Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 20 (1856)
- Issue
- Heft 33 (11.8.1856)
- Date
- 1856-08-11
- Page
- Seite 450 (sequence 10)
- Language
- German
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m Ob'erösterreich rc.// wo vor' dem' Zähre 1848 die' Juben 'nicht wohnen durften/— ' " ’ 1 Hingegen soll nächstens ein Vorläufer deS Gemeindegesetzes erscheinen';' darin wird die Bestimmung 'ausgesprochen daß/in denjenigen OrNn, wo die jüdische und 'christliche Gemeinde in politischer Beziehung vereinigt sind (in Mähren ist dieS bekanntlich Höchst selten' der Fäll)/ zum Bürgermeister kein Jude gewählt' werden dürfe.' ru CoierEsponden^ .. .V:t Charleston (S. C.), 15. Juni. (Fortsetzung.) / / Doch 'Was; ist1 der/längen Rede' kurzer Sinn? 'Was 'erklärt' diese/ Erklärung des Präsidenten der Conferenz2 Ssatt, ' wie' man von einer fo lange /mit/ Recht brwartt'- M Erklärung zst Höffen berechtigt gewesen/ zN/ erfährm, was 'man eigentlich üiit dem' '2/ Artikel'der Platförm wollte/' —' HaÜ mindestens' — um Ähre Äörte 'zu' ge- Hrästchest/' „die'/'aus/'det/Mode gekommene Tastßenfpielerei/väs^Ä drt bVs 'Talmuds zu/ gebrauchen, um Wider ihpen' Gei st' und MiNen Reformen /herzustellen"/ dem jüdischen Publikum wieder einmal /vörzüsühren/ "wird — nachdem 'Herr Stein der Heuchelei angeklagt ist, da er nur unbedachtsam nachspräche, was vr. Einhorn ihm vorgesagt, — 'nachdem man behauptet, daß weder er noch Siejeetwas 'so Freisinniges ausgesprochen, wie es der 4. 'Ärtikel'/der/Mätform/'thui,' und nachdem wiederum rille übrigen Gegner mit den alten /Schimpfwörtern Ignoranz re. abgeftrtigt^find, ' durch zahlreiche Citationest aus dem Talmud nachgewiesen , daß derselbe 1) -i- Llische Gesetze geändert, 2) abgeschafft/ — 3) neüe Gesetze gemacht und" 4) oft seine eigenen Gesetze widMufen habe. — Aber stehe da! Alles das/ wußte man ja schon 'früher, und war es schon den Juden Amerikas durch diele/ von'Andern und selbst Vr. Visen veröffentlichte Aufsätze bekannt; es dem Volke wieder vorzupredigen, war „verlorene Liebesmühe". Nur hätte das Publikum als Schluß der Erklärung, die doch die reformirten Cöstftrenz - Man-/ ner ins rechte Licht zu setzen bestimmt war, wenigstens das offene, ununwundene Geständniß erwartet, daß sich dieselben auf der C dnferenz dahin erklärten, dieselben Freiheiten, die fich der Talmud genommen, auch für sich ' und ^ihre weiteren Schritte m Anspruch zu nehmen. Jtgdnd' eistest.det'gleMj? ^'chluß' Äär' dW HsthMÄUm so/me^IMchtigt H'ÄwbrÄ^ stein! 'sogar'zu föchepn^ die Protökölle dtp Vetfammburig bis setzt/ d, h.'stach m'ehr^'M^eVrn' DkdriaN,' noch/ nicht veröffesttlicht find/, Und man daher/auch nicht/wiffest kann,/ wie^ niast sich ist der Thät heihw^räthnstg'M/Htalest zWeitM^lttikelb ausgesprochen. Der Umstand' jedoch, daß, wie'Herr Lee- .ser/ der talentvolle/ehrliche und üUet'schröÄm'e'V'ertrM Är Orthodorie, der'Welt zu /berichten-sticht vergaß/stestAiiträ^ steller und ftine Reform-CostferenzgÄossen dew Ursprünglich Vorg'eschlägenen Ausdruck„Gnttvickelüpg"' (stevelopement) für die vost Herrn/Leefer vörgeschlügenen'Wöt'te „IraditLyneÜen ExphW/isttr" Hingaben, gezeugt über ästest Zweifel, dstß man vöst Seiten der Resörmfreunste mit'der Farbe ni chtherausrückte/ so daß ihre Sachenicht ver-', sondern zertreten'wurde. Und nun/ was ist jetzo der' Schluß/' zu dein ^Herr vr'.' Wise in seiner ,/Wlastation" kömmt? Er lalltet wörtlich/ also: „Die Rechte, welchechie aW RäbbinÄ für sich'M Astsprstch stähmM, gewähtten sie'auch' allen gesetzlich. estn/stiMrirri-'Gystodm, wie wir in unserm Nächsten zu bew eisest Wersuchest werden?" Abgesehen davon, daß der hier versprochene 'Äeweis bis jetzt/ d/ h. nachmehr als fünf Wochen/ stochnichtgeliefert' worden, so wage ich sticht zu/viel ,'westst ich behaupte/ daß das Gegentheil auch aus dem Talckud von unseren orthodoxen Theologen bewiesen wewen wird,/ wie dieselben ja bis zü diesem Tage die religiöse Verbindlichkeit der zweiten Festtage, das Vestbot der Jnfttumentalmusik in der Synagoge und des Singens des weiblichen Geschlechtes in unserem Gottesdienste u. s. w. trotz de'r hochgelehrten Gegen - Abhandlungen des Herrst vr. 'Wise und seiner Freunde auch aus dem Talmud zu beweisest nicht aufhören. Sodann find wir auch sehr'- begierig, zu; erfahren , wie eine talmudisch - gesetzliche Systodst' auf amerikanischem Boden aussehen und woher dieselbe ihre Verfaffungsurkunde erhalten wird, da ich nicht astnehmen-kann, daß die auf letzter Conferenz beschlossene voll der Orthodoxie als vollgültig anerkallsttwerdest' wird; zumal da der Hauptvertreter derselben,' HM Leeses nachdem die Platförm angenommen war, aus der Verfammlung trat, „weil er über das, was man beschlössen hatte, entzückt war, und, da die Orthodorte auf der Konferenz ist der Minderheit war, dem Antragsteller und seinen Freunden bezüglich der praktischen Ausführung' durchaus nicht traute." Auch glaube er, „daß irgend-eist Mann sich zum Narren machen würde (would stuhify himself), der, nachdem er den Talmud als die traditionelle, gesetz-