Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 20 (1856)
- Issue
- Heft 27 (30.6.1856)
- Date
- 1856-06-30
- Page
- Seite 362 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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362 . Wir bemerken auf Anfragen, daß für Frankfurt am Main und 'Umgegend Abonnements von Herrn vr. 'Jost angenommen werden. Auf mehrfache Anfragen, wieso es kömmt, daß Buchhändler Herr Behrend in Krotoschin den vom Institute herausgegebenen Band der Geschichtevon Grätz zum Verkauf anbietet?, bemerken wir, daß das Institut kontraktlich hundert -Freiexemplare dem Herrn vr. Grätz abziehen lassen, worüber ihm die Disposition freisteht.- - Liter atur bericht Wir können heute zu unsrer eignen Freude dem Leser kein größeres Vergnügen bereiten, als ihm den nunmehr geschehenen Empfang des ersten Thei-ls von Munk's Ausgabe des. arabischen Originals von Maimüni's More Nebuchim anzuzeigen. Viele unsrer Leser werden sich aus unseren vor zwei Jahren gegebenen Pariser Skizzen erinnern, daß Munk, obgleich ihm hie göttliche Vorsehung das Augenlicht gänzlich genommen, mit seinem außerordentlichen Gedächtniß und mit einer wundersamen Ausdauer die von ihm früher getroffenen Vorbereitungen zur Herausgabe jenes arabischen Originals fortgesetzt, und daß wir bei unsrem Aufenthalte in Paris die Freude hatten, bereits 15 gedruckte Bogen in Händen zu haben. Der erste Theil, ein Werk von 464 Seiten in französischer und 128 Blättern, in arabischer Sprache größten Oktavs liegt nun vor uns. Wir find so glücklich, das Original eines der bedeutendsten Geistesdenkmäler des Judenthums wenigstens in seinem ersten Theile zu besitzen — und dieses durch den Eifer, den Fleiß und die Geisteskraft eines von der göttlichen Waltung so schwer betroffenen Juden! Wir bemerkten schon, damals, daß das Werk durch die Munificenz der Rothschild'schen Familie ins Leben trete, daß der Preis ein bedeutender sein, daß aber verdiente Gelehrte ein Exemplar zum Geschenk erhalten würden. Wir können daher hiermit nur unfern herzlichsten Dank aussprechen, daß uns in diesen Tagen ein solches mit der Aufschrift zukaM: „ä Mr. etc. offert par l’auteur, au nom de la famille de Rothschild. 8. Munk“ — und zwar die Unterschrift des hochverehrten Mannes von eigener Hand. Man weiß, daß Maimuni seinen More Nebuchim in arabischer Sprache geschrieben, daß aber nur die hebräische Uebersetzung von Samuel ibn- Tibbon allein und zwar fehlerhaft veröffentlicht Morden, daß diese Uebersetzung nur ein Abklatsch (Munk sagt Calque) des arabischen Originals ist/ daß 'nach dieser zwei mangelhafte lateinische Uebersetzungen, so wie vom ersten Theile eine deutsche von Fürstenthal, deren Munk nichts erwähnt,-und vom'dritten Theile von Scheyer gemacht worden. Allediese-'Arbeiten, selbst mit Einschluß, der hebräischen Commentare/ und nur mit Ausnahme Scheyer's, entbehren des ^wissenschaftlichen Charakters und. Werthes^- -'Ist 'es' nicht zu verwundern, daß, während so viele'Autoren von bedeutend ringerm Range als Maimuni, arabische'und hebräische, in den letzten Decennien veröffentlicht worden/ldex' More Nebuchim, der durch das arabische Original erst in'ganz sichern Besitz und zu genauerm Verständniß kommt, gänzlich vernachlässigt worden, trotzdem er auf Juden, Araber und Christen einen so großen Einfluß geübt, und für die Tendenz, Glauben und Philosophieen zu' vereinen, selbst für die Zukunft noch von großer Bedeutung ist? > ' Es ist daher dankbar anzuerkennen, daß Münk, einer der wenigen Männer/ die zu solchem Werke gänzlich befähigt, seit zwanzig Jahren schon an die- Edition; des arabischen Originals gedacht uNtz sie'vorgearbeitet hat/ wie er schon 1833 den Plan veröffentlichte:' den Text mit einer -französischen Uebersetzung Und ÄnmerküngeNj welche zum Verständniß des Textes und zur richtigen Veurtherlung des Autors durch genauere Kentttniß seiner Zeitepoche dienen sollen, herauszugeben. Er hatte in Paris unvollkommene Manuskripte vom zweiten und dritten Theil, dann eine Abschrift einer-Partie des - ersten Theilss er collationirte und vervollständigte diese durch sechs Manuscripte in Oxford, bis ihm endlich die Bibliothek zu Leyden zwei Manuscripte zu freiem Gebrauche übersandte. Diese Vorarbeiten setzten Munk endlich in den Stand/an die Ausführung des Werkes zu gehen/ und selbst als seine Erblindung eintrat, und er sich von der ersten-Riederg^ schlagenheit erholt hatte, fuhr er darin fort. - ' Der vorliegende Band enthält also den ersten 'Theil des „Führers der Irrenden"; zunächst den arabischen Text und zwar in hebräischen Buchstaben, erstens weil der Autor selbst in seinen, das Judenthum betreffenden arabischen Schriften diese' Schriftzüge anwandie und alle Manuscripte in denselben geschrieben find/weil nichts-schwieriger'Und unangenehmer als? em arabischer Text-mirhebräischM Citaten gespickt. Alsdann diefraNzöstsche -Uebersetzung / in welcher Munk die höchste Treüe,- ohne knechtische Buchstäblichkeit, erstrebte. Münk wollte, daß'män-sich durch seine, Uebersetzung Wort '.für Wort -Rechenschaft von dem arabischen Texte solle geben^ können, und - wo'- dies un-- möglich, gab er in der Nöte die' wertmäßige'Aeberttü-