Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 20 (1856)
- Issue
- Heft 27 (30.6.1856)
- Date
- 1856-06-30
- Page
- Seite 363 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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863 gurrg. Da Maimuni eine genaue Aenntniß der-Theologen und Philosopheme seiner und der vorangegangenen Zeit voraussetzt, so suchte Munk in den Anmerkungen Alles zu Leben, was den modernen Leser auf diesen Standpunkt bringen-konntebesonders was die jüdischen vormaimunischen Theologen und die aristotelische, Philosophie in der Bearbeitung der Araber betrifft. Die VariaAen des arabischen Textes und die Differenzen der,.beiden hebräischen Versionen werden sorgfältig behandelt. Es sind einige bisher unedirte Anmerkungen .Ihn- Tibbon's hinzugesügt. . , ' Alles Dies konnte Munk nicht ohne thätige Beihülfe zu Stande bringen. In erster Linie standen ihm Albert Cohn, ein sehr tüchtiger Araber, namentlich bei den Cor? recturen, und Rabb. Trenel in Paris, , so. wie Clement- Mullet, welcher ihm bei Rectificaüon der Noten und Citate hülfreich war. Seine Dictate machte Munk einem plötzlich verstorbenen Isidor Stillmann, dann Joseph Mitowski. — Wir fügen keine Schilderung hinzu, was Munk in seinem Zustande : leisten, welche Geduld, er entwickeln, welche Schwierigkeiten er überwinden mußte! Dur das Eine sagen wir: wer das Schicksal Munk's nicht kennt, wird es -diesem Werke sicher nicht absehen! - - - Dock wir haben noch den Titel des Werkes genauer »anzuführen, er lautet: p-p-mdu ndrrdn dirrd« täVa vnrn; '*it '*1» p nur» lunn Tn» bäaVa rpbNn nn"br» Le Guide des JEgards, traitA de theologie et de Philosophie, par Moise ben Maimoun : dit Mairaonide, publie pour ia premiere fois•, danä l’originale arabe et accompagne d’une Iraduction fran^aise et de noles critiques, .lilt4raires et explicatives. Par S* Munk* Tome premi&re. Paris, chez A. Franck,. libraire, rue Richelieu, 67, 1856. r W r ener A r r t se. ... , .Bon H. Zirndorf. '■ II. . lSchtuß.). ' Nachdem l Herr Meisel die bekannten Tertesworte der -das- Rachegebet gegen Amalek, betrachtet,:- spricht er seine Bedenken aus, warum das Gotteswort/ sonst so mild, und versöhnlich,- in diesem Einen Falle gegen Amalek sich so unversöhnlich erweise. Daß Amalek:im Kriege Israel gegenüber > gestanden, könne nicht: der Anlaß, sein. Mehr j als Eines Feindes Macht habe. Israel -erprobt; doch nie habe es dem, Sieger gezürnt/, nie dem Besiegten geflucht. Im Staube , unter Thränen - beweine Israel seinen Fall; doch in feine Thräne. mische sich, keine Verwünschung gegen Die,-die es so tief gestürzt; uyd Roms stolzen Lorbeer tasteten.die Besiegten niemals an. Ja, die seltsame Verkettung der Dinge.auf Erden stelle den Krieg als eine; traurige Nothwmdigkeit hin und verlange, daß der Boden, den die Blüthe der Cultur, der Menschlichkeit: und Duldung -schmücken soll, zuvor mit dem edelstem Safte, dem Blute .-der Sterblichen getränkt werde, so ferne sei noch die goldene Zeit, die unsere: Seher vorausgeschaut, die Zeit des Weltenftiedens.. Warum aber, fährt-der Redner fort, kommt diese mildert Deutung des Krieges und seiner Uebel nicht Amalek zu Statten? . Sonst, ist ja das Gesetz. überall: bemüht, Gründender Schonung.zu finden; ja, ordentlichjscharfsinnig wird sein Ausspruch , um nur um jeden . Preis mit . Vergessen und Vergebung begangenes Unrecht zu bedecken. Einige auffallende Beispiele solcher Schonung enthält das rabbinifche Gesetz, Das Thier, in dessen Verein ein Mensch sich .auf unnatürliche - Weise vergang en, soll nicht minder den Tod erleiden als jener Elende. —- Weshalb, fragen die Weisen, ein Thier kann ja; nicht sündigen? —* Deshalb, war der Bescheid, damit nicht die Zunge der Lästerung beim Anblicke des Lebenden spreche: Sieh hier das Thier, das dm Tod eines Menschen veranlaßt hat! — Die Unglückliche, die vor den Priester trat, dm Kelch der Eifersucht zu leeren, mußte jenen verhängnißvollen Trank aus einem neuen Becher schlürfen, -damit nicht-ein Umstehender beim Anblicke des schon gebrauchten Gefäßes das Andenken einer Unglücklichen erneuere, deren Mund das vorige Mal dm. Todestrank gekostet. Und wie erklärt sich bei so vieler Milde , gerade-gegen Amalek ein so liebloses Gedenken? — Gar verschieden sind die Zwecke, um welche die Menschen zum, Schwerte greifen. Man kämpft um den Besitz eines Landes, um dm Glauben, um reiche Beute, um eine Beleidigung, zu rächen u. s. s. Alle > diese Gründe konnte Amalek nicht für sich anführen; Amalek kämpfte nur um des Kampfes willen, aus wilder Lust am Blutvergießen, und feig und schnöde wie die Wahl, war auch die. Art- und Weise des Kampfes. . - Eine solche-Feindseligkeit war allerdings einzig in ihrer Art und. werth/ vermerkt zu werden und ewigen Vergeltungskamps zu bereiten. Ja, indem Moses auf Befehl Gottes: diese That des Erbfeindesin ein Buch deS An-