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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-07-28 · Heft 31 (28.7.1856) · p. Seite 426

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 31 (28.7.1856)
Date
1856-07-28
Page
Seite 426 (sequence 12)
Language
German
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426 schwächen und den PrötestalltisnÄs.in den Geruch - der Ungläubigkeit -zu. bringen! *) Zur Berichtigung unserer gestrigen Notiz" diene, daß 4 Bischöfe zu Gun-: sten der Judenbill gestimmt und 3"zu ihren Gunsten! abgepaart haben. Gegen die Bill stimmten 5 Bischöfe persönlich, 8 durch lUebertragung, während 2 gegen sie äbpaarten. Ungerechnet ist hierbei das Vo-! tum des Erzbischofs von Canterbury, der in Person: gegen die Emancipation stimmte. Die rechtsgelehrten Lords waren ohne Ausnahme für die Bill.■ —. Den neuesten Berichten voll Australien zufolge, fehlt es daselbst nicht mehr an geschickten Hand-. Werkern, desto mehr an gemeinen Arbeitern zur Verrich-; tung der schweren Dienste und an weiblichem Arbeiter- : personale aller Art. Die englische Regierung kündigt> an, daß sie ein - Schiff ausrüsteum weibliche Auswan-; derer gratis nach Sydney zu befördern. LottdSN^ im Juli. (Privatmitth.) Joseph Salo-! mons, ein Jüngling von 17 Jahren, hat die zwei ersten Preise -an cher ^LondonörfMnlvetsttät erhalten. Er ist einer der ersten Juden, die in England in die Hochschule zugeläffen worden. Lord Forteöcue, der! Vicekanzler der Universität, hat in seiner Rede den; jungen Salomons und noch einen weiteren Israeli-' ten, der den zweiten Preis erhielt, beglückwünscht, daß ihnen es Vorbehalten war, so schnell, und so evi-; dent die Zulassung aller Confessionen zur! Universität' zu rechtfertigen. Auch Lord Mantikal sprach sich in gleicher Weise aus. Und wenn die Juden auch im Hause der Lords unterlegen sind, so ist diese That-; sache ein Sieg der Humanität über die hochtoryschen, / staatskirchlichen Borurtheile, der um so höher anzu-! schlagen ist, weil er von Juden selbst erkämpft wor-! den. Joseph Salomons ist nicht der Sohn, noch! ein Verwandter des Lord-Mayors, sondern der An-! gehörige einer nicht durch ihren Reichthum, aber durch\ ihre Biederkeit glänzenden Familie. Der Großvater ist ein greiser Talmudist, der Vater Kaufmann, der Oheim Begründer und Vorsteher eines jüdischen Er-; ziehungsinstituts^ Möchten solche wackre Jünglinge! sich mehren und aus breiten in Israel! \ *) Als wenn , es keine katholische Staaten gäbe, in! welchen die Juden gleichgestellt sind, z. B. Frankreich, - Sardinien! Die katholischen Peers wissen sehr wohl,! daß die Gewissensfreiheit nur da wahrhaft geschützt ist,; wo keine Ausnahme gemacht wird. Redact. \ Holland.; Amsterdam, 26. Juni. (Privatmickh.) Am 8jen d. M. feierte die hiesige Gemeinde ein.Fest, das seit 47 Jahren nicht stattfand, nämljch die Einsüymng.des Herrn Obercantors. .! i Die ganze Gemeinde war vor Freude erregt, den talentvollen, früher zu Gnesen fungirenden Cantyr, Herrn Jsaac Heymann, bei ihnen als Obereantor hören zu dürfen. Die Vorsteher luden die Kirchenräthe und alle die Commissionsräthe zu diesem großen.Feste.ein, um den Obereantor. nach Würden in sein Amt einsühren zu können. Herr Godefroi, Viceminister, jetzt Erwählter bei den hohen Staatsanliegenheiten, war zugegen. Er. gab verschiedene Mate durch Äußerungen seine Verwunderung über die Talente des Herrn-Ohercantors kund. . Der Präsident, Herr. Goldschmidt,.'hielt an den Obereantor eine feierliche, ihm glückwünschende Rede in der hiesigen: Cessionsstube. Herr Heymann dankte allen den Anwesenden mir vieler Rührung. Der Zug begab , sich nach dem Gotteshause, wo die Menschen sich auf eine ungewöhnliche Art drängten , her Feierlichkeit mit beizuwohnen. Der Obereantor sang ein von ihm componirteS hebräisches Einführungsgebet, gedichtet von dem berühmten hebräischen Dichter Herrn Delaville. Rauschender Beifallsruf gab die Freude der Gemeinde zu erkennen. Darauf folgte das Mincha-Gebet, so auch das Gebet für den König und das Schlußgebet Jigdal. Allgemeiner Jubel herrschte überall, Jeder freute sich der wohlgetroffenen Wahl. Anzeigen. Michaelis d. I.- legt Herr 3.-»Landsberg, welcher fast 6 Jahr als Prediger, Religionslehrer und Vorbeter segensreich und ehrenvoll im unserer Gemeinde, gewirkt hat, aus Gesundheitsrücksichten sein Amt nieder. Zur baldigen Wiederbesetzung dieser Stelle, welche neben obigen Eigenschaften die Autorisation durch einen bekannten Rabbiner zur Vollziehung von Trauungen bedingt, und mit einem jährlichen l^Aehalt von 350 Thtrn. und nicht lunbedeutenden Emolumenten verbunden ist, werden sFranco- Offerten nebst Zeugnissen oder. auch persönliche Vorstellungen bei Unterzeichnetem Vorstand baldigst entgegengenommen. Reisekosten werdennicht erstattet. Hirfchbergli/Schl.^den 2!3. Juli ^1856! Dor Vorstand der- Synagogen-Gemeinde, n-- M. Jz Sachs.

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