Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 50 (11.12.1854)
- Date
- 1854-12-11
- Page
- Seite 636 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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636 italer Erfindung und angemessener 'Ausführung Zeugen. Z. B. selbst das belobte Monument des Generäls' Foy, welches denselben in leidenschaftlicher Stellung vorführt; wie es einem 'Le ich enstein nicht-gebührt, und in den Basreliefs diese in Reih' und Glied aüfmarschirten-Menschen, selbst auf dem, wo er als Redner erscheint,- stehen die Gesetzgeber in Reih' und Glied vor ihm: Das einzige Monument/ welches: in der That vollendet ist, erschien uns das Casimir PLrier'S, welches Ludwig Philipp errichten ließ: in einem Rondel von Gebüschen und einem eisernen Gitter auf hohem -Piedestal die Bildsäule Perier's, voll-Adel, Ruhe und Festigkeit, Alles in den edelsten Verhältnissen .. . ' - Aber - welche Aussicht über einen großen Theil der Stadt' von diesem"Kirchhof aus — von der Stätte des Todes in das Gewühl des Lebens hinab!... Offen b u ch, im December. Bericht über eine Rabbiner-Conferenz, abgehalten zu Wiesbaden am 8. und 9. November 1854. In Folge der im israelitischen Volkslehrer, Maiheft, geschehenen Anregung, haben sich zu collegialischer Annäherung und Besprechung am 8. November dieses Jahres Vormittags folgende Rabbiner in Wiesbaden'zufamrnengefunden, nämlich die Herren: vr. J. Äub, erster Rabbiner zu Mainz, Ben-Israel, Rabbiner zu Coblenz, vr. Lahn, zweiter Rabbiner zu Mainz, Dr. Formst e cher, Kreisrabbiner zu Offenbach, G oldmann, LandeSrabbiner von Birkenfeld zu Hoppstätten, vr. Levi, Ptovinzialrabbiner zu Gießen, vr. Le vy so n, Prediger zu WonnS, Präger aus Bruchsal, designirter Stadtrabbiner zu Mannheim, vr. Rothschild, Rabbiner zu Aachen, Leopold Stein, Rabbiner zu Frankfurt a. M., und Süßkind, Bezirksrabbiner zu Wiesbaden (also 11 Herren). ' - Mit Hinweisung auf die vorgerückte Jahreszeit, sowie auf amtliche Verhinderungen, haben folgende Rabbiner ihr Nichterscheinen entschuldigt, jedoch ihre lebhafte Theilnahme an dem Gedeihen der in Aussicht gestellten segensvollen Zusammenkünfte kundgegeben, nämlich die Herren: vr. L. Adler, Landesrabbiner zu Cassel, Dr. S. Adler; Kreisrabbiner zu Alzey, Fürst, Stadt- und Bezirksrabbiner zu Heidelberg, vr. Fürst, Rabbiner zu Endingen in der Schweiz', vr. Grünebaum, Bezirkßrabbiner zu Landau, Kahn, Oberrabbiner zu Trier-, Rofenfeld, Kläusprimätor zu Mannheim, vr. Sob ernheim,- Kreisrabbiner zu Bingen a. Rh., Treuenfels, Bezirksrabbincr zu Weilburg und Millstätter, Stadträbbiner zu CarlSruhe. - Herr Rabbiner Stein wird von der Versammlung; als derselbe, welcher die Zusammenkünfte angeregt habeersucht, den Vorsitz in der ersten Versammlung zu führen und wählt er sich unter allgemeiner Zustimmung Herrn vr. Rothschild zum Schriftführer. ' Der Vorsitzende schlägt vor, man' möge, zunächst der Zeitersparniß wegen, dann in Berücksichtigung des Umstandes, daß die Zusammenkünfte vorwaltend den einfachen Charakter collegialischer Annäherung behaupten sollen, von Abfassung eig entlicher Statuten absehen, und nUr einige Normen aufstellen, welche als Leitfaden bei' den Verhandlungen : nöthig erscheinen. Dieser Ansicht wird allgemein beigestimmt. Der Vorsitzende schlägt hierauf eine Anzahl solcher leite n v en Bestimmungen vor, welche nach reiflich gepflogener Discussion in folgender Form angenommen werden: 1. der Zweck der Conferenz ist, unter den Rabbinernsowohl auf theologisch - wissenschaftlichem als auf religiöspraktischem Gebiete, Annäherung und Verständigung 'zu bewirken. 2. Es findet zu diesem Behufe alljährlich mindestens eine Conferenz statt, und zwar in der guten Jahreszeit. 3. Den Vorsitz führt in der Regel der Rabbiner, in dessen Wohnsitz oder Bezirk die Berathungen stättfinden. Im Falle der Nichtbetheiligung oder sonstigen Verhindertseins tritt der - nächstbenachbarte Rabbiner an seine Stelle. Sobald der Ort für-die nächste Conferenz bestimmt ist; übernimmt der Gezeichnete Rabbiner die Functionen zur Vorbereitung der nächsten Versammlung;- bis dahin führt der Vorsitzende der letzten Conferenz die nöthigen Functionen fort. 4. Jedes Mitglied der Conferenz kann ein w iss en sch a ftli ch es Thema Vorschlägen, über welches bei der nächsten Zusammenkunft verhandelt werden soll. ' Aus den vorgeschlagenen Thematen wählt die Conferenz die ihr geeignet scheinenden aus. 5. Die Conferen; erklärt sich bereit, literarische Arbeiten praktischreligiösen Inhalts entgegenzunehmen, solche einer; Prüfungs - Commission zu unterbreiten und nach Befund zu empfehlen. Auch behält sie sich vor, ihrer Seits .zur Abfassung solcher Arbeiten nach Außen anregend zu wirken. 6. Die Conferenz soll zugleich ein Lese verein sein für die neuesten Erscheinungen auf dem Gebiete der jüdischen Literatur, doch ohne daß in dieser Beziehüng unter den Mitgliedern der Conferenz ein Zwang zum Bei-