Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 20 (1856)
- Issue
- Heft 30 (21.7.1856)
- Date
- 1856-07-21
- Page
- Seite 405 (sequence 5)
- Language
- German
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Stadt,'/wo die-Mänckerr tvckkem und 'aßen undvdie Frauen nach 4 er Müfitz einiger -Armenier tanzten. n Danssw'ird reichlich gespendet zum Unterhalt des-Zimmers/ des -Prophetefi und! -zum Ankauf meuer lAüsschmückungen, v wie' des^Oels zw --beständig --brennenden Lampe.-/Mn/ergötzt-fich bis züm vAbend', /worauf-in--der Synagoge-^dasAbendgebet gehaltennwird:.n /; i < /Dev -Glättbean Wunder -findet hier auch/ftinr Eerchrung und eifrige Jünger. > Die-Pilger bringen ihre Kranken'mit und' setzen fiel allein hin ins Zimmer des! Propheten;' fie behaupten / daß, wenn die Kranken den Schreck, den ihnen dieser einsame Aufenthalt an solchem Ort einflößt,' überstehen, ihre Heilung mit Sicherheit zu erwarten ^ei.: Die Abergläubischen j sagech jedoch / diese Bedingungenerfüllen -sich-kunter noch schrecklichern Umständen. Um- Mitternacht.' soll' nämlich! der- Katafalk-sich bewegen, eine menschliche'Gestalt hervortreten! und' mitgeisterhafter Stimme dem-Kranken zuruftn: ,Mas machst Du hier? Was - willst-Mn? "? ü Wenn dann der Kranke i dreist' antwortet/ ist ev chp'gleich genesen; -zeigt er aber Fmcht, so ist'er verloren;--^—/"-v r.-v. v-vp;vv Der Verf. fugt/hinzüt er habe, trotz deß-Verbotes", der'VersuchüM nicht: widerstehen können, 'einmal, selbst die'Macht!im/Heiligthüm--zuzNbringen, üm das -Geheimtrist zu" entdecken!,/und fich -Abends , da Alles in Unordnung fort ging;/hinter'! den Teppichen versteckt, -und-sei itust diese Weise die Macht/ dagebliebön;! nicht-ganzfrei voni einiger Bangigkeit. : Er habe' indeß' nichtsl wahrgenommön j i und am iandern Morgen,: als man,' verwundert, ihn hier zststnden/'ihtt mit Fragen bestürmte, nur geanttvörtek-/'er dürfe nichts ' verra-them " Doch habe er dem Rabbiner! dir Wahrheit gesagt. Uebrigens sorgt während der Wallfahrt ein israelitischer Pedell für Alles, was zu diesem Tempekgehört- - Das' ganze Jahr hindurch hat eine'Christin-au'g Schlüssel. .Sie sorgt für Erhältungnvesl beständigen Lampenlichts,- und führt auch Fremde ein/ welche am! Grabe des Propheten Nahüm Be* m*ÄvOn/'"i'»*-l '■!wri .!=:;■;■ vr -iv;■ ü: •=■; v"-- -v 5 Einest-Besteisvon ' der ' getingen Bildung' der kurdischen Israeliten! finden-Mir auch in folgendem Zuge. Der Vers/-erzählt; wie er in Sindu in Kurdistan erkrankt und wieder' genesen l sei. Diel Israeliten/ bezeigten ihm, jedwede Menschenfreündliche Theilnahme und belehrten ihn' über den' Gebrauch -heilsamer Kräuter-; von Arznei wissen fie Nichts; auch vuicht einmal Fleischbrühe können fiebereiten/ Sie' leben in einem-durchaus"abgeschiedenen Städt^ ViMdOüNV zählen - etwa- 250; Familien unter einem Naßij dem'Mallem/(wohk das' arabische- MÄ'ä'Me dÄ'a sM Die Gemeinde gab ihm ein Gefiesungßfest'llnd errvies ihm alle möglichen Artigkeiten.? >-Nun fährt «er fort: Eines Tages besuchte mich ein Mann, um vor mir, als einem Wehrten - guH-.ZEa^em,^ ,steine Frau zu klagen, welche ihm nicht' die einem Manne schüldige Achtung und Liebe erweise^ - IG li^ ^viMjunge Frau rufen. Auf meine Fragen erwiderte fie mit einer so ausführlicheü untzi verworrenen Darstellung/dÄß/ich-W üichk verstand; nur so viel begrM iG düst das' eheliche- Verhältniß nicht in gehöriger Ordnung' sein müsse. - Ich-'mußte also ein förmliches/Verhör' Änstellen.' Warst Du- Jüng^ frau / oder Wittwe, /oder! Geschiedene /- als Dudiese Ehe eingingst? -— Keines von allen, antwortete' sie. —- Nun, was denn? ~ Ich war noch Ehesiatt — Ehefrau??— Ja, Hakham/(weiser Richter); aber ' Mein Mann ging zück Islam über, und sowar- LG berechtigt, einen andern zu heirathen. Jetzt fragte ich deck-Kläger,! - Mit wessen/ Crlaubniß er eine verheirathete Frau Habe ehelichen können, da v sowohl die rabbinischen Vorschriften! und das Gesetz selbst so etwas verbietet, 'üMein-Vater,-sprach? er-- hat "es erlaubt,und" er ist M a l l dmunsrer - Gemeinde.' '■—; - Ich ließ den Mallem tuftn^ und chatte! mit ihm * in'Gegenwart seiner College» eine Unterhaltung,-welche zwei Tage dauerte. Gegenüber allen meinen Bibelstellen überj den betreffenden Gegenstand und den' Anführungen aus dem ' Schulchan Aruch blieb man * hartnäckig bei der Behauptung,- man richte fich nach -der Landesfitte)'* Endlich machte ich meinem Gegnerbegreiflich, -daß 'Mindestens i eine nachträgliche Scheidung vom ersten Mann nothwendig sei-, um die' Ehe seines Sohnes rechtsgültig zu machen. "Der Mallem meinte zwar, der Mann hätte durch Abfall von seiner Religion die Frau aller ehelichen Pflichten: entbunden und das Band der Ehe gebrochen/ da ein" Israelit mit einem Nichtisraeliten nicht' verehelicht'-seindarf.' / Dadurch seien die Kidduschin annullirt/ indem sie gesetzlich nicht gelten. Ich bewiesihm hierauf; daß dies nur in Bezug auf Götzendiener/richtig sein - möchte , nicht aber auf Moslemen, die an-einien Gott glauben.' Endlich-gelang es' mir, alle Mallem und Rabbinen, die zugegen waren, - auf meine Seite zu bringen;- und mein Gegner, welcher nun allein ständ, willigte ein, den abtrünnigen Mann wo möglich-'zu bewegen,- daß 'er der. Frau' einen Scheidebrief gebe, was natürlich! nur durch Geldopfer'- zu erreichen; wat. l Die junge Frau,' jetzt ihrer Pflichten entbunden, verheirathete sich nunmehr aüf;meine' VeraÜlassung mit-ihrem Münne don Neuem/ Ich hielt der jün-