebrachten Formen und Ceremonien, besonders in ihren Gottesbäüftrn, so weit/ über auch nur so weit sie nicht -ihrem praktischen Leben - und weltlichem Interesse im Wege stehen; dagegen übertreten sie tagtäglich nicht allein das sogenannte mündliche Gesetz, sondern treten auch die Gesetze der Bibel mit Füßen. Die Entheiligung des Sabbaths ist eingewöhnliches Vorkommniß; die Befolgung der Speisegesetze, rabbinisch wie bi- 33**

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