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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-12-25 · Heft 52 (25.12.1854) · p. Seite 655

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 52 (25.12.1854)
Date
1854-12-25
Page
Seite 655 (sequence 5)
Language
German
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655 schen Zeugnissen ist nach meiner Erfahrung in der Regel gar kein Werth beizumessen*). Preußen. Münster, 12. December. (Privatmitth.) In Nr. 47 der Zeitung des Judenthums findet sich in dem Artikel „vom Niederrhein" die falsche Notiz, nach welcher gegenwärtig im hiesigen jüdischen Seminar nur 1 Zögling sein soll. Die Zahl der hier auszubildendenLehrerzöglinge beläuft sich in diesem Jahre auf 8, eine Zahl, die die der letztern Jahre sogar übersteigt. — Was die dort beregte Stellung der jüdischen Lehrer anlangt, so hat auch der Verein schon mehre Male bei den hohem Behörden die definitive Anstellung derselben nachgesucht, ist aber bisher immer, wie auch erst vor Kurzem, abschläglich beschieden worden. Nach unser« Dafürhalten könnte diese hochwichtige Angelegenheit dadurch gefördert werden, daß eine größere Anzahl hierländischer jüdischer Lehrer zunächst eine gemeinschaftliche Auseinandersetzung der Sachlage dem verehrten Herrn Redacteur dieser Zeitung zusendete mit der Bitte, im Namen der Lehrer wie zum Wohle der Gemeinden beim Unterrichts-Ministerium das betreffende Gesuch und bei den jetzt versammelten Kammern gleichzeitig eine Petition einzureichen, und zweifeln wir durchaus nicht daran, daß derselbe, welcher ja auch nach Außen hin so kräftig für die Interessen der Juden gewirkt, auch in dieser für das Judenthum in der Thal sehr wichtigen Angelegenheit, ohne deren endliche Regelung keine tiefgreifende wohlthätige Wirkung in der socialen Stellung und religiösen Bildung der Juden möglich, gern sein beredtes und warmes Wort leihen werde. Dr. D. Steinberg. Nachschrift des Redacteurs. Man ersieht aus dem Datum dieser Mittheilung, daß Herr vr. Steinberg unsere Aufforderung in Nr. 50 noch nicht in Händen hatte, als er jene schrieb. Wir konnten durch seine Zuschrift in unserem Vorhaben nur verstärkt werden. Es kommt aber jetzt Alles darauf an, ob sämmtliche jüdische Lehrer Preußens genug Antheil an der Bessergestaltung des jüdischen Schulwesens *) Wir persönlich haben schon seit vielen Jahren uns aller Ertheilung solcher Bettelempfehlung entzogen. Redact. und ihrer eigenen Verhältnisse nehmen, um uns mit ihrer Vollmacht zu versehen. Denn wenn irgend Erfolg zu erwarten, so kann dies nur durch die allgemeine Beregung geschehen. Magdeburg, 18. December. Der Unterzeichnete muß um Nachsicht bitten, wenn er im Augenblick den Artikel „Schulliteratur" in Nr. 49 und andere kritische Artikel nicht fortsetzen kann, da ein durch Erkältung entstandenes, aber schon im Weichen begriffenes Augenleiden bereits drei Wochen jede Lectüre versagt. Ebenso müssen wir unsere geehrten Correspondenten bitten, eine Verzögerung von Antwortschreiben zeitweise nicht zu verübeln. vr. Ludwig Philippson. Aus der Provinz Posen, 27. November. (Privatmitth.) In Posen sind in der vorigen Woche 12 neue Stadtverordnete — und unter diesen wieder 3 Juden — gewählt; worden. In dem aus 36 Mitgliedern bestehenden Stadt - Verordneten - Collegium werden also im folgenden Jahre wiederum nur 8 Bürger israelitischer Confession ihren Sitz haben. — Zu denen, welche im jüdischen Handlungs-Verein in Posen wissenschaftliche Vorträge halten, gehört seit neuerer Zeit auch der Prediger an der Brüder- Gemeinde, Rabbiner vr. Landsberger, von welchem — eine?iouv6gul6 in der erstgenannten Gesellschaft — die „jüdische Geschichte" zum Gegenstand der Belehrung resp. Unterhaltung gewählt worden. — Vor Kurzem ist in Posen von einer gebildeten jüdischen Wittwe, in Verbindung mit ihrer gebildeten jüdischen Tochter, eine neue „Töchterschule" ins Leben gerufen worden, — eine Privat-Anstalt, von welcher sehnlichst zu wünschen wäre, daß sie dem Nebel abzuhelfen vermöchte, das vielen Eltern daraus erwächst, daß ihre Töchter nun unter keiner Bedingung in die königliche Luisenschule ausgenommen werden. — Leider aber hat es die Erfahrung schon vielfach gelehrt, daß, wenn eine jüdische Schule auch noch so viel leistet, ihr christliche Schulen von mittelmäßiger Bedeutung doch noch immer vorgezogen werden. Leider giebt eS noch immer sehr viele Juden, die da gewissermaßen stolz darauf sind, sagen zu können: „mein Sohn (oder meine Tochter) hat die und die christliche Lehr-Anstalt so und so lange besucht." — Anderswo soll es in dieser Beziehung schon anders

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