Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 20 (1856)
- Issue
- Heft 31 (28.7.1856)
- Date
- 1856-07-28
- Page
- Seite 425 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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423 Wird, wodurch das Wohlthätigkeitsinstitut für alle Zeiten gesichert sein wird. Die armen Kranken werden 'jetzt ttf gehöriger Weise versorgt seE Es ist auch die Vorkehruüg getroffen 'worden, daff jetzt für 27 Personen Betten üntergebrächt würdenwährend früher die Zahl auf 20 beschränkt Mr- ' " / ’ Bei Gelegenheit der Äeburt einer Prinzessin war in allen Kirchen feierlicher Gottesdienst; auch im Temhel fand ein solcher statt. In' Betreff der Wohlthätigkeitsgaben sind die Juden nicht zurückgeblieben und haben den Festtag der kaiserlichen Familie zugleich zum Festtage der Armen gemacht. Wie ich vernehme, werden bald wieder Probepredigten stattfinden, und zwar wurde eingeladen Herr T)r. Kann in Mainz und Herr Dr. Adler in Kassel. ' Vom Lehrer Hlawätsch in Turnau in Böhmen ist ein Jahrbuch für Lehrer rc. erschienen. Wir wünschen demselben den besten Erfolg, daß' es zum Sammelplätze der jüdisch pädagogischen Welt werde. Hoffentlich wird deh'nächste Jahrgang bloß Originalärtikel bringen. , Zürn Schluffe noch Folgendes : Es erschien jüngst ein'' Büch: Kaiftr Joseph Ü., von Mühlbach, darin köchm^i Folgendes vor. Bei der damaligen Censur wurde jedes Buch, das verboten'war, verbrannt, mit Ausnahme derjenigen, die der Kaiser für sich bestimmt hatte.' Jemand ließ sich bei der Censur anstellen, um dadurch die Gelegenheit zu haben, die verbotenen Früchte zu genießen. Eines Tages lag ein Stoß Bücher beisammen, die für den Kaiser bestimmt wären, wovon der Beamte nichts wußte, jedoch gehörten diese Bücher zu den verbotenen. Der Beamte wartete nun einen'günstigen Augenblick ab und steckte ein Buch ein, um es vor Zerstörung zu bewahren, und dieses war Phädon von Mendelssohn. Frankreich. , Paris, 15. Juni. (Privatmitth.) Unter den vielen Kräften, welche Deutschland aus mittelalterlicher Marotte unbenutzt läßt, gehört auch die geistige Kraft jüdischer Jünglinge, die hierher Über /denMein kommen, in allen/Kreisen des Lebens zu nützlicher, das Gemeinwohl Frankreichs fördernder Thätigkeit sich entfalten. Fabrikanten/Handwerker und Gelehrtes welche durch die Engherzigkeit der Gewerbe- und kirchlichen Gesetze im, deutschen Vaterlande versauern und vertvittern müßten,- bauen sich hier auf, gelangen zu Reichthümern und., Ehren/ und Frankreich hat dabei nichts) verloren. ) Die deutschen Israeliten, welche-sich dem Erziehüngsfachewidmen, -sind) hier bereits gut angeschrieben.-^Mehrere derselben, sind sogar) von der Regierung an öffentliche Lehranstalten zu Professoren befördert worden.) So eben Hat die. Regierung wieder einem derselben-die Erlaubniß zur Errichtung! eines Erziehungsinstitutes bewilligt.- Herr Ro.sen feld aus Oesterreich hat sich hier während einiger Jahre als Pädagog; einen Namen erworben und durch die sittliche Reinheit seines Charakters den Vätern solches Zutrauen eingefiößtdaß er von mehreren sehr geachteten Persönlichkeiten angegangen wurde, eine solche Anstalt zu gründen. Er. hat vorzüglich die Absicht, die Kinder bier ansässig gewordener Ausländer, die zu der Leitung ihnen unbekannter, französischer Erzieher wenig Vertrauen fassen können, unter seine Leitung zu nehmen und seine Gewandtheit als. Erzieher und Lehrer, sein Kenntnißreichthum, sein moralischer Wandel sind. Bürgen eines unausbleiblichen Erfolgs. Großbritannien. Londonim Juli. Ein Blick auf die Abstimmungsliste des Oberhauses zeigt,! daß die Parteinahme in der Judenfrage außerordentlich lebhaft war. Im. Ganzen stimmten 328 Lords, theils persönlich, theils durch Uebertragung, theils durch Abpaarung; 148 erklärten sich für und 180 gegen die Emancipation. Nach dem Ueralä wäre die Majorität größer ausgefallen, wenn die. Abstimmung nicht zu ungewöhnlich früher Stunde stattgefunden hätte. In Folge davon seien 5 Gegner der Bill, der Herzog von Montrose, der Herzog von Manchester, der Marquis. Camden, der Earl of Cardigan und Lord Wynford, mit 8 provies (übertragenen Stimmen abwesender Lords) in der Tasche zu spät gekommen. Somit betrage die Majorität eigentlich 45 Stimmen. Großes Lob spendet der Herald dem Earl of Harrowby und 10. anderen Lordsdie, obgleich feste Whigs, doch dem Christenthum die Ehre gegeben und gegen die Judenzulaffung gestimmt hätten. In - dem Umstande dagegen, daß sämmtliche römisch-katholische Pairs mit der Minorität gingen, erblickt der Rerald etwas durchaus TadelnswertheS. Sie seien für die Judenemancipation nicht aus Ueberzeugung — denn sonst müßten sie dieselbe auch in'Rom und Oesterreich.wollensondern weil sie darin ein Mittel sehen, die Staatskirche zu 31**