Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 20 (1856)
- Issue
- Heft 7 (11.2.1856)
- Date
- 1856-02-11
- Page
- Seite 88 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3224737-3225985-3225993--15135-3243909- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
m thätigen Gemeindegenossen weitere Förderung: unsrer Bestrebungen , und; dadurch- Ermöglichung weiterer -Hülfsgewahrung zu finden. Mir erlauben uns. daher die Bitte, durch; Unterschrift auf diesen, Bogen dey:Beitritt. zu unserm Vereine, erklären zu avollen. Berlin im August 1855. - -> Der Vorstand - des Vereins -zur Unterstützung jüdischer Kehrer in PLeußen..; s w; : A. Horwitz. I. Leipziger.: L. Leffer. : I. Loewenherz.; - "M Magnus^ A. Meyer.. S. Piek." Uebsr den höchst -erfreulich enErfolg dieser Aufforderung in - dein Schlüß' dieses 'Berichtes in der folgenden NumMr MM ZeitUng. . (Schluss folgt.) CHa r l e st o n, Süd- Carolina, den 25. .Decbr. 1855. Machen Sie und Ihre Leser sich heute auf einen langen Bericht gefaßt; denn so viel des Wichtigen und Interessanten hat ,sich seit meinem letzten Schreiben unter der nordamerikanischen Judenheit zugeftagen, daß ich mit bloßen Andeutungen und kurzen Umrissen meiner Pflicht als Berichterstatter nicht genügen wurhe.- Zudem glaube ich,: daß das, was ich heute zu berichten habe, wohl ein Blatt in der Geschichte des. Judenthums auszufüllen Werth ist,: und schon deshalb eine ausführliche Darstellung erfordert. Dies muß ichjedoch sogleich von vorn herein bemerken: mein Bericht ist großentheils der Art, daß er, wie ich vor; einigen Wochen ap Kerrn vr. Einhorn in Baltimore schrieb, unsere Brüder dorten zu der Ueberzeugung bringen wird,- „daß nicht Alles wirklich so rosenfarben dahier ist, als es von Deutschland aus betrachtet aussteht.-" Ich will mit dem Wichtigsten,anfangen: der Conferenz in:Cleveland. Schon im Jahre L841, einige Monate nachdem religiöse Reformen in hiesiger Stadt eingeführt worden , traten mehrere Männer unter dep Leitung der Herren Leeser und Dr. L. Salomons zu-^Philadelphia zusammen- und verfaßten einen „Vereinigungsplan'" (Plan,cf Union), den sie den israelitischen Gemeinden 9!ord-Amerika's zu octryyircn gedachten. T;er eigentliche Zweck desselben war, nicht-allein der weiteren Verbreitung von Reformen Einhalt zu thun, sondern auch wo möglich das,, was schon geschehen. war, wieder, zuvernichten. Die in , diesem Plane vorgeschlagene „Kircheubehörde-" war mir einer solch uWmschränkron Gewalt bekleidetpaß, hat,- j ten^sich die Gemeinden zu Hessen. Annahwe vereinigt, -wir! .mit einer jüdischen Inquisition auf dem freien Boden Ame-! rikq's gesegnet worden wären. Dieser Behörde, llsNtral! lleligious llouneil genannt und aus drei Mitgliedern bestehend, und /„weder einer auswärtigen Behörde, noch der Controls einer Gemeinde, außer in Fällen ungehörigen Betragens; oder absichtlich falscher Entscheidungen, unter- , worsen" , wurde die Macht zuertheilt- „diejenigen -Uebertretungen (olkenees) zu bezeichnen, wodurch der. Missethater.die gewöhnlichen jüdischen Rechte und Privilegien einbüßen solle." Der Plan wurde glücklicherweise nicht.angenommen, und kam in Vergessenheit. — Einige Jahre nachher wurde von Herrn Leeser, vr. Wise und Anderen eine, Conferenz der Geistlichen, zur Verständigung für einen Minhag America, in den öffentlichen Blättern'beantragt und empfohlen. Ungeachtet mehrjähriger.Discnssion, fand der Plan keinen Anklang. Im April des Jahres 1853 trat Herr Leeser mit einem Anträge vor das jüdische,.Publikum, eine Versammlung der „Ministers; and Eiders“ (Geistlichen und Vorstande) der Gemeinden / zu veranstalten, deren Hauptzweck dahin gehen solle, die! „Errichtung einer Kircheubehörde" zu bewerkstelligen,- Da-; mals nun wurde der Antrag von vi . Wise selbst, der ini zwischen Mitredacteur am ^smonesn geworden, ins Lächer-; liche gezogen, die vorgeschlagene Conferenz eine „amüsante ' Geschichte" genannt, und die Meinung ausgesprochen, daß - vor zehn Jahren an eine Conferenz nicht gedacht werden könne. Jndeß, „leropora nuilantur et nos mutamur in Ulis." Im Juli 1854 begann Dr. Wise die Herausgabe der jüdischen Zeitung Israelile, Und schön?im darauf; folgenden Januar schlug er eine Conferenz, von Rabbi- / nern, Predigern und Laien-Abgeordneten, aller Parteien, . vor, deren Aufgabe es sein sollte, eine „richtige Verstän- : digung" zu schaffen. Von der Unmöglichkeit einer Vereinigung der Orthodoxen und Reformers überzeugt, hatte l ich schon im März 1854 Herrn Dr. Wise daraus aufmerksam gemacht, wie rathsam es wäre, daß die dem Fortschritte huldigenden Rabbiner und Prediger sich zu gemeinsamen- Rathschlägen und religiösen Einrichtungen - vereinigten; , und ich war daher nicht wenig erstaunt) als : ich fand, daß er nun eine Conferenz aller Parteien vorschlug und vertheidigte. Det. Plan trug die Todeskeime -schon bei seinem Entstehen in sich, und trug nur dazu j bei, wie die Folge.seitdem lehrte, die Parteien noch wcil ter auseinanderznreißen, und den Samen der Gehässigkeit und Zwietracht in den Reihen der eigenen Partei aUszustreucn. Anfangs erklärte man sich nicht ganz deutlich: