Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 20 (1856)
- Issue
- Heft 27 (30.6.1856)
- Date
- 1856-06-30
- Page
- Seite 365 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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365 neu/sei...! .Sehr wahr; doch sind wohl jene großen Gedanken,-die wir aus der Blüthe unserer Literatur, .geschöpft, schon alle verarbeitet und praktisch angewandt? Was kann der Prediger Besseres thun, als von Zeit zu Zeit seine Zuhörer zu jenen ewigen Wahrheiten der Geschichte^ zurückführen? ,£ .i; Ich hebe es .nach meinem Gefühl als besonders rühmlich! Hervor, daß Herr Meisel ohne Prolog oder.Epilog vordem fremdes Publikum getretenist. Gewiß lag auch ihm der-Gedanke nahe, den seine Nachfolger hastig!.ergriffen^,mit -der Miene der Bescheidenheit dem würdigen Predigen den Wien verehrt, Herrn Mannheimer, ein Wort pernA-nerkennung chnd des Lobes, zu.sagen, ähnliche Morte gn-die!Vorsteher zu. richten, und das Ganze-mit.salbungsvMeni Segnungen de urbe et.orbe .abzuschließen.. Herr Meisel,.hat nichts .dieser Art gesprochen; er begann mit der S.ache selbst und .schloß ebenso. Ich. möchte.sagen; er sanp es ungeziemend, in dieser Stunde.- von etwas Anderem . als von den höchsten Dingen zu sprechen.! - / >.; s.;;?>Ker-, Vortrag war von einer gefälligen Weiche,. mild, biegsapr.. und modulirt. Ob die .Stimme, des .Redners auch , für, einen größeren Raum ausreichen möchte, was bezweifelt wird,/läßt sich nach diesem Einen Vortrage schwerlich entscheiden. . fyi3toj der Mimik wird mit Recht eine gewisse Schwerfälligkeit, ein.Mangel an Abwechslung, ja eine Art nordischer Steifheit getadelt. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Meiningen, 2. Juni. In Folge des neuen Judengesetzes hat das Ministerium alle Verwaltungsämjer. angewiesen,, sofort Einleitung zu treffen, daß die Einverleibung sämmtlicher mit Unterthanenrecht im Lande, wohnenden Juden in den Gemeindeverband ihres Heimathsortes mit möglichster Beschleunigung stattsinde; auch genau zu untersuchen, ob und wo Judengemeindevermögen vorhanden istwelches zu poetischen Zwecken bestimmt war, und. in diesem Falle dahin zu wirkendaß die Ueberweisung desselben an das . Gemeindevermögen des-Ortes erfolge. (Dr. I.) (Schoa in dem Gesetzentwurf des Ministeriums sprach der Minister von dem Politischen Moment der Juhengemeissden in Meiningen, in diesem Rescripte Wieder von Vermögen der Gemeinden zu politischen Zwecken... Wir möchten, wohl.wissen, was -jemals die jüdischen Gemeinden: mit Politik und politischen Zwecken .zu-Hun gehabt?. Niemals haben dw jüdischen Gemeinden andere Zwecke, verfolgt, als die der Religion und der -Wohlthürigkeit; selbst zur Erreichung politischer Rechte im Staate haben sie als Gemeinden höchstens durch Eingaben und Petitionen gewirkt, und als sie noch die.Civllgerichtsbarkeit besaßen, so wurde auch diese als ein-religiöses Moment allein von den Rabbinen und unentgeltlich verwaltet. Wir heben dies hervor, da selbst die Administrativbeamten des-Staates. stets die kuriosesten Ansichten, von denjüdischen Gemeinden.haben. Redact.) i . Schwerin sMecklenb.), 26.> Maj. (Privatmitth.) Sie und die. Leser. Ihres Blattes müssen wirklich glauben , daß. es .hier in-Mecklenburg, keine Juden, kein Judenthum, keine jüdische:-Angelegenheit von- Interesse, oderwenn dies/ doch Nichtsaus diesem Gebiete zu besprechen,, zu rügen, zu beklagen wäre. Seit langer Zeit kein Lebenszeichen von uns in Ihrem Blatte! Keine Mittheilung, keine Schilderung, keine Frage, kein Wunsch! Und dennoch giebt.es hier. Judenvielfach verleumdete, geschmähte, aber wackere,-für achtes, rechtes Judenthum begeisterte Juden; dennoch giebt es hier Judenthum, angefeindetes, verdächtigtes, aber gesundes, lebenskräftiges Judenchum. Es fehlt nur Lehre und Leitung, es fehlt Anregung und.Aufmunterung. Statt dessen geht von der Stelle,-von der heraus der Licht-, und Wärmestrahl der Lehren des Beispielsder Liebe erwärmend und begeisternd in alle . Herzen, belebend und erleuchtend in. alle Häupter; dringen sollte^ ein dichter, finsterer Nebel aus, der sich beengend, beängstigend, erdrückend schwer auf alle Gemächer legt, das religiöse Leben, stocken,;bie religiöse Begeisterung erkalten macht, und statt deS lichten Engels der Liebe die finsteren Gestalten der Erbitterung, des Haffes, des Abscheues in den Herzen erweckt. O, es ist traurig hier, sehr traurig! Ein geistliches Oberhaupt, aber keine Religionslehrer, ein 2^ aber keine.ö>atniö! Die Kinder haben keinen Religionsunterricht und — viele, sonst eine jüdische Küche führenden Familien werden gezwungen, nv'iu zu essen. Sie fragen mich, woran das liege? ob unser Landesrabbiner keine Zeit; Habe- Lehrer und Schächter zu prüfen/ oddr ob diese lieber nach Amerika, nach- Australien, nach Botany-Bäy oder sonst wohin auswandern,; als. hier, in Mecklen?