Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 49 (4.12.1854)
- Date
- 1854-12-04
- Page
- Seite 613 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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m daneben stehen sollen!) und für den Religionsunterricht dienen sollen. Alsdann Hebungen in der jüdisch-deutschen Schrift. Hieran reiht sich nun der deutsche Theil über deutsche und lateinische Druck- und Currentfchrift. Das Ganze enthält in der That viel Nützliches (und kostet nur 51/2 Ngr.), nur hätte der hebräische Theil typographisch besser eingerichtet sein sollen, die Typen sind zu klein und zu schwach. , Vom Lesen zur Erlernung der Sprache. Hier tritt uns zunächst das „Vocabularium zum Gebetbuch. Nach methodischer Stufenfolge eingerichtet von Emanuel Hecht, Lehrer. Brilon, 1854." entgegen. Wir müssen uns zu Gunsten dieses und ähnlicher Vokabularien, z. B. von Joel zur Thorah, Dr. Heinemann zum Gebetbuche, aussprcchen. Das geist- und erfolglose mechanische Vor- und Nachsagen darf höchstens bei Mädchen gestattet werden. Die Knaben müssen mit den Elementen der Grammatik und dem Auswendiglernen einer tüchtigen copia vocabuLorum beginnen, und dann erst zu übersetzen anfangen. Dabei bleiben dennoch die vollständigen Lerica noch lange unbrauchbar, und können erst von der reifern Jugend angewendet'werden. Dafür solche Vocadularia. Jndeß ist hier das Mangelhafte, daß sie, den Gebet- oder Thorastücken folgen müssend, sofort eine Menge selten vorkommender Wörter heranbringen. Es müßte daher solchen Vokabularien erst eine kleine Sammlung der häufigst vorkommenden Wörter, nämlich zuerst der Präpositionen, Conjunctionen u. dergl., dann eine Reihe von Bezeichnungen aus der Natur, die Theile des menschlichen Körpers, untermischt mit den häufigsten Eigenschafts - und Zeitwörtern u. s. f. vorangehen, und dies um so eher, als diese dann im eigentlichen Vocabularium ausgelassen werden, also an Volumen nicht mehr einnehmcn. Wir geben dies den genannten Herren bei weiteren Aussagen zu bedenken. Daß Herr Hecht die deutschen Wörter nicht neben die hebräischen setzt, sondern darunter getrennt, halten wir für keine „Erleichterung," es kommt dann das Ortsgedächtniß nicht zur Hülfe, diese außerordentliche Brücke für das Memoriren. Auch hat Herr Joel Nathan darin besser gethan, daß er hier und da ein wieder vorkommendes Wort noch ein- und das andre Mal wiederholt, damit der Schüler, wenn er es vergessen, denn das passirt dem besten, nicht allzu viel zu suchen habe. — Wir fügen eine hebräische ConjugationStabelle aus Italien zu, die uns, ich weiß wirklich nicht mehr, wie? zugckommen. Sie erschien für das Collegio israelilico Co« lonna e Ficiui di- Tpzino und ist sehr gut angeordnet über die sieben- Konjugationen und drei Classen des hebräischen Zeitwortes. Mit Einem sind wir auf, allenderartigen Tabellen nicht einverstanden, was für die jüngeren Schüler schwierig ist, nämlich daß erst die dritte Person, dann die.zweite, dann die erste angegeben ist; so richtig, dies etymologisch ist, so sind doch die Schüler hon der Muttersprache und anderen Sprachen her nicht daran gewöhnt. v - Wir kommen zur Grammatik. Wir haben Hier zwei neue Arbeiten vorliegen. 1) „Hebräische Schulgrammatik nach neuen, sehr vereinfachten Regeln und Grundsätzen, wie auch mit Beispielen zur Uebung versehen von I. M. Rabbinowicz. Breslau (1853)," — nicht zu verwechseln mit der „kritischen Grammatik" des Verfassers, die wir früher angezeigt haben. 2) „Element« rbuch der hebräischen Grammatik. Eine Grammatik für, Anfänger mit eingeschalteten, systematisch geordneten Uebersetzungs- und andern Uebungsftücken u. f. ro. ■ Zunächst zum Gebrauch auf Gymnasien. Von vr. G. H. Seffer, Qberschulinspector in Hannover. Zweite Auflage. Leipzig, 1854." Wie'verschieden sind diese beiden Schriften, obgleich sie-sich beide als Elcmentarbücher, als Schulbücher ankündigen.! Unterscheiden wir . sie. Für gewöhnliche jüdische Schulen sind sie beide nicht, für die obersten Classen, oder besser für eine Leleeta würden wir die von Rabbinowicz empfehlen, die von Seffer paßt nur für Schüler, welche den gewöhnlichen, philologischen Weg gehen. Wir meinen also: für jüdische Schüler, die eben nur den gewöhnlichen ReligionS- und Bibelunter-, richt erhalten, giebt schon die Arbeit von Rabbinowicz zu viel; aber für solche, welche eine besondere Ausbildung erhalten sollen, welche sich des Hebräischen im ganzen Umfange der Schrift, ja sogar vielleicht zum leichten Ausdruck im Hebräischen bemeistern sollen, ist dieselbe sehr schätzenswerth; sie ist noch nicht die umfassend und geregelt philologische Grammatik, aber sie hat dabei etwas Lebendiges, Schlagendes, Frisches, daß sie zu bezeichnetem Zwecke vortrefflich ist. Was wir dabei bedauern, ist, daß Herr Rabbinowicz alles Syntaktische weggelassen hat. Wir können der Meinung nicht beipflichten, daß dies nur für höhere Studien paffe. Das Syntaktische eröffnet den Einblick in die Sphäre der Sprache, wo sich das Materielle der Sprache mit dem Geiste vermählt, und wo daher der charakteristische Allgemeingeist der Sprache , sich am erkennbarsten offenbart; wir sagen „Allgemeingeist," um dies von dem Charakteristischen jedes einzelnen Autors zu unterscheiden. Wir müssen jedem Schüler ein Maß 4!) *