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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-02-11 · Heft 7 (11.2.1856) · p. Seite 87

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 7 (11.2.1856)
Date
1856-02-11
Page
Seite 87 (sequence 5)
Language
German
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men zu lassen, ohne dazu die' eigenen' Mittel des Vereins "angreifen zu muffen. -' '' ''« Einer unsrer hochgeachtetsten Mitbürger Hatte nämlich durch den Schreiber dieses Berichtes dem Vorstande dw Mittheilung zukommen lassen, er beabsichtige'im Verein mit einigen andern Männern einem bestimmt' bezeichnten, auch als Gelehrten rühmlich bekannten Lehrer^ der durch unglückliche unv nicht durch feine Schuld herbeigeführte Verhältnisse wie durch körperliche Leiden in eine drückende Lage gerathen war, eine besondere Unterstützungvon 80 Thlrn. jährlich auf eine Reihe von Jahren durch Vermittlung des Vereins zukommen zu'lassen, auf welches edelmüthige Anerbieten der Vorstand natürlich .mit >/ freudiger Bereitwilligkeit einging. -' So war es dem Vereine also schon im ersten Jahre seiner Wirksamkeit möglich geworden, mehreren würdigen durch Alter oder Krankheit hülfsbedürstig gewordenen Lehrern die ansehnliche und -für die Dauer bewilligte Unterstützung von jährlich 270 Thlrn zukommen lassen zu können. In dem nächsten Jahre (1854) blieb, da keine neue Meldung eingegangen war, die Zahl der Unterstützten dieselbe; aber in dem darauf folgenden Jahre (1855), dem dritten seit der begonnenen Wirksamkeit des Vereins, kamen vier neue Gesuche um Unterstützung an den Vorstand, welche alle von diesem bewilligt werden konntem Von den so neu hinzugekommenen unterstützten Lehrern waren drei auswärtige und nur ein hiesiger, so daß im Laufe des verflossenen Jahres aus den Mitteln des Vereins sieben würdige alte oder kranke Lehrer und zwar in einer verhältnißmäßig bedeutenden Weise Unterstützungen erhielten, da' diese nach dem Ansätze von jährlich resp.' 80, 60,' und im Minimum 50 Thlrn. festgesetzt worden waren. Die eine der gewährten Unterstützungen dauerte nur dreiviertel Jahr, da der unterstützte' Lehrer von seiner Krankheit wieder hergestellt worden war, und daher die amtliche Thätigkeit in seiner Gemeinde wieder antreten konnte; eine zweite Unterstützung hörte durch den Tod des betreffenden Lehrers auf; die übrigen Unterstützungen finden als fortlaufende natürlich weiter statt, und find in den letzten Tagen bereits wieder mehrere Unterstützungsgesuche eingegangen, welche in der bevorstehenden Votstandssitzung ihre Prüfung und Erledigung finden werden.'—' .! i So freudig und bereitwillig nun auch der Vorstand alle im Lauf des verflossenen Jahres eingegangenen Gesuche bewilligte, so konnte er sich doch nicht Verhehlen,' daß durch diese Bewilligungen die verfügbaren Mittel des Vereins' fast erschöpft Waden > und' er müßte befürchten, daß er sich 'bald in wie schmerzlicheNothwendsgkeit versetzt sehen würde/u sich etwa nun'noch meldende -Lehrer, die ' einer 'Ünterstützünff würdig und'bedürftig sein möchten, zurückweisen zu müssen. ^Die Gefahr hieftw lag um so näher, als die Anzahl der beitragenden'Mitglieder "im Laufe- - der Zeit,- wie bei allen auf fteiwillige Beiträge angewiesenen Instituten, sich stark vermindert hatte, so daß Mitte vorigen Jahresdie Anzahl der beitragenden Mitglieder nur etwa 120 und die Summa der' jährlichen Beiträge nur etwa 250..-THlr.-.,-b.esrug<-: * Der Vorstand unternahm es daher, abermals einen Aufruf zun^ Beitritt an den Verein zu erlassen; aber durch frühere Erfahrungen — (mögen sie von nun ab anderartige sein!) — leider belehrt, daß von auswärtigen Gemeinden, trotz der Bestimmung des Vereins zu Gunsten auswärtiger Lehrer, wenig zu erwarten ist, wendete sich der Vorstand abermals an die, wo es Wohlthun gilt, nie ermüdenden Mitglieder der hiesigen Gemeinde mit der nachfolgenden einfachem Aufförderüng': - r „Der Verein zur Unterstützung jüdischer Lehrer in Preußen hat es sich zur Aufgabe gestellt „jüdischen Lehrern, wenn sie durch Älter oder-Krankheit Nahrungslos und hülfsb'e- . dürftig gew orden, sowie deren WittweN und Waisen eine fortlaufende Unterstützung' zu gewähren." Wer die Stellung der Lehrer überhaupt und der jüdischen insbesondere nur einigermaßen kennt, der wird es wissen, daß der ihnen für ihre eben fo schwierige als bedeutungsvolle Aufgabe in der Regel gewahrte Lohn kaum genügend ist, sie und ihre Familie zu erhalten, niemals aber die Möglichkeit gewährt, für die Tage des Alters oder der Krankheit, oder gar für ihre Hinterbliebenen irgend wie zu sorgen; so daß die Aufgabe, die sich der Verein gestellt,'als eine eben so nothwendige wie Pflicht^ geb otene erachtet werden muß. ' ' ' •- Seid der nunmehr dreijährigen Wirksamkeit des Ver-' . eins hat dieser auch nach Maßgabe der noch geringen ihm jetzt zur Verfügung stehenden Mittel bereits segensreich gewirkt, und schon ist es ihm möglich geworden, fünf (jetzt sieben) würdigen Lehrergreisen Pensionen im GesaMmtbetrage von circa 400 Thlrn. (jetzt 500) jährlich; zu gewähren. Hiermit sind jedoch die verfügbaren Mit-; ted des Vereins fast erschöpft und wir 'würden uns in , die schmerzliche Nothwendigkeit versetzt sehen, die sich nunmehr meldenden Lehrer, die einer solchen Unterstützung eben so würdig als bedürftig sind, zurückweisen zu müssen, wenn wir nicht hoffen könnten^ unter unfern wohl-

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