Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 20 (1856)
- Issue
- Heft 27 (30.6.1856)
- Date
- 1856-06-30
- Page
- Seite 361 (sequence 3)
- Language
- German
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361 ,'M Zu. Zweierlei, veranlaßt daher die heiligen Scribenten das stürmische-Meer: das gewaltige Rauschen des Meeres, wie es-der Psalmist 93, 3. 4. schildert: ' / „Ströme erheben, Ewiger, Ströme erheben die Stimme, Es erheben Ströme ihr Brausen, Mehr als Tosen vieler Gewässer, Der: mächtigen Wogen /des. Meeres,.. , ■, ■ ■ r Ist herrlich der Ewige, in der Höh'!" - Alsdann, -dast mit diesem Toben des Meeres sehr häufig das Toben -der Völker und -Feinde verglichen wird, z. .B. Jesch. *7, 12. - --- ,i Aber so gewaltig auch das Meer: Einer ist, der es inallen --seinen- Erscheinungen beherrscht. „Ich bin ja der .Ewige-, der das.-Meer aufregt, daß wogen die Wellen." Jesch.. 51, 15. Zirm 31, 35. Und im Gegensatz: „Der schwichtigt das Toben der Meere, ihrer Wogen Toben, und .der Völker Getöse" - (Psalm 65, 8.). Gottes Macht: -„sammelt zu Kaufen des Meeres Gewässer , leget- -die. - Fluthen in - Vorrathskammern", (Psalm 34^ 7.)-, aber-sie „,ruftn auch den Fluthen , des Meeres und gießt-sie-üher die Fläche der Erde? (Arnos 5, 8.), und -dennoch vermag - sie. auch die. Tiefen /des Meeres sichtbarzu machen (2 Schem. 22, 16.) und. die Meere auszutrocknen" (Jesch. 50, 2.). - Was Wunder, daß Chabbakuk ausruft: „Du fährst durch das- Meer mit Deinen Rossen, - durch die -Brandung großer Gewässer herbei zur Hülfe Deinem Volke" (3, 15.). Was aber dem alten Beobachter am meisten wundersam auffiel, war, wie diesem furchtbar tobenden Meere eine feste Schranke gesetzt, eine feste-Grenze bestimmt ist. So .spricht Jirm. -(5,. 22.): - „Mich wolltet Ihr nicht fürchten^ spricht der Ewige, vor mir nicht zittern? Der ich den Sand .dem Meer zur Grenze setzte, zur ew'gen Schranke/die es nimmer überschreitet; da . stürmen, seine Wellen , aber vermögen: nichts, toben, aber-überschreiten sie nicht." - Und noch poetischer Jjob 38,-8. ff.: - ( - ,Mer:-schloß das Meer-mit .Thorett-ein, - - --? ,r .■; . Alswieaus Mutterschooß es brach -hervor? . Mls ich'.Gewölk - zu seinem. Kleide machte, Und.W.etterwylke-Hm zur Windel, : -vj; Da -ich .durum die Grenze einschmtt,- ...n -> Da-Riegel ich.und Thore,fetzte,- :.v Du ich--sprach:, bis hieher' komme und nichtweiter, f - Hier , hlMi eß steh'n in Deiner Wogen Wnthl" / - - ' Sehr rtiesfinnig ruft daher Jjob- (7,- 12.)' aus: „Bin ichein Meer,: -daß Du eine- Wacht!setztest über, mich.?// Hiezu/bemerkew - wir noch,. daß es die Ansicht der heiligen Schrift-ist, daß-anfänglich das Wasser über der Erde stand,-sich-dann zurückzog, und so das Festland überdie „Sammlung der Gewässer" hervorragt. Die einfache Aussage hierüber (1 Mos. 1, 9. 10.) wird dichterisch -durchgearbeitet in Psalm 104, 5—8. Fälschlich legten daher neuere Commentatoren die Stellen Psalm 24,.2.; 136, 6. in anderem-Sinne aus, als. ob der feste Erdball auf-unterirdischen. Gewässerngegründet sei,- worüber s. unser Bibelwerk an den. betreffenden Stellen. Sehr richtig fanden wir daher schon in oben angeführten Stellen den Boden des Meeres beschrieben, daß auf ihm Berge und Ebenen ebenso vorhanden, wie auf der Oberstäche des Festlandes Aber indem ich mich so der Beschauung dieser wundersamen Meereswölbung überließ, und den mannigfaltigen Gedanken und Betrachtungen, die dabei in mir aufwachten,-mich hingab: da traten plötzlich die Worte des Propheten Jirmejahu auf den . Trümmern von Jerusalem in meine Seele:. „Groß wie das Meer -ist Deine Wunde; wer kany Dich heilen?", (Klgl.. 2, 13;) Vor mir stand das Bild-! des erhabenen Mannes/- der an Größe hes-Charakters in Israelnur an Moscheh und - Schemuel seines Gleichen - -findet. - Vor mir stand das Bild der! furchtbaren Scenerie, in welcher jene, Worte gesprochen wurden-:-.. und war, dieses- Schrecken erregende Gleichniß ,irgendwie übertrieben? ... ist. sie jemals, auch nur teilweise geheilt worden,- verharscht, vernarbt? .. . war es nicht' auch ein Theil dieser nimmer heilenden Wunde, welche, um nur etwas des fließenden Blutes zu stillen, des Schmerzes zu besänftigen, mich bis in diese Gegend an des Meeres einsamen Strand geführt?... - > / Es war genug dies zum -Abschiede von-dem Meere. .Vom Institut zur Förderung der israelitischen Literatur. . . ,.i Wir... machen.' unsere -geehrten Ab-onnentem und Theilnehmer darauf aufm e r k sa-m , daß mit-,dem 1.' August e.--per ALonnementLtermän für;das:-zweite- Jahr s 1.' Mai '1856^1857) abläuft und. daß b i s d a hin a ll e /Ab.ockn e nt eck li sten in-deck Händen desvr. Phil i-ppso n„ -die Abo n nements b et-r äge!in. v.en- Hän h e n.w es /Stassirers- Herxn-Ernst Friedeberg in. Magdeburg sein mü ssen.'. Es werd en in.d i esem.I ahne AuL* nahmeniHHjch-stdms /sstr/ übersyeische oder -sehr entfernte Länder gemacht; ' >; '-h-'"' 27* t