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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-06-16 · Heft 25 (16.6.1856) · p. Seite 333

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 25 (16.6.1856)
Date
1856-06-16
Page
Seite 333 (sequence 3)
Language
German
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;: Die eigentlichen: Sitzungen begannen am 15. Mai, und waren. gegenwärtig: U lm a nn, Großrabbiner des Central-Consistoriums, Ar o n, Großrabbiner von Straßburg, Marr, Großrabbiner von Bordeaux, Isidor, Großrabbiner von Paris, Lib ermann, Großrabbiner von Nancy, Klein, Großrabbiner von Colmar, Marr, Großrabbiner von Bayonne, Cahen, Großrabbiner von Marseille, Weil, Großrabbiner von Algier. Es fehlte demnach nur der Großrabbiner von Metz, der sich mit Alter und Gesundheitszustand entschuldigte. Zum Secretair wurde der Rabbiner Trenel ernannt; außerdem war Munk, Secretair des Central - Konsistoriums, gegenwärtig. Der Vorsitzende bezeichnet in einer Ansprache den Charakter der Versammlung nicht als einer Synode, sondern als einer einfachen Conferenz, in welcher die Großrabbinen Frankreichs sich gegenseitig über die gemeinsamen Bedürfnisse ihrer Sprengel aufklären und ihre Gedanken über die zur Förderung der religiösen und sittlichen Fortschritte ihrer Glaubensgenossen geeignetsten Mittel austauschen könnten. Die Conferenz entscheidet,'daß die Annahme der zu nehmenden Maßregeln nach einfacher Majorität geschehen solle, aber daß die Frage über die Rechtzeitigkeit in der Anwendung stets bewahrt bleiben solle. . 1. Frage: über die Auswahl in den Piutim. Die Conferenz erklärt, daß die Piutim revidirt werden können, daß diese Revision im Interesse des Cultus wünschenswerth geworden, daß der Großrabbiner des Central-Confistoriums beauftragt werde, die Veränderungen zu bezeichnen, welche statthaben könnten und daß die einzuführenden Veränderungen in den verschiedenen Gemeinden dieser Arbeit gemäß auf die Forderungen des Gemeinderabbinen und durch Entscheidung des Großrabbinen des Bezirks geschehen solle. II. Sitzung (16. Mai). 2. Frage: Ist es angemessen, den Gebrauch einzuführen, einen. The.il der Terte der Thora und Haftaroth jeden Sabbath und Festtag nach der Vorlesung der Sidra zu übersetzen und zu paraphrasiren? Der Vorsitzende bemerkt, daß hiermit nicht das Institut des •jTWnna, fote dem. die Einführung einer häufigen und regelmäßigen Predigt beabsichtigt werde. Es sollte hiermit - eine Rede oder kurze Unterweisung in der Form einer Paraphrase oder Homilie bezweckt werden. Die Conferenz tritt dem bei. 3. Frage: Den Gesang und die Melodie dermaßen zu regeln, daß die Dauer des Gottesdienstes abgekürzt werde. Die Conferenz bestimmt: 1) eine Commission zu schaffen, beauftragt, den SynagogalgesayA. zu regeln und eine Partitur componiren zu lassen, welche in die Synagogen Frankreichs eingeführt werde; 2) Bildung von Commissionen, beauftragt, den Gottesdienst zu regeln und dem Vorsänger ein Programm vorzuschreiben; 3) Bewahr rung der überlieferten Melodien des deutschen und portu-igiesischen Ritus; 4) Verbot, für die Vorsänger, neue Gesänge einzuführen ohne Genehmigung der Commission; 5) Annahme eines einfachen und natürlichen Recitatifs; 6) Certificat, bestätigend "die dem Vorsänger nöthigen religiösen Kenntnisse. ' - III. Sitzung (18. Mai). ' 4. Frage: Welches sind im Allgemeinen die Mittel, um die Feier des Gottesdienstes würdig, erbaulich und unterrichtend zu machen? Die Conferenz nimmt folgende an: 1) Verpflichtung für den Lehrer, den Kindern den religiösen Gesang zu lehren; 2) Absagung der Gebete in Responzen; 3) Abschaffung des Mizwothverkaufs. IV. Sitzung (19. Mai). Fortsetzung des Obigen. Die Conferenz empfiehlt, die, "pm) "«73 und im portugiesischen Ritus die N33AN zu beschränken; sie nimmt die Einführung des Gebrauches-an, daß die Eltern die Hände auf den Köpf der Kinder legen, während im Mussäf der Priestersegen recitirt wird; Veränderungen des Gebetes dwniY 3fc<; 5. Frage: Einführung einer und derselben Form bei Trauung, Beerdigung u. s. w. Der Großrabbiner des Central- Consistoriums 'wird ersucht, Reglements dafür auszuarbeiten.; V. Sitzung (21. Mai). 6. Frage: Der erste Kirchgang der Wöchnerin: Die Conferenz nimmt an: es soll eine Art Segnung für die Kinder beiderlei Geschlechts eingeführt werden, die jedoch für die Knaben nur nach der Veschneidung stattfinden könne. Die Orgel. Diese Frage ist auf die Tagesordnung gesetzt, auf die Forderung von mehreren Conferenz- Mitgliedern. Die Conferenz, obgleich sie die Tendenz beklagt, die religiösen Ceremonien mit einem Pomp, zu umgeben, der sehr wenig vereinbar ist mit dem Charakter der Einfachheit, welche den israelitischen Cultus auszeichnet, entscheidet vom theoretischen Gesichtspunkte aus: es ist erlaubt, die Orgel in die Tempel einzuführenünd'sie an dew Sabbath und Festtagen durch'N'n'tzn Nicht- Israeliten spielen zu lassem" Die Einführung der Orgel in die Synagogen'PPnür mit der Mstätigüng des

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