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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-08-04 · Heft 32 (4.8.1856) · p. Seite 430

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 32 (4.8.1856)
Date
1856-08-04
Page
Seite 430 (sequence 2)
Language
German
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*ö§ 430 I )\? (i von innerer Wärme; wir entbehrten ungern jene jugend- Sit* W « 5 jj 3 *j |"_ derzülegen. Wie gern und freudig wollen* wir solchen Produkten seiner Muße entgegensetzen, und wir werden uns^beeilen, Me^l^st^r^u-sein, die in ihm den- Meister Äm 5?April urntsin "s> sahen wir Herrn vr. Joel, Lehrer am Seminar zu Breslau, auf der Kanzel. Sei^ nen Text wählte er aus Ezechiel 16, 8.: Y>b3> -i23^«7 NV2«7 -pby/rjBja ‘iihBfcn, o^yt n- ’ ‘■jny N3N7 ffinKV; h *>3*7!« üai -fn«0 lY-iab amW'^b ^iaiü&n ‘jm-iy ^b^nm- „Und ich zog an dir vorüber und. iA W/^iGs.undF gekommen war deine Zeit, die Zeit der Liebe. Und ich breitete meine Schwingen um dich und ich bedeckte deine Schmach. Und ich schwur dir zu, und trat in einen' Bund^mit -dir, spricht der ewige Gott; und so wurdest du mein." •■•■■r'f . \:v; Eirs reiches, lohnendes Thema, eine'Stelle, welche unmittelbarden! Uebergang bildet zu den Höhepunkten der Geschichte unseres Stammes, zu dem Höchsten, dessen sich Israel berühmt. Der Redner verstand seiner Aufgabe zu genügen. Er entwickelte'in kräftigen Zügen die große Bedeutung ' der' Befreiung, welche ün Wochenabschnitte. geschildert worden, für die geistige Wteder^bM-Zsylelß. ' Mit Recht werde das Zahr von dem Monate jener Befreiung 1 an'.' gezählt/ ' Jener Monat sei der erste,. den däs freie, das geistig erlöste Israel zähltet — Erbilde die/ Grenzlinie zwischen zwei Zeiten, zwei VZeltaltern. 3hm'voran ^gehe die Zeit der Finsterniß, da der Geist..iy den' Fesseln desWähnes lag. — Auf ihn. folge die Zeit der FMHeis und/der geistigen Klarheit.Das Reich der Ekkinntniß. — 'Mit ihm beginnt eigentlich erst^für -Israel '0ine Z'eit und eine 'Zeitrechnung. — Die reine Ihiebe, .per isiniffe, h'räittliche Anschluß'Israels, an Gott sei .das Zeichen' jener' Zeit. ^-7 So' mächtig' wirkte'jene Zje.it, ..daß ,sie selbst'^die vörausgegängene Schmach der Knechtschaft mit dem Schleier der Liebe bedecke. — Der Bund mit dem Herrn. — Die Aufgabe" der Zukunft. — } Wir haben hier den streng geschloffenen. Grundbau einer klar und philosophisch geordneten Predigt. Es. war kein blendender, 'bunter, Phantasie und Gemüth anmuthig beschäftigender Vortrag. Im Gegentheil litt das Gänze an einer gewissen Trockenheit und Nüchternheit, wodurch die Wirkung auf die Herzen verloren ging. An edlen und. großen Gedanken, an . einer gediegenen, würdi? gen Diktion fehlte es nicht. Aber wir vermißten jenes Feuer, welches weiter greift und entzündet, weil .es. aus eistem Herzen/ kommt, das selbst bewegt und. erfüllt ist liche Begeisterung, die man von der Jugend erwarbt und am reiferen Älter liehenswerth findetund/ dienetgentlich erst'den Worten des Redne/Hihr^-.Schwefkra^ verleiht. Der Vortrag selbst Ät'ein schönes Bild selbstbewußter Muhe und Gelassenheit; aber das Organ, die Naturanlage verstattet dem Redner nicht, gewisse Grenzen zu über- Meiten,/MU mMtDähet>^WMoWEßöor einem größeren Auditorium fast wirkungslos. : Mit solchen Gaben und bei seiner gediegenen classi- >schK^MldzzngKrwMung des Herrn vr. Joel für das Seminar zu Breslau eine höchst bedeutende. Keiner ist mehr, geeignet als er, eine Schule, einen Nachwuchs von Rednern' heranzubilden, das jüngere Geschlecht von den mannigfachen Verirrungen des schlechten Geschmackes und der fälschen Richtung abzuhalten und sie,./auf.die Bahn der Besonnenheit, der würdevollen Ruhe hinzd //lenken.' /.//// "" " ‘ '' " "' Zwischen diesen vier Probepredigten und dem Schluffe derselben lagen die Feiertage.' f : Am 10. Mai --,713« .'b bestieg -.Herpt-Dd. -Liwl-LuiS Fürst, Rabbiner zu Endingen, die Kanzel./- ' Seinen Tert wählte^er^aus Hvsea 2,' 21/ 22//^r>ch^«7 r üw-qi NVN27132^7227 PNL2 ->b ''b r'77"N« NSN77 . N3773«2 .M'ssDWdW In den Gotteshäusern. Israels sei es .eine; ehrwürdige, alte Sitte, einige Wochen vor dem Feste die Bedeutung desselben zu erklären. —- So fordere,uns die Nähe des Wochenfestes zu Betrachtungen auf über das erhabene Geschenk der Offenbarung. —.Der bräutliche Bund des Herrn mit seinem Volke.Israel häb^ sich durch Bereitwilligkeit dieses Bundes'ganz besonders'würdig gemacht. - Hier stocht der Redner''die bekannte finnige Agada ein, die da erzählt, wie'' der 'Herr sich an die Völker der Erde gewandt und ihnendas Geschenk der Offewbärung dargeboten.Aber, Volk;/um Volk weigerte-.sich,/das,edle Geschenk - anzunehMy.; denn sie. .fürchteten daß.'ihrer rwilf den, ungezügelten Gewohnheiten; sich mit den reinen-Satzungen Gottes nicht.vertrügen.'.- Rur/Jsraeh.spdqch :Mit'sschS» ner. Bereitwilligkeit: ÄM)37 ,7/ -r.-s ri;j; , ■ Diese Agada war aber - eben nnur. - eingewebt, nicht nngewandt und. ausgebeutet. Ueberhaupt können -wir diesem Vortrage..keinen .großen Reichthuman Gedanken nachrühmen; .Znd die . wenigen, djx^der,.Redner-- uns - Hots waren weder neu noch,passend/-durchgesührt. ü n;; r, *;i: > 1 Die rednerisch^ Kraft.des. . Herrn vr. Fürst liegt noch ganz in den -PWMntrschen Schule.--..-EintA»

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