Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-06-16 · Heft 25 (16.6.1856) · p. Seite 336

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 25 (16.6.1856)
Date
1856-06-16
Page
Seite 336 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3224737-3225985-3226011--15409-3244201
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

336 /An Fortsetzungen erhielten wir das zweite Heft des von Herrn Beckendorf ins Hebräische übersetzten Korünzl ferner das zweite Heft des N2», der in Lemberg von Herrn Joseph Cohn herausgegebenen hebräischen Sammelschrift, welches abermals recht schöne exegetische, kritische, homiletische, linguistische und belletristische Beiträge enthält. — Es erscheint jetzt in Italien eine Uebersetzung der von Bechai, durch Benjamin Consolo. Das erste Heft enthält ein Widmungsschreiben an Sir William Gladstone in London, eine Vorrede des italienischen Ueberfetzers und die Uebersetzung der Einleitung. — Vor Kurzem gelangte auch der Volkskalender und das Jahrbuch für das Jahr 5616 von.K. Klein zu uns. Die Beiträge zu dem Jahrbuche find mannichfaltig abwechselnd, und zur Unterhaltung wie Belehrung geeignet. In dem Neujahrsgruß von Stein finden wir wieder die diesem Schriftsteller eigenen Härten in der Apostrophirung, wie „alter Knab'" u. s. w. Einige schöne Lieder von Kämpf, Honeamp, Stern, Friedberg und Anderen find willkommen. Tendlau's Bearbeitung der Sage von der Königin von Saba leidet wieder an Breite und Verbesserung. Die Briefe aus Württemberg von L. Sesser find anziehend .geschrieben. Die biographischen. Skizzen Salomon Munk's von Jost und Heidenheim's von T endlau sprechen ungemein an. Dr. Lewysohn in Worms giebt eine sehr nutzbare Bücherschau, einen concinn gefaßten, aber inhaltsreichen Rückblick und andere schätzbare Aufsätze'. Die Novelle vom seligen Dr. Frankholm umfaßt eine interessante Situation, die in schöner Sprache dargestellt wird. — Wir schließen daran den illustrirten Israelitischen Volkskalender für 5617 von Wolf Pascheles in Prag, der wohl den Reigen der diesjährigen Kalender beginnt. Außer den vielen nützlichen Beigaben. zum Kalender bringt er viele nützliche und huutoristische, Aufsätze, welche den Leser erfreuen, so wie einige Holzschnitte und Portraits.— Zu den vielen metrischen Bearbeitungen talmüdischer Sagen und' Sprüche,'welche die letzten Jahre gebracht haben, gesellte fich jüngst abermals ein Heft: Talmudische KlängeGedicht von Ludwig Schulmann, Hildesheim 1856.: Es find allerdings nicht lauter unbekanntere oder noch nicht bearbeitete Gegenstände; auch können wir nicht die Breite und Ausdehnung loben, in welcher die epigrammatischen Sprüche und Midraschim hier wie iü den meisten neuern Bearbeitungen^ selbst'denenwöN Sachs, ausgereckt werden — hingegen bemerken wir gern, daß Schulmann einekräftige. Sprache, eine angemessene höhere Redeweise und dabei doch eine leichte Verfification auszeichnen, so daß diese Gedichte eine willkommene Gabe für Lehrer und Schüler find.— Auch ein neues „Gebet- und Andachtsbüchlein" und zwar für „die Jacobson'sche Waisenanstalt zu Seesen,, auch zum Gebrauch für andere israelitische Schulanstalten bearbeitet und herausgegeben von I. Stern, Waisenhaus- Jnspector, Braunschweig 1856", ist erschienen und ist zu diesem Zwecke ganz vorzüglich gelungen. Gebete für die Wochentage und sämmtlichen Festtage des Jahres in der einfachsten, klarsten und eindringlichsten Sprache, dann ein vollständiger Gottesdienst, theils hebräisch, theils deutsch, sehr angemesien für die Jugend bis-zum 13ten Jahre geordnet, endlich Gelegenheitsgebete bilden den Inhalt des bei der den kindlichen Herzen und Geistern durchaus angemessenen Abfassung der Gebete dringend zu empfehlenden Büchleins. — Fügen wir dem für heute einen kurzen Blick auf einige neueste Predigten hinzu: „8ermon prononee au Temple Israelite de Saint-Esprit, le premier Jour de Päque (20 Avril 1856) par M. 8. Marx, Grand-Rabbin, Bayonne.“ Ausgehend von der glücklichen Emancipation der orientalischen Juden, spricht der verehrte Redner in inniger und glänzender Sprache über die Pflicht, wenn das religiöse Leben ganz in das bürgerliche aufzugehen droht, im Hause das religiöse Leben zu bewahren und zu pflegen. — Predigt zur Friedensfeier von Dr. Geiger, Breslau, 1856, über die Bürgschaften eines wahren und dauerhaften Friedens.— lFortsetzung folgt.) Magdeburg, 11. Juni. ' Vom Institut zur Förderung der israelitischen Literatur. Neuerdings haben wir als Agenten anzuzeigen: Herrn F. Loewenstein in Jassy, - Ph. Rüben, Lehrer in Gütersloh, - B. Hause, Lehrer in Neukirchen bei Ziegenheim.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.