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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-01-14 · Heft 3 (14.1.1856) · p. Seite 33

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 3 (14.1.1856)
Date
1856-01-14
Page
Seite 33 (sequence 5)
Language
German
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33 Lehrerinnen, welche gleichfalls die letzten fünf Jahre mit Genehmigung der Behörden sungirt haben; ' b) welche selbst wenigstens fünf Jahre vor dem Eingänge des Gesuchs einen jährlichen Beitrag von 2 Thlrn. gezahlt; o) aus deren Wohnort, sei eS von der Gemeinde, fei es von einem Verein Einzelner, ein Beitrag zum Verein geleistet wird. Dieser Beitrag muß bei einer Gemeinde, die nur einen Lehrer hat, jährlich die Höhe von 10 Thlrn., bei einer solchen, die 2 oder 3 Lehrer hat, die Höhe von 20 Thlrn. und bei einer solchen, die 4 Lehrer und mehr hat, die Höhe von 40 Thlrn. jährlich als Minimum erreichen, und wenigstens während der letzten fünf Jahre vor dem Eingänge des Gesuches gezahlt worden sein. lFortsetzung in den nächsten Nummern.) Jugenheim, im December 1855. Die Controverse bei den traditionellen. Anordnungen. Von Joseph Dreifus. Herr Raphael Kirchheim definirt in Nr. 50. der Allgemeinen Zeitung des Judenthums d. I. den Begriff „Tradition", und stellt da unter Anderm den Grundsatz fest, eine Tradition sei nur dann acht, wenn sie sich ohne Eontroverse im Leben des Volkes sortgeerbt habe. Als nicht ächt sinaitisch traditionell bezeichnet daher Herr Kirchheim: 1) iDp, weil bei demselben zwischen den Schamaiten und Hilleliten eine Controverse entstand, ob man solches Abends in liegender Stellung recitiren muffe, oder nicht. Ich frage aber Herrn Kirchheim, ob die Controverse über die höchst unbedeutende Art und Weise, wie das des Abends recitirt werden soll, als Controverse für das eigentliche w"p gelten kann? Die Träger dieser traditionellen Vorschrift recitirten jeden Abend ihr wjd, ohne auf irgend eine. Stellung dabei Rücksicht zu nehmen. Als daher die Schamaiten, an das Wort „‘yaam" sich lehnend, eine Norm in dieser Beziehung firiren wollten, widersprachen ihnen die Hilleliten, eben auf den Usus der Willkür in dieser Beziehung hinweisend: «ila ena bi li'-HD; und wurde auch der Vorschlag des m, als Neuerung, verworfen. Herr Kirchheim sucht auch 2) die Aechtheit her Tradition pon^ ^b^LN in Zweifel zu ziehen, weil es bei den späiernRabbinen noch nicht festgesetzt war, nach welcher Ordnung die Perikopen in die Kapsel gelegt, und ob der Kn ölen jeden Tag erneuert werden müsse.. Wie, glaubt Herr Kirchheim wirklichdaß die Träger der in Frage stehenden Tradition, sich darum kümmerten, nach welcher Ordnung die Perikopen in die Kapsel gelegt wurden? Es ist traditionell, daß die vier Abschnitte'in eine mit Darmsaiten genähte Kapsel (rrä) gelegt werden müssen, darüber besteht keine Controverse, nach welcher Ordnung aber fie hinein kommen, wie die rvvws in dem rrs arrangirs werden sollen, das-, war der Tradition gleichgültig, und überließ sie dies, .als . zu unbedeutend, der Willkür der ö""iaiö; es hat sich daher bis zu den Zeiten von ''"w^ und k>b> in dieser Beziehung, so wie darin, ob der Knoten jeden Tag aufgemacht werden müsse, kein Usus festgesetzt: Aber, fragt Herr Kirchheim, 3) Zur Zeit von Rabbi Nachmann war es noch.nicht festgesetzt, ob man bei dem Schlachten von Geflügel den Schlund oder die Gurgel abschneiden »müsse,: wie können da Talmudisten die Träger der Tradition sein? . Und ich antworte hierauf: Allerdings waren die Talmudisten. und das Volk die Träger von der Tradition, daß bei den Säugethieren Schlund und Gurgel, bei den Vögeln aber nur eines dieser Organe, gleichviel welches, abgeschnitten, werden müsse, weil der Zweck des Schlachtens mit dem Abschneiden des einen wie des andern hinlänglich erreicht wird. Wollte man nun zur Zeit von R. Nachmann einen bestimmen, so hat das durchaus nichts mit Aechtheit der Tradition von der eigentlichen .zu thun. Zum Schluffe noch folgende Bemerkung: Nach der Auffassung der Controverse des Herrn Kirchheim müßte man bei dem bekannten, npibn» von i'rjhfc'*'' den Schluß ziehen, daß die dort debattirenden Talmudisten nicht die Träger, sondern die Schöpfer der beim Zusammentreffen des Sabbath- und Festtages zu verrichtenden Ceremonien seien. Das wird aber der unbefangene Talmudkenner eben so. wenig annehmen, als die Behauptung, daß man erst zu den Zeiten des Talmuds anfing, am Versöhnungstag zu fasten, weil die Talmudisten erst festsetzten, daß man unter das Fasten zu verstehen habe.

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