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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-01-01 · Heft 1 (1.1.1856) · p. Seite 7

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 1 (1.1.1856)
Date
1856-01-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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7 ihnen eine^krankhaft^ Empfindlichkeit: und bei uns eine nicht minder krankhafte Sentimentalität in Ansehung auf sie, wenigstens in dem' edleren und gebildeten Theile unseres Volkes erzeugte, hat die Lage derselben besonders unerquicklich und geeignet gemacht, den Esprit in sich auSzubilden. - - Sie besaßen auf der einen Seite« zu viel Verstand,- zuviel Fähigkeit, zu viel Genie, um nicht den Drang -nach Bildung, 'Auszeichnung und einer hervorragenden Lebensstellung in sich zu spüren, und erduldeten auf der andern Seite zu viel Druck und Hemmniß, um in genügender Weise? diesem Drange folgen zu könnend Ueberall in freier Entfaltung ihrer Kräfte und ihres Wesens gehindert / - gewann - ihr Geist nicht die ganze Unbefangenheit und Reinheit, die volle Gesundheit und Frische des Charakters,- es legte sich ein Zug der Bitterkeit, der Ironie, des Schmerzes hinein, ein Zug, der eben nur den deutschen Juden kommen konnte. Der Jude in Frankreich wurde Franzose,' der Jude in England blieb in strenger - Abgesondertheit', - aber in respectirter Stellung,- Mas er-war. ' Der Jude - in- Deutschland blieb nicht'Jude ünd wurde Huch 'nicht Deutscher, oft' selbst dann nicht/' wenn er ein-Christ ward^-—-" u- ■? ' - ‘;:ai-; So; weit ■ der . Verfa sser. Wir üb erlassen es -- unseren Lesern, das Richtige oder Einseitige hierin zu erkennen jedenfalls die Unparteilichkeit des denkenden Verfassers rühmend.- Er gehtdann zum s. gl „jungen Deutschland" über-Uals-einem« zweiten Stadium '-der /,Espritliterätur"> Wienbarg/-lMUndt, Stiegelitz Und seine Gattin/ Gutzkow bilden - die' Gegenstände der? -interessanten Darstellung. Es ist dies der ,/er sie Artikel"/ 'und" sind wir auf die Fortsetzung gespannt. ------ '' . ' '.Jever, im December. ~ Ein Wort über den Gohranch des.kleinen israelitischen Gesangbuchs. 7i ivon. vr, Philrppson/ : -v.'ü rii-ri -von Simon Hecht. 7.i.‘ :n Soll 'der Gesang kein'bloßes- Schreien, sondern der lebendige Ausdruck , des Gefühls in.'bestimmten .mufikali* scheu Tönen ' öder eine, erhöhte' Sprache der Empfindung in - abgemessenen Tönen« sein/ soiss - der' Melodieirgend einGrad - von Vegdistemng! zu geben, eine- «lyrische: Anrek gung l dös^Jnnern unerläßlich, wie dieseinnere Anregung bei^'der «Dichtkunst: nothwendig > iss ' Verbindetsich -letztere mit dvmMnsigerechtem Gesänge, cherart/- däß: der Eömpo^ nist den Dichter -versteht, so wirkt ist der Regel däS Einverständniß des Dichters mit d'em Componisten bei -religiösen'' Liedern 'zür Andacht/ Begeisterung und 'Erbauung. Ein solches -glückliches Zusammentreffen findet man in dem Philippsön-schen Gesangbuche-, doppeltglücklich, weilin dem schnellem Rhythmus die jüdische Melodie3 gewürdigt ist. Es ist darum leicht; erklärlich,' daß -das gedachte Gesangbüch so -fteudig - begrüßt wurde, und ist nicht zu läug- - nech-daß diess neue Gäbe eine danken sw erthe iss3 Durch dieses Merkchen iss bei gebildeten-Gemeinden einem'fühlbaren Bedürfnisse abgeholfen,'und es' wäre Pflichtder Rabbiner, die freilich - oft scheelsüchtig den Bestrebungen ihrer Tollegen -aus Ruhmesneid entgegenarbeiten/ die Verbreitung des'-in Rede stehenden Büchleins zu fördern. - Söll sich, nach Keiner Meinung, dieses geschätzte Büchlein'fein Bürgerrechtin den culturempfänglichen Gemeinden - noch Mehr' befestigen, so wäre es -vielleicht?gut, - wenn3 bei eiüer neuen 'Auflage, die hoffentlich nicht bange auf sich warten- -lassen wird, gedachtes Merkchen!mit S ch U lli öd er n vermehrt würde. - Es wird wohl nicht bestritten Werden können, daß der Grund zür- Umbildung/ resp.- Verbesserung' des gottesdienstlichen Gesanges zunächst in der Schule gelegt werden muß. Als die alten protestantischen -Chorälein anderer -Form in den --Kirchen- - -g'estiKM -Eden sollten, wütde den Lehrern ausgegeben/ diese-Melodien tri ihrer Schule einzuüben/ damit sie durch die Schüler-der Gemeinde bekannt werden. Aehnliches -'Verfahrensollte auch mit einzuführenden Gesängen in der Synagoge zu beobachten fein. Privatversammlungdn, ' Wie -deN^ Zweck zu Gesangesübungen haben, sind, - Was ' die' -Erfahrung sattsam - bewahrheitet / 'vöw kürzer3 -Dauer/« Und - deshälb Kuß' dtt Schuleden Mebergän'gspunkt'<uild -'das -Bitttze- Kittes zum würdigen1 ' Göttesdienssö' asssmachen.31 Rüchu dem den ' Kindern -die Sy'nag ögengesänge -sicher- '-ünd - pM cis eingeübt wurden, 'und-der Lehrir sich in'der Schule überzeugt hat/ daß -beregte Melodienohne Schwanken aufgeführt -werden können, werden diesebeim Gottesdienste' gesungen.3'- Die Gesänge werdenauf/ diese Meise der Gemeinde bekannt? und Gelegenheit gegeben/ Mit den Liedern bekannt zu'werden üttd^stch am^Gesange'-zu betheikigen. Um -den' in Rede ' sichenden -Zweck''zu'etteichen, ist nach meinem Bedünken3 aber nothwendig■ daß der ' Gesarigunterricht in den - jüdischen" Schulennicht aN « Nebensache betrachtet,'' sondern' als ein -obligatorischer Un^ terrichtsgegenstand in den Lehrplan -ausgenommen wirdÄ Wie der christliche Lehrer seinen Schülern oder Chorknaben die kirchlichen Lieder einzuüben hat, so sollte

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