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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-08-11 · Heft 33 (11.8.1856) · p. Seite 446

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 33 (11.8.1856)
Date
1856-08-11
Page
Seite 446 (sequence 6)
Language
German
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t 446 ein Protokoll mit ihnen auf, demzufolge sichergab, daß sie ohne Missen der Vorsteher aus eigenem blöden Antriebe so gehandelt hatten.. Nach ihrer Verhaftung im Serai verwendeten sich die polnisch-russischen Vorsteher unter den ausdrücklichen ^Versicherungen ihrer iNichtbetherligung vergebens für die Maßlosen. Dieselben, HerrR. Mosche, Schmelke Horowitz, R. Rundel Galant und R. Jefchaja Bordaki ließen nun durch einen Abgesandten Herrn vr. Frankl, der erst jetzt zur Kenntniß des ganzen Vorganges gelangte, bitten, sich für die Freilassung der Verhafteten zu verwenden, worauf sich derselbe sogleich zum österreichischen Consul begab, und feiner Fürbitte allein hatten es die Verhafteten zu verdanken, daß-sie schon nach vierundzwanzig Stunden —-siez waren zu dreitägiger Haft verurtheilt —' frei gegeben wurden. Mir gehen zu der erfreulichen Seite unseres Berichtes über, indem wir mittheilen, daß Herr vr. Frankl, unbeirrt von .all dem Kleinen und Gemeinen, mit dem seine berühmten Vorgänger gleich ihm zu . kämpfen hatten, bereits ein schönes Haus für die Anstalt gemiethet hat; aus den Fenstern der Lehrsäle blickt das Auge in den innern Hofraum des 'Salomonischen Tempels und auf die ganze küppelreiche Stadt. Maurer, Tischler^ Schlosseru. s. find' rüstig thatig, das türkische Haus in güten Zustand zu setzen. Ein Comits, zusammengesetzt aus fünf der geachtetsten Persönlichkeiten, ist bereits mit dem Entwürfe der Instructionen für zwei Lehrer — deren glückliche Wahl allgemein anerkannt wird — thätig und die Vormerkungen zur Aufnahme von Kindern werden vorgenommen. Die Zahl übersteigt bereits das Vierfache derjenigen, welche Raum finden können. Die Kinder österreichischer Unterthänen, so wie Waisen, finden unbedingte Aufnahme, bann erst können andere berücksichtigt werden, vr. Frankl kann nun nicht mehr ungestört durch die Straßen gehen/ da ist es ein Vater, dort eine Wittwe, endlich Kinder selbst, die ihn bitten, sie zu berücksichtigen. And so ist durch die geduldvolle Ausdauer/durch aufopfernde Energie, in welcher Herr vr. Frankl namentlich auch ' durch zwei seiner trefflichen ärztlichen College«, die Herren Doctoren Fräke und Neumann /- wie die angesehensten Chachamim, unterstützt würde, ein Werk geschaffen, das zum Heile und zum Frommen der heiligen Stadt gedeihen soll und wird. - In längstens vierzehn Tagen wird die feierlichelEinweihung,-stattfinden.. . L!... .r- , Rußland. - Se. Maj. der Kaiser, hat unterm 5. Juni befohlen, daß jüdische Aerzte und auch , andere Juden, welche auf einer russischen Universität den Doctorgrad erlangt haben,, fortan zu allen Staatsämtern zugelassen werden sollen. Die Tragweite Dieses Befehls für unsere Juden ist unberechenbar. Es giebt bei uns allein wohl 6 — 7000 Aerzte im Dienste der Armee, , und wenn ein Jude Arzt geworden,' so braucht er nicht erst eine Stelle zu suchen, sondern bekommt sie jetzt, wie jeder Arzt, sofort nach Ablegung seines Euamens. Riga, 1. August. Bei der Anwesenheit Sr. Majestät des Kaisers Alexander Hierselbst hatte auch eine Deputation der hiesigen israelitischen Gemeinde, der der Rabbiner vr. Neumann mit der Gesetzesrolle vorantrat, das Glück, ihm bei der stattgehabten Cour Salz und Brot zu überreichen, das er allergnädigst entgegenzunehmen geruhte. Es lag dies — aus Confect bereitet — auf einem weißen Atlaskissen mit der herrlichen Lithographie der Krone, dem Namenszuge des Kaisers und der hebräischen Worte W. — Pie Converslim von Inden zum Christenthume. Es ist ein Zeugniß von dem hohen Ernste, der jetzt die Häupter und Träger der evangelischen Kirche durchdringt, und den die leichtsinnige liberale. Partei, welche stets mit einigen Phrasen ihre Gegner beseitigt zu haben wähnt, so gern mit Frömmelei und Pfaffenthum brandmarkt, ich sage, es ist ein Zeugniß hohen Ernstes, daß — Jene endlich die Wahrheit dessen einzusehen beginnen, was wir ihnen seit zwanzig Jahren vorausgesagt, nämlich: daß mit dem leichtfertigen Eonvertiren von Juden zum Ehristenthume, vermittelt durch Vortheile und Belohnungen, welche den convertirten Juden mit der Taufe werden, die christliche Kirche sich nur neue und gefährliche Feinde und noch mehr zersetzende Elemente gewinnt. Das haben wir der christlichen Kirche seit zwanzig Jahren gesagt^,; und endlich scheint es zum Bewußtsein der evangelischen Geistlichen zu kommen, denn wie die Berliner Zeitungen berichten, werden jetzt Berathungen gepflogen, wie den durch äußere Vortheile bewirkten Eonversionen von Juden zum Ehristenthume entgegen, zu freien sei und ein bekannter Geistlicher hat eine Abhandlung abgefaßt,' worin er eine Art Noviziat empfiehlt, während

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