Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 20 (1856)
- Issue
- Heft 33 (11.8.1856)
- Date
- 1856-08-11
- Page
- Seite 442 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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, 442 ............. ■ Jf i: i i rn bildet, getrieben und gereift; ihre Erhöhungen, Windungen und Vertiefungen entsprechen einander.genau, nicht wei^^nA ZchD chnde^Dek^rgebsgch^ -H^enHweil sie zug^A HHAHHle^ MMdeAHelDl^^nDlA)n-ftnd. Das Gehirn und der Hirnschädel werden nicht durch einander, sondern mit einander aus derselben Treibkraft ent- ( sprechend hervorgebracht. So ist überall Form und Inhalt, Schale EünbMernHn, undM^elH^Hne^LÜnd ' selben Wesens Product. Nun ist der Mensch von seinem göttlichen Urheber so; angelegt, daß überall, wo.seiy.,- gMiges .st8K.n^n-nach-- - haltige Bewegung geräth, es nach sichtlicher Erscheinung, nach Ausprägung in wahrnehmbarer Weise, ringt und getrieben wird. Aber auch hier ist die sichtbäre Erscheinung ' nur Ausfluß des Wesens und daher nur ein und dasselbe mit ihch. 'Verändert sich das Wesen, muß sich auch die Ausprägung verändern. Nun kann zwar ein Schneckenhaus lange bestehen, wenn die lebendige Schnecke verschwunden , der Hirnschädel, wenn das belebte Gehirn längst verstäubt ist. . Niemand aber. wird, darum Schneckenhaus und Hirnschädel als für sich bestehende Dinge ansehen, die /noch. >ein..besonderes^ Leben für sich führen, die noch anders gestaltet.werden könnten, mit. denen sich eine Umgestaltung, vornehmen ließe. Jndeß; hier ist' der Punkt,'.wo wir, die Vergleichung aus ,pem, Bereiche der Ä.a.t.ur ,v§rsaffe,n.Mssen.7 5-. - .„'..Mix. können...es, nicht, genug,hervorheben^ daß; auch aus dem - religiösen. Gebietedie.. Form nicht etwas, Gemachtes ,^ Zufälliges,,.Willkürliches ist,, sondern... daß. sie nur gebildet, entwickelt und gereist werden konnte, als ein .völlig,, entsprechender Ausfluß des Wesens, des Ge-- dankenin Halts, des. Lebens einer bestimmten religiösen Production. Aber auch hier verändert sich. das. Wesen, entwickelt sich unter den geschichtlichen Einstüssen, nimmt, andere Richtungen an unter der Einwirkung großer Schicksale und Geister, bildet sich anders, aus unter der Einwirkung anderer Culturen, Klimate und.Ereignisse. Es versteht sich daher von selbst, daß auch die wahrnehmbare Ausprägung nicht dieselbe bleiben kann, daß dieses , eine veränderte Wesen eine andere Erscheinung in der wahrnehmbaren Welt bedingt und fordert. Während in der Natur der Organismus derselbe, und stirbt, das Leben ab, die von. diesem mitproducirte Schale unveränderlich zurückbleibt: ist das geistige Wesen des Menschen einer immerwährenden Fortbildung befähigt, und muß. daher auch jene .wahrnehmbare Ausprägung fortbildend verändern. -- .. - .... ' Ziehen wir nun aus diesen Sätzen für unseren Gegenstand die richtigen Folgerungen, so ist es überall ein irriges--,U.nter.yeEmen, diechestchende Form-xiner Migion als für sich bestehendes- Ding 'zu betrachten,, si^als Form verändern und umgestalten zu wollen, bald hier,, bald dort .die Säge, den Meisel und das Messer anzusetzen, zu poliren und zu überfirnissen. Vielmehr: wäre es wahr, daß die' Form nur Hrstemter^Ueberrestsdesgalten Lebens wäre, so ließe sich mit ihr gar nichts anfangen, und man könnte sie nur als geschichtliche Merkwürdigkeit bewahren, so lange -.-.si^sich. .aystzewcchren läßt. Da dies aber nicht der Fall-, da das Judenthum noch heute so lebendig wie vor Jahrtausenden, da vielmehr unter inneren und äußeren Einflüssen das lebendige Wesen desselben andere Richtungen eingeschlagen und darum auch nach veränderter Ausprägung in der sichtlichen Erscheinung treibt: so ist hiermit dem, was man Reform nennt, der einzig richtige Weg angewiesen. Nicht von außen nach innen geht dieser, sondern von innen nach außen. Es muß das innere Leben geweckt, gestärkt und zu solcher Treibkraft concentritt - und erhöht werden, daß es die äußere Erscheinung zur Gestaltung zu bringen vermag; es muß der Gedankeninhalt zu solcher Schärfe., die Lebenskraft zu solcher Beseelung und Begeisterung erhoben werden, daß der befruchtende Odem von innen nach außen strömt und in' wahrnehmbarer Gestaltung schafft. Nicht also Kritik und gelehrte Untersuchung über den Ursprung und die Gültigkeit einer singulären Form führt zu Etwas, nicht die Erörterung, ob Mißbrauch oder Brauchbarkeit irgend einer einzelnen Satzung einwohnt — sondern das religiöse Leben in Fluß , zu begreifen, mit neuer Kraft zu sättigen, zu weiteren Schöpfungen zu reizen, zu neuem Aufschwung zu beflügeln. Hiermit ist die. wahre Reform gegeben und von hier aus wird die Ausprägung des Judenthüms in dem, was man Form nennt, wie von selbst sich bilden. Wir Haben hiermit nur erst unseren Standpunkt gezeichnet, und scheuen es nicht, das Weitere zu verfolgen. Vom Institut zur Förderung der israelitischen Literatur. Mit dem heutigen Tage ist der Abonnementstermin für das zweite Jahr abgelaufen, und haben wir uns für einige sehr entfernte Gegenden eine Ausnahme gestattet. Wir werden daher im Stande sein, in. der nächsten Nummer die Zahl der Abonnenten für das zweite Jahr genau