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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-08-04 · Heft 32 (4.8.1856) · p. Seite 432

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 32 (4.8.1856)
Date
1856-08-04
Page
Seite 432 (sequence 4)
Language
German
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432 chenrath Pr, Joseph Maier. Welcher Richtung auch Jemand angehörewird er ihm die Palme des ausgezeichneten Predigers nicht versagen können. Nicht dje tändelnden Worte, nicht eine süßliche Sentimen- . talität, noch die mit Midrasch und Derusch coquettirende Weise; verleihen seinen Predigten dauernden Wertz, i sondern der ächt jesaianische Schwung, der immer mehr hervortretende Gedanke, daß Israels Mission in der Zukunft liegt, aber daß es darum mit der Vergangenheit nicht.brechen darf und kann, die Abkehr von der Prüderie des schalen Rationalismus und die klar zu Tag tretende Offenbarungsgläubigkeit und nationale Treue verleihen den Predigten einen unverwischlichen Werth, der durch die Vollendung der Form allen ästhetischen Ansprüchen genügt. Wenn dieser Homilet auch noch keine bändereiche Predigtsammlung in die Welt geschleudert hat, so ist doch-sein Standpunkt ein so ausgeprägter und bekannter,-daß Herr Zirndorf/ der den Anlauf genommen, die-Einlaßkarten für den Parnaß israelitischer Prediger zu vertheilen, einen der gefeiertsten jüdischen Kanzelxednex hätte nicht ausschließen sollen. — DaS Gemurmel geht, ein württembergischer Rabbiner, selig Schelling'schen Angedenkens, wolle nach Salem den europamüden Fuß setzeü, um dort in levitischer Reinheit des SoharS Glanz und geheiligte Mysterien zu erschauen. Wenn diese fromme Sage nicht ins. Reich der Mythe, gehört, so wünschen wir dem einstigen Jünger Schellingscher Transcendental- Philosophie eine glückliche Ueberfahrt ins Land der Väter. Lauchheim im Königreich Württemberg. (Eingesandt.i Herr Elsäßer, Lehrer in Jebenhausen, hat in dem „Volkskalender und Jahrbuch für Israeliten auf das Jahr 5616 (1856) von A. K. Klein" unter der Aufschrift: „Briefe aus Württemberg" uns manche interessante Nachrichten über die Israeliten, in Württembergs insbesondere über das Zustandekommen des Gesetzes über hie öffGtlichen Verhältnisse der Israeliten vom Jahr 1828 nicht 1838 — und der israelitischen Waisenanstalt, die. im Jahr 1831: nicht 1833 inS Leben trat, mttgetheilt. Wir bedauern nur, daß der Herr Verfasser der genannten Briefe, der sich eS sonst M seinen Berichten angelegen sein läßtim Interesse der historischem Wahrheitnur auS sicheren Quellen zu schöpfen, dieses Mal Mehrere Unrichtigkeiten einsließen ließ, so daß fölgendtz Berichtigung, die wir aus öffentlichen Aetett entnommen' haben, wohl am Platze sein dürfte. ' y; In dem zweiten der Briefe! S. 58; bespricht der Herr Verfasser das Zustandekommen des erwähnten Gesetzes über die öffentlichen^ Verhältnisse der Israeliten und sagt unter Anderem: „Notablen - Verhandlungen von Israeliten wurden berufen, um die religiösen und bürgerlichen Interessen und Wünsche zu beratheN; Die Verhandlungen fanden in Stuttgart statt, geleitet von den Herden Benedict/ Kaullä und Pfeifer.^ Der wahre Sachverhalt war aber dieser: Herr Buchhändler I. Heß in Ellwangen, früher Vorsteher der hiesigen israelitischen Kirchengemeinde, halte schon in den Jahren 1817 bis 1818 das damals so tief gesunken gewesene Schul- und Erziehungswesen der Israeliten ins Auge gefaßt; und er drang so lange in die Königs. Regierung um eine zeit- und sachgemäße Reform, bis ihm durch einen Ministerialerlaß bedeutet wurde, daß man bei der bevörstehenden Gesetzgebung für Israeliten diesem Gegenstände besondere Aufmerksamkeit'widmen werde. Herr Heß nahm hieraus Veranlassung, in einer ausführlichen Eingabe an den König!. Geheimerath vorzustellenwie zweckmäßig, ja wie nothwendig es erscheine, die Israeliten über dasjenige Gesetz, durch welches ihre kirchlichen und bürgerlichen Verhältnisse im Staate geordnet werden sollen, zu hören, bevor ein solches Gesetz zur förmlichen Verabschiedung komme. < Diese Angelegenheit ruhte wieder eine Zeit lang. Endlich wurde dem Herrn Heß ein Ministeriaterlüß d. d. 18; April 1821 eröffnet, dessen Eingang lautete: „AuS Veranlassung der Vorberathung eines Gesetzes-Entwurfes über die bürgerlichen Verhältnisse der Israeliten durch eine königliche und landständische gemeinschaftliche Commission ist für gut befunden und beschlossen worden, über die dabei zur Sprache kommenden Verhältnisse einige israelitische Glaubensgenossen um Erläuterung und gutächtliche Aeußerung zu vernehmen. Da unter Anderen hiezu der Juden- Vorstehev Heß! in Lauchhdim cauSerfthen worden^ istfo wird das königl. Oberamt Ellwangen beauftragt, demselben unverweilt! zu eröffnen / daß er sich am Dienstag den 8. des künftigen MonatS - Mai dahier einzusinden und' in dem BUveau des königO Ministerium deS Indern zU melden Habe l!!

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