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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-02-11 · Heft 7 (11.2.1856) · p. Seite 90

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 7 (11.2.1856)
Date
1856-02-11
Page
Seite 90 (sequence 8)
Language
German
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00 es ist der Mühe Werth, daßSie in die Mg. 'Zeitung-. deö Judenthums die Rede des: edlen Freiherrn v. Lerchenfeld in München -registtiren, die. derselbe in der jüngsten bayerischen Kammerverhandlung gehalten. Die- Gisenbahntarifs - Verhandlung gab, demselben. Veranlagung, zu erklären, -daß - Nürnbergwovor 1848. noch : kein Jude-wohnen durfte, -durch die seitherigeMnstedelung von.10 Juden dortstlbst, zum Haupt- Hypfen-Handelsplatz in Deutschland und Europa sich emporgeschwungen.. Und doch giebt eS-noch so viele Städte, die..keine. Juden dulden und in ihre Mitte aufnehmen wollen. . -- am .. W. Aus Württemberg, im Januar, (Privätnsstttz.) Der Württembergische Raths - Anzeiger hringt am Neujahrstäg einen Artikel an der Spitze seines Blattes/ worin er für den Adel playdirt. Der folgende Pässüs ist uns besönders aühefällen: Die wahre Stäätsweisheii besteht darin, alle Element? mit einander zu' versöhnen und keine Claffe der Staatsangehörigen gegen ch'ie andere zu bevorzugen oder zu benachtheiligen. — Das ist ein Wort zu seiner Zeit, und kem Vernünftiger' ivird ansteh'en,' d,ies? Staäisweisheit' Als' eine köstliche Lehre zu" unterschreiben. Abet M'BüffenVvHbes^öidenA^/fraM,."wäru^ derfttbig^ Raths- Anzeiger' wenn das' Juden - Capitet ubgehasidelt" Wird? nicht 'die gleiche ÄaaÜÄeiShelt''pMigt, ivMür^ er, Vicht auch alsdann auf gleiche Weist' geltend' macht: es dürfe 'keine Claffe der Staatsangehörigen gegen di? andere bevorzugt öder benachthMgt' werdest^ Sollst er jedoch sü? die Aukunft die Devise dieser Glnchberechtigüng ' ohne alle Verclausulirung auf seine Fahne'schreiben, "so'wögen wir ihm^jetztsHöndeschchen Äbbiste'gethay. chaben. - s i Aus Württemberg, im Januar.-. (Privatmitth.) Dieser Tage- / lasen< wir eine sehr -interessante, Biographie des berühmten; Gelehrten aus dem 15. Jahrhundert,. -Johann; Re u chsi mW < woraus i wir Einiges ausheben wollen. Reuchlin genoß den Unterricht im Hebräischen bei dem Hofarzt.Kaiser Friedrichs HI., dem gelehrten .Juden Jechiel LoanS und zwar mit solchem Erfolge, .daß Reuchlin nun ohne fremde Hülfe sich'* 'weiterhätte^ Helfen Mriüen Und bewirkte durch sein Bitten,., daß her Kaiser dem Reuchlin eine auf Pergament gtschnebm?, schön'" damals auf 300 Goldkronen, geschätzst, ,Bibel, schenkte. :. In Rom; genoß ..fr den hebräischen UustrMt deS gelehrten-i Juden Abdias Sphorno, so daß er bald seine Iwguse kebraieso ruöiments —- eine hebräische > Sprachlehre und -ein hebräisches Wörterbuch - ausärbeite-n konnte. 7-7 Seinhartnäckiger. Kampf; gegen den ' Apostaten Pfefferkorn -und Genossen ldie einen- Vernlchtrrngskrieg gegen das ganzehebräische Schriftenthum, hervorriefen, ist weltgeschichtliche Reuchlin zog sich durch denselben viele Feinde zu, hatte aber die-Genugthuung, am Ende, als Sieger auS! dem Kampfe hervörzugehen-und dem HebraiSmuS zu einer neuAüfbtühenden Existenz verholfen zu haben. Die Nachwelt ist dem edlen Mann dieses Ehrendenkmal schuldig.. . >V. Oldenburg, 19. Januar. -Als vor einiger Zeit die hiesige israelitische Gemeinde einen neuen verhältnißmäßig kostspieligen Synagogen-und Schulhaus^ bau unternahm, erbat sie sich irr Betracht, daß. ihre Angehörigen stets zu allen evangelischen, Schutlasten, soweit, sie von der Stadtkaffe getragen worden, mitherangezogen seien, und bis vor wenigen - Jahren - sogar zu den evangelischen Kirchenlüsten, soweit diese durch eine Consumtionsabgabe gedeckt worden, -haben mitsteuern müssen, eine entsprechende Beihülfe aus!der städtischen Kasse. Die städtische Vertretung - fanddas Gesuch in Recht und Billigkeit begründet undbewilligte, eine Beihülfe von 250 Rthlr? während «der Magistrat dem. < Beschlüsse - die Zustimmung verweigerte, weilkein besonderes Gesetz die Stadt - dazu - verpflichte und berechtige. Die Sache liegt gegenwärtig der Regierung zur Entscheidung vor.■; Die hiesige-i israelitische Gemeinde, welche etwa 100 Köpfe zählt,'--ist durch ihre Cultus-. und Schullastennn einerWeise gedrückt, wie es nicht leicht anderswo Vorkommen mag^ indem der-jährliche-Aufwand für jene Zweckö säst'700 Rthlr., mithin etwa 7 Rthlr: per Kopsbeträgt/ Die neue .Schulordnung wird indeß dieselben, wie nicht minder-die hier, wohnenden Katholiken, von der-bisherigen Mitheranziehung zu evangelischen Schnlzwecksn befreien, indem darin ausnahmslos das Princip sestgestellt-istdaß die Kosten des Volksschulwestns bei dessen confessioneller Scheidung auch lediglich-von der betreffendewEonfessivn getragen werden sollen. (Wes.-Z.) - - '■;U; Preußen. -vi': 5 - - i:-". Aus der Provinz-Posen/ im Januar. ^(Privatmitth.) In Wollstein hat das Reprästntanten-Colle-

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