Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 20 (1856)
- Issue
- Heft 9 (25.2.1856)
- Date
- 1856-02-25
- Page
- Seite 114 (sequence 4)
- Language
- German
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IM M Mstsaischen Glaubens darin gefunden wird. Neben vielen Petitionen -gleichen, Inhalts der Ihrigen, sindauch' verschiedene GchrMen, von: israelitischen Gemeinden, nament». ljch aus per. Prpvinz Preußen eingegangen, die den Wcrgener'schen Antrag mit Freuden begrüßen*), sie'erblicken darin nicht eine Beseitigung ihrer durch die Verfassunggewährleisteter Rechte, sondern eine Verwirklichung und Feststellungderselben**). Um diese! richtige Anschauung mit wenigen, Worten klarer zu: beleuchten, erlaube ich mir auf, dew AZflgeyer'schen Antrag etwas naher' einzugehr«. ,,D,Melhr ist< durch die dazu Niedergesetzte Commission dahin intexpxetixt worden^ daß, die Ausübung^der bürg erlichen Rechte.unabhängigbleibe non dem religiösen Bekenntnisse, die der-staatsbürgerlichen dagegen einer späteren Gesetzgebung überlassen bleibe***). Dies muß aber auch entschieden mit den Wünschen aller Preußen mosaischen Glaubens übereinstimmen / da sie faktisch feit dem Bestehen, dex Verfassungsurkunde niemals in den wirklichen Besitz staatsbürgerlicher Rechte gekommen sind; ich exjnnerenu? beim Erwerb eines Rittergutes an-die Ausübung..des Patronats, -der Verwaltung der Polizei, der Kreisstandschaft rc.f). - Die Regelung dieser Verhältnisse durch eiy Gesetzbezweckt -einzig und allein der Antrag des - Abg. Wagener, es liegt in demselben nichts," wenn ich. mich so ausdrückeudarf, judenfeindliches f f). Aus *) Welche sind die „verschiedenen Gemeinden?" Wir verlangen sie genannt zu haben! welcher ist der Tenor ihrer Fassung? Der Herr Abgeordn.V rüg gernann wird uns gehalten, so lange an sei n er richtigen Auffassung zu zweifeln, als uns diese Fassung nicht vorliegt! Red. . **) Im Wagener'schen Antrag die Verwirklichung und Feststellung unsrer durch die Verfassung gewährleisteten Rechte zu sehen, im Wagener'schen Antrag, der „die bürgerlichen und.staatsbürgerlichen Rechte" streichen will — das ist unsren sehenden Augen viel Blindheit zugetraut! . t i; : ., ... . Redact.. ’*'**)' Wann würde dies Gesetz kommen? Wie wüpde es beschaffen sein? Wissen denn die Leute nicht, daß schon ein Gesetz eristirt, das vom 23. Juli 1847, das in volle Geltung tritt, wenn der Passus in der Verfassung gestrichen wird?; Redact. ' f) Cs soll u n sr e n W ü nschen entsprechen, -ein neues Gesetz über unsre, staatsbürgerlichen Rechte von .den jetzt-- gen gesetzgehetsschen JnstalMN .emanirt zu sehen^ nachdem die Verfassung sie uns schon verbürgt hat und diese Bürgschaft gestrichen wird? Wenn sie schon durch Interpretationuns vorenthalten'werden, was würde erst ein neues Gesetz darüber verhängen? - Redact. ff)"Dieser einzige Ausspruch charakterisier dieses Schrei-! dieser angedeuteten Auffassung werde ich daher auch aus; voller' Ueberzeugung für den Commisstons - Antrag stim- - men. fürchte aber, daß - er sich nicht der Zustimmung des Hauses erfreuen wird*). Indem ich mich freuen würde, j wenn durch diese Zeilen Ihre Bedenken einigermaßen be- - stitigt werden, verbleibe ich ' ' Einem Wohllöblichrn Vorstande; - ganz ergebenster "■!;: 1 - Brüggemann; Abgeordneter für Näugärd- ' Regenwalde." Vom 1 8 ten. Weitere Meldungen über ihre Petitionen geben uns die Gemeinden zu Ti e g e n h 0 f, Sch Neidemühl und Miasiezkof Lu'blinitz) P afew al k, P eis kr eisch am Gl atz , Preuß. Stürgard, (der löbl. Vorstand der letzlern Gemeinde richtete ein herzliches Dankwort an 'uns für unsre Bemühungen, und wünscht dasselbe in dieser Ztg. abgedruckN Wir waren aber so glücklich, dik'Beifälligkeitserklärungen von so vielen ge- : ehrten Vorständen' zu erhalten, für das , was doch nur unsre nächste Pflicht war, daß wir Dem nicht Nachkommen können. Möge Gott einen glücklichen Erfolg , geben! mögest die israelitischen Gemeinden stets mit so' glänzender Energie und 'Einhelligkeit handeln!) ' Nicht minder petitionirten die Gemeinden zu Arms Walde sind die zu Tilsit. Letztere betraute die Abgg. Staatsanwalt Jrrgahn und Präsident Lauterbach mit der Ueberreichung, und erhielt die Versicherung von diesen Mitgliedern der rechten Seite des Hauses/ daß durchaus keine Aussicht vorhanden ist, jenen „Antrag durch die Mehrheit des Hauses angenommen zu sehen." — Das walte Gott! .. Der Vorsteher der Gemeinde zu Tilsit fügt hinzu.' „Von sehr vielen Christen, namentlich von streng com-, servativen und sehr regierungsfreundlichen Männern ist mir Bedauern ausgedrückt worden, daß man nicht sie zur Theilnahme an der Unterzeichnung der Petition ausgefordert; sie würden solche mit Vergnügen unterschriebe« Habens— Ueberhaupt gewähren unsere Zustände jetzt ein eigenthümliches Bild. — Es ist ’ Cin; altes und beruben. Man vergesse nicht, daß der' Abg. Wagener Redakteur dör „Kreuzzeitung" war,. ^zu einer Zeit, wo dieses Blatt einen wahren Kxepzzug,gegen uys predigte. Red. j - *) Das-waltk.Gottl Rux mjt tiefer.Indignation voird man dieses Schreiben lesen, welches, u nß pineu Gefasten zu fhun vorgiebt, indem es uns noch entschiedener nimmt, was der Wagesiestsche Antrag unbestimmt täßt! Aber die Absicht des Schreibers' 'ist zu klar!' R e d a c t. i;