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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-08-04 · Heft 32 (4.8.1856) · p. Seite 438

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 32 (4.8.1856)
Date
1856-08-04
Page
Seite 438 (sequence 10)
Language
German
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bet Unachtsamkeit Md des Leichtsinnes ^qri> die' Grundsätze der Partei nicht gewissenhaft, gewahrt,- und-besonders der Lehre der 'p?oVri nicht gehörige Rechnung getragen und' nur den Schulchan; Aruch als-.„Platform" hätte annehmen .sollen; ein Anderer der Partei. nannte die Clevelander Platform geradezu „ketzerisch und. einen Betrug". Ein Anderer hinwiederum-, Dr. Jllowy, früher, Rabbiner , in. Collin, richtete einen, hebräischen Brief an die Hauptleitex der Versammlung, in welchem er dieselben in einer wahrhaft ruhigen und würdigen, ja beinahe demüthigen Sprache an ihre in der Platform ausgesprochenen Grundsätze erinnerte, und sie ftagte, wie sie jetzo noch Reformen, als da find: die Abschaffung der Chalizah und der zweiten Feiertage u. dgl. vertheidigen könnten, ohne den Cleveländern Beschlüssen geradezu verräterisch entgegenzutreten? Insbesondere aber greift er die Art und Weise an, wie vr. Wise den Talmud gegen seinen eigenen Geist und seine eigenen Worte interpretirt, um dem Volke zu gefallen. Theils antwortete man mit nichtssa-. genden Angriffen.und Sarkasmen, theils garnicht; letzteres geschah 'namentlich dem. „offMN Pries" ,des HMw Dr. Jllowy gegenüber. . — Natürlich.!, eine, offene, ehrliche Antwort ans diesen offenen;und ehrlichen Pries hätte, - was immer auch ihr Inhalt gewesen wäre, die Herren in-ihrem wahren Lichte zeigen müssen. Der Brief war zu direct, als daß man ihn hätte ausweichend beantworten können; und eine eben so direkte Antwort hätte die Herren compromittirt; daher antwortete man gar nicht. — Um jedoch die von ihren eigenen Parteigenossen angegriffenen orthodoxen Alliirten zu entschädigen, drückte man im „Israelite“ wiederholentlich innige Liebe und Hochachtung für den „Oeeiöent", den Repräsentanten und „Advocaten" der hierländischen Orthodoxie aus, .obgleich dessen Herausgeber, Herr Leeser, in einer Predigt, .die.er bei der Einweihung der in Folge der. durch Dr. Lilienthal in depMuttergemeinde.eingeführten Reformen, von,dey. a.usgetretenen Orthodoxen, neugegründeten Gemeinde Hielt, sich, nicht sehr., schonend gegen die Cincinnati-Reformers aussprachj. und mit dicker. „Fracturschrift" .gar-zu deutlich. .zu »erkenn^ -gab, wie er dies auch seitdem in . seiner Zeitschrift - gethap, daß er trotz des.Clevelander Friedensschlusses seinen neuen.Alliirten durchaus nicht traue. — Die Iteformpartei wurdejedoch nicht auf so schonende Art von ihren früheren Leitern behandelt. In der Thaj! von. dem Augenblicke der Veröffentlichung des Baltimore Protestes biß vor wenigen Wochen war der IsraelKe ein wahres Schimpfblatt, und seine Genossin, die velrorsli, ein geiferndes Waschweib. feilte Verdächtigungen Angriffe, Schimpfwokte/ Beleidig gungen waren zu stark, als daß sie nicht gegen dte'Mgnex der Platform, so weit , sie wer-Reformpärker angehörten-,. auf die unbarmherzigste Weise geschleudert würden- Die elendesten Motive, Neid, 'Eifersucht, Ehrgeiz, Verrath am Judenthum:u. dgll :wurden' ihnen' vorgewotsen; Ignoranz, Arroganz: m dgl.'"gehörten wirklich noch' zu den geringsten Vorwürfen. . Doch muß ich zur-! Ehre des Herrn Dr. Lilienthal hinzufügen, daß er diesen Tob des Israelite, dessen Mitredacteür er ist, nicht billigt^ und in mehreren Privatbriefen an mich/ sich von' freien Stucken heftig über den Styl seines CöllegeN beklagte; Dr. Lilienthal bewährte jedenfalls, mit ganz''wenigen und'nachgerade verzeihlichen Ausnahmen, den/fein gebildeten H ofmann.' Am' schlechtesten kam Dr. Einhorn weg. Er mußte es erfahren, daß die Herren sich als sehr gelehrige Schüler der mit ihnen nunmehr verbundenen Orthodoxie bewährten; alle, die Schimpfnamen,/welche letztere.'frühei''auf die Reformer .geschleudert, i -7- EiseNmeNgdr, McCaul M dgl. s wurdenihm nun auf die freigebigsteWeise' zuetkanntj i insbesondere aber. gab man / ihmauf eine feine Manier! zuverstehen,. daß .es eigentlichunbescheiden vottl ihm sei,! daer epst vor so kurzer -Zeit'.'in hiesigem Lundelantze-' kommen, sich in unsere jüdischen Angelegenheiten zu Mi-' ' schen^)^ Ich kann Lhneiü und» Ihren Lesern versichern,' daß das auf Seite 59. der Märznummer des Sinai mit so gutem Humor mitgetheilte Verzeichniß der gegen ihn geschleuderten Schimpfnamen nicht! nur wörtlich richtig! ist, sondern sogar noch um ein ganzes Dutzend vermehrt werden kann. Den Culminationspunkt dieser Beleidigungen bildet der erste Artikel in Nr. 32. des „Israelite“, in welchem Dr.. Wise mit seiner eigenen Unterschrift den Dr.- Einhorn des Abfalls vom Judenthume anklagte und ihtt seiner weitern Beachtung für unwürdig-erklärt, weil derselbe die Moral des Talmuds in Vergleich mit der wer Bibel, eine engherzige nakiitt:. Dr. Wise wußte nicht/baßes, noch Leute in Amerika gab,'welche-stcherinnerten/waß - ex -in.-früheren Jahren , (.-alß? .enigiegen M./lOrthöddriä-szw F^de -zog^. gar c piel ärgere Diüge/gegen den-Talntud hatte drucken --lassen. - ^Dieser. Wtikel. schar.. Wahtheiü' nichts weiter/ als ein Wittel, dem Dr. . Einhorn aüszuwdichechs der..in einem,Artikel seiner lZeitschrift ,;8iusi":durchrlbier schlagendsten und unwiderlegbarsten Beweise, d.. h.. die . *) Wer noch Nicht ein volless Jahr! hier . gelebt,heißt im Volkswitze ,,6reenk6rn" (Grünhorn). Das WorH^s zwischen Einhorn; und Grünhorn 'liegt also' sehr naW' - - r.riVv* n-jS Ö:t Vit ftyiüv/f

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