Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 20 (1856)
- Issue
- Heft 27 (30.6.1856)
- Date
- 1856-06-30
- Page
- Seite 366 (sequence 8)
- Language
- German
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bürg eine Keligionslehrer- oder Schächterstelle zu nehmen,', wo es! -ihnen: p assiren' kann,<.innerhalb: weniger Tage - j das I beste: FähigkeitS- und das absprechendste Unfähigkeitszeugniß zu bekommen? Es mag feindaß das Letztere der Grund: ist/.das Erstere kann es nicht sein-;! denn wenn Herr vr. Lüpschütz auch alle Trauungen iW ganzen Lande -und alle: Eidesbelehrungen, selbst an den entferntesten. Gerichten selbst vornimmt,. —- eine diensteifrige Aufopferung und! Selbstverleugnung,. die von den dafür zu zahlenden, wenn auch noch so bedeutenden, arme Brautleute und arme Kläger sehr drückenden -Diäten ga^ nicht ausgewogen werden kann, — so lassen doch diese.Geschäfts-, ich wollte sagen Berufsreisen dem Herrn Landesrabbiner noch manchen! schönen Tag frei,. den. er i weder, durch.Ausarbeiten und Memoriren einer Predigt, noch durch den Besuch der Synagoge, noch.durch Redaction eines -,Synagogenblattes" auszuWeu hat, da Vas,Gotteshaus der „Orthodoxen" welches er.früher ausschließlich,besuchteseit Weihnachten-vorigen Jahres geschloffen Und die Wiederöffnung. - desselben ohne Vereinbarung, mit dem Landesrabbiner: von: Seiten des Ministern bei 50 oder,100 Thlrn. Strafe, ich weiß es nicht genau, verboten . ist; da-jaus, dem Grunde vom Predigen schoyvon selbst nicht, die Rede sein kann- und da endlich! sein „Synagogenblatt" -mit der zwölften Nummer, glaube:; ich -: gestorben -e?. nein, denn . todt war eS vom Angebinn, begraben worden ist.:; vr; Sonderbare, anomalLZustände hier,! : Ein hyperorthpdvM; RabLinex. an/ dev Spitze, und der. orthodoxen Gemeinde, -ist -schon ein.-halbes. Jahr: das-Gotteshaus geschlossen: ,mid eS.! ist - gar nicht/!abzusehen> ob und wann es wieder geöffnet' wird.; wahrend die andere, die sogenannte Reform-, also die Hauptgemeinderuhig bei ihrem Gottesdienste, bei: ihrem! Ritus verbleibt. Wahrhaftig, höchst, sonderbare Zustände! In allen Gemeinden des . Landes ist Confirmation und Predigt, nur bei. uns nicht;, etwa weil. unser Religionslehrer nicht fähig ist, zu predigen und zu confirmiren? Ich glaube nicht , daß - das der Grund sein-,kann,,.da derselbe früher gepredigt und confirmirt hat. Auch ist derselbe vom: Landesrabbiner, trotz, wiederholten Angehens., noch gar-, nicht geprüft: worden.; v - Doch.genug! Es sollten Ihnen diese wenigen. Zeilen nur einen Blick in das finstere Labyrinth der hiesigen jüdisch religiösen oder richtiger kirchlicher: Verhältnisse .verschaffen.- Nächstens vielleicht-ein Mchreresl -!'! .■—4-—- - - ::r: - - Preußen. •/ Stettin, 12. Juni. (ErklL r u n g.) In Nrr 1U!Jhres .geschätzten Blattes^ ist S. 143. berichtet, die! jüdischen Vorstände von Belgard und Pelzin HW ten-- auf ihre Gesuche um Befürwortung ihrer Petition-betreffend den Wagener'schen Antrag, unter AB derem von dem Abgeordneten v. Arnim- Heinrichsdorf in seiner Antwort auch erfahren, daß der Oberrabbiner von Stettin an Wagener ein Dankschreiben für -seinen-Antrag gerichtet hätte. Wenw ichnur: auch kein ,/O b e r r a b b L ne r " bin/ so könnte-- dä Üüßer mir. hier Niemand mit vabbinischen Functionen beträutuG der-s ch m ach v o l l e Verdacht auf mich fallen- -e:ne<°solche Verrätherei' an der Sache meiner Glaubensgenossen und der Glaubensfreiheit überhÄüpt begangen 'zU -haben, oderso blind und i wahnbethört zu sein, die „Mormonen" als Ziel der Wagener-schen Ausfälle zu halten. -- Ich schrieb deshalb an den israelitischen Vorstand zu Belgard-! und ersuchte ihnmir "behufs meiner Ehrenrettung eine'widimirte Abschrift der Antwortdes Abgr v .- Arnim - Heinrich sdorf übermitteln zu wollen, > woraus ich folgendes - Schreiben erhielt: :- - . „Belgard, den 20. März 1056. Ehrwürdiger Herr! Ihr geehrtes Schreiben vom 27. d. M!> beantwortend, war das Schreiben des Abgeordneten Herrn v. Arnim-Hemrich-sdorf an ein ihm persönlich bekanntes Mitglied des hiesigen Vorstandes privatim gerichtet, - wenngleich solches als Antwort auf ein. von den Vorständen der hiesigenund Pelziner Synagogeu Gemeindean. ihn gerichtetes Schreiben, diendn sollte. Der Adressat, Herr Apölant, glaubt Nun - kein Recht zu haben, den von Ew. Hochw:- gewünschten-Gebrauch- - dbNi dem quest. Schreiben -zu machen.'. Der^ selbe -wird jedoch dieserhalb bei seiner nächstens Pättstndenden Reise - dorthin mit Ew. HochM darüber persönlich Rücksprache > nehmen und hoffentlich' JhrÄ Wunschr-igenKgsn.-'.-- Hochachtun-gsvakk -rei.- . - Vorstandder Synagogengemeinde^ BelgUM^ . . -) r - i -!! . , (Folgen die Anterschriftenl) - . DaS geschah, im März. - Seitdömsrnd die Schwab ben und die Störche gekommen, Peßach und Schebuoth vorübergezogen/ aber Herr Apolant ist nicht geköm-