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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-05-05 · Heft 19 (5.5.1856) · p. Seite 254

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 19 (5.5.1856)
Date
1856-05-05
Page
Seite 254 (sequence 4)
Language
German
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254 saßt Hu halten haben; denn wir waren sonst gewohnt, den- „Charakter der Menschheit" an einem ganz andern Ortezu suchen, - und in der That lassen die xaragoxa nicht auf sich warten.'—i- ,-Die Selbstständigkeit der Gestalt", heißt es dort-(S: 69.), „und somir die Menschlichkeit -der Form' erreichtübrigens ihren höchsten Grad im Fuß und deshalb erachten wir ihn für die vollendetste menschliche TheilgeMt, welche es giebt. Wir schicken uns an, den Beweis auch dafür zu führen." Es' würde uns zu weit ' führen,' dem Verfasser in seiner ziemlich weitschweifigen, mit einem großen Aufwands von Gelehrsamkeit, und in die Detailirung seines Fußideals zu folgen, es wird genügen, den Leser dieses Blattes mir dem Resultate, und auch das nur theilweise,,bekannt zu machen. —;-Der Fuß", sagt der Verfasser (S. 88.),;,ist gewissermaßen der Repräsentant des ganzen menschlichen K.örpers, er ist sein Hauptmerkmal, sein Kennzeichen. So rechtfertigt sich die Sorgfalt, mit welcher.wir ihn behandeln, durch das Gefühl, daß wir in ihm unser Ganzes decoriren; daß wir, indem wir auf den m en schli ch - sten Körpertheil mit Vorliebe achten, auch den ganzen Men scheu nicht aus dem Auge, verlieren werdend Es ist das unklare Bewußtsein, daß wir nur der Menschlichkeit überhaupt die Ehre geben, wenn wir dem Fuß eine höhere Pflege zuwenden; nach dem Fuße eines Menschen zuerst sehen und aus ihm aus.den Herrn zurückschließen." — Dagegen läßt sich nichts einwenden. Es war zwar bisher-ein ziemlich allgemein verbreiteter Usus, einem Menschen recht ins Gesicht zu schauen, um zu wissen, weß Geistes Kind er sei; aber wir könüen auch einmal zur Abwechslung eine andere Methode anwenden, wir können den Menschen auf den Kopf stellen, um ihm an den Fußzehen die- Eigenschaften seiner Seele abzulesen. — Hören wir weiter. (S. 93.) „Wenn also hiernach der schöne Fuß wirklich der beste und sicherste Verräther eines schönen Körpers, wenigstens : einer ebenmäßigen, nach schönen Verhältnissen angelegten Gestalt ist, so kann er nach dem Gesetze, daß nur in einer schönen Form eine schöne Seele wohne, mit Recht auch für den Verräther der geistigen Persönlichkeit seines Inhabers angesprochen werden." Wenn hin und wieder gesagt wird, daß eine schöne Seele in einem schönen Leibe wohne, so haben wir, und wahrscheinlich mit uns noch viele Andere, ' diesen Satz so verstanden: Die Seele übt einen solchen Einfluss aus den Körper, und vornehmlich aus die Gesichtszüge des Menschen, daß eine edle Seele auch einem Gesichte von ^entschieden ^häßlichen Formen eine- Anmuth, -.eine Bebens? Würdigkeit verleiht, die schätzenswerther ist als die-höchste Schönheit der Form „ wohingegen eine verwahrloste- und verderbte.Seele auch das. regelmäßigste, nachden schönsten Verhältnissen angelegte Gesicht verunstaltet. So entschieden aber der Einfluß der Seele auf die Gesichtszüge des Menschen ist, eben so zweifelhaft dürfte die Einwirkung des Geistes auf die Länge und Breite des Fußes sein. Es sollte eine" schöne Seele'nur in einer „schönen Form" wohnen? eine solche.Annahme hätte die Erfahrung aller Zeiten, aller Jahrhunderte gegen sich. Wir führen zum Ueberflusse nur ' das Beispiel des Sokrates.-an, der nach dem Zeugnisse seiner Zeitgenossen und Schüler von unschöner, ja häßlicher Gestalt war, und doch ist ihm eine schöne: Seele, nicht leicht abzusprechen. — -; Nun geht der -Verfasser zur Musterung sämmtlicher Füße der verschiedenen Racen und Nationen über. .„Die schwarzen Nationen", sagt, er (S. 97.), „stehen austder tiefsten, Stufe.-.des menschlichen Körperbaues und nähern sich, wie in den Gestchtszügen, so auch im ganzen Körper am meisten den Affen. Zu dieser Annäherung trägt die Form der Arme:und Beine wesentlich bei. Elftere find relativ länger, die Beine also relativ kürzer, als beim Europäer;: die Hände länger, schmäler, die Finger schlanker, die Füße flach, schmal, mit weit - vortretenden Hacken und dünnen Zehen; lauter Eigenschaften., welche Assen ähnlich keit. enthalten." -7- Die Gegner des Sklavenhandels, mögen sich diese verdienstliche-Entdeckung ad notam nehmen, und die englische Negierung hat ganz unrecht-, der ehrsamen Gilde der Menschenfleisch- Verkäufer in der Ausübung ihres gemeinnützigen Gewerbes störend einzugreifen, da es sich doch am Ende nur um. Halb¬ oder Dreiviertel-Affen handelt.— Den schönsten, den nobelsten Fuß haben. natürlich die indogermanischen Völker, und. der Verfasser scheint über diese erfreuliche Erscheinung so angenehm.überrascht, daß er seinem aufgeregten Gemüthe in einigen, eben so erbaulichen .als salbungsvollen Worten Lust machen muß. „Es ist bemerkenswerth", sagt er (S.. 99.), „wie.diese dem Ideal am meisten sich nLhernde ,Fußform, frei.lich in. Harmonie mit dem ganzen Körper,. gerade. denjenigen Zweigen des Menschengeschlechts zusteht, - welche die Höchsten Stufen, der geistigen Entwickelung erstiegenhaben, und darum die Wahrheit des-Satzes bestätigen, daß Geist und. Körper in inniger Harmonie stehen, also auch in ihrer Schönheit zusammenfallen' müssen."-Jetzt kommt die Reihe an die: Semiten./ -,-Meit hinter der körperli-

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