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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-01-14 · Heft 3 (14.1.1856) · p. Seite 31

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 3 (14.1.1856)
Date
1856-01-14
Page
Seite 31 (sequence 3)
Language
German
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U entstehen, und die Frage wird immer schwieriger. Seht Hr aher ni'cht ein, daß von dieser Frage bis zu einer 1 andern: ob überhauptden Juden oder einer Kirche oder \ Secte — kein allzugroßer Schritt ist!? 1 Nein! di e se s Gebaren der „Reformer" steht ganz i aus einer Stufe mit dem Gebaren Derjenigen, welche < durchaus die Stabilität des alten, verworrenen und andachtslosen Cultus inmitten einer vollständig veränderten Gemeinde festhalten wollen! Es wird hüben und drüben gesündigt! Bemerkung. Wir sagten im Leitartikel Nr. 1. d. I., „daß die verflossenen Jahre Gezänk und Klatscherei erdrückt hätten." Wir hatten damit jene Zeit im Sinne, in welcher in der Presse und in den Gemeinden eine Streitsucht, eine Gehässigkeit Platz gewonnen, welche Verleumdung, Schimpferei und gemeinstes Gekla.tsch nicht scheute, um den Gegner zu vernichten, und dies in einem Maße, welches, wenn man die Gegenstände, um die es sich handelte, erwog, mit diesen in gar keinem Verhältniß stand, und daher um so mehr für die Außenstehenden lächerlich, für die Jnteressirten ekelhaft war. Der Ernst der letzten acht Jahre, die Gefahr, die auch dem Heiligthum Israels gedroht, die bedauernswerthe Erschlaffung, die darauf folgte, die feindlichen Kräfte, die alsdann gegen die Juden wieder die Herrschaft gewannen — dies Alles hatte jene Zänkereien „erdrückt" — denn die Zänker muffen ein theilnehmendes Publikum haben, sonst verstummen sie. Dagegen schlug der Ton gegenseitiger Achtung, des Anstandes, der Bildung an — natürlich Ausnahmen fehlen niemals — es ward Bedürsniß, daß auch die auseinandergehenden Richtungen sich mit Anerkennung behandelten. Es schließt dies durchaus nicht Schärfe der Kritik, einschneidendes Urtheil aus, sondern nur die aus kleinlichen Motiven, aus Neid, Haß, Hadersucht fließende Gemeinheit, Verleumdung, Beschimpfung, Denunciation. Wir führen z. B. aus den Journalen insonders das Lien d’Israel, den Educatore israel. an, die sich stets des würdigsten Tones bedienen. Es kann sein, daß es wieder anders wird, daß das wieder erwachte Leben auch wieder Schlamm und Gerölle ans Ufer wirft. Wir erklären im Voraus, daß wir uns nicht darum kümmern werden. Wir sind etwas weiter gekommen. Ein zwanzigjähriger mühsamer Kriegsdienst hat uns über journalistische^ HfmeinHeitey hinweggestelltz und vom jüdischen Publikum, hoffen wir, daß, wie es vor. Jahren ein schmachvostes.^reiben damit bestrafte, daß es sich Widerwillig davon abwandte, auch in Zukunft um so mehr diese wahre Geißel der Niedrigen schwingen werde. Noch ein Wort über mein kleines israelitisches - Gesangbuch. Wie ich voraussetzte (s. Nr. 1.), so fand es sich auch bei meiner Nachfrage bei der Verlagsbuchhandlung. Dasselbe ist nach vielen Orten gegangen, aber mit wenigen Ausnahmen immer nur in einzelnen Eremplaren. .. Man giebt also nicht dem Publikum, ja nicht einmal chen Sängern und Schülern das Büchlein in die Hand. Hiervor warnen wir. Nicht im eigenen Interesse, denn das. ist bei der kleinen Schrift wahrlich! nicht im Spiele. Sondern: ein Lied, gesungen im Chore, ohne daß die Hörer den Text vor sich haben, verfehlt, namentlich bei gottesdienstlichen Liedern, gänzlich den Zweck. Denn nur bei großen, bedeutenden Compositionen und.in vollendeter Weise vorgetragen, kann die Musik des Wortes entbehren, ja hat es nur als Ballast. Bei einem gewöhnlichen,, gottesdienstlichen Liede, von einem gewöhnlichen Chore gesungen , ist es ein barer Unsinn, den Leuten so Etwas, ohne den Tert ihnen zu geben, vorzusingeu. Wir fügen hinzu: hütet Euch, Ihr Prediger und Lehrer, auch das deutsche Lied in der Synagoge dadurch zu ruiniren, daß Ihr es zu einem bloßen Schaugepränge macht, zum Staate, aber nicht zum wirklichen Erb au mittel — dazu macht Ihr es aber, wenn die Gemeinde nicht den Tert vor sich hat. Ferner: eine Gemeinde aber, in der sich nur Wenige bereit fänden, einige Silbergroschen,fsir ein immer wieder gebrauchtes Gesangbuch auszugeben, da singt'lieber nich t, es ist nur ein Narrentheidsng, das sie bald. überdrüssig bekommt. ( . Berlin, im Januar. Der Verein zur Unterstützung jüdischer Lehrer in Preußen. Geehrter Herr Redakteur! Ihr weitverbreitetes, allen Regungen des jüdischen Lebens und Wirkens gewidmetes und diese vielseitig förderndes Blatt hat in. der letzten Zeit 3*

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