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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-11-20 · Heft 47 (20.11.1854) · p. Seite 593

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 47 (20.11.1854)
Date
1854-11-20
Page
Seite 593 (sequence 7)
Language
German
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wegen — ohne Erfolg geblieben, unt>, soll dieselbe bei der nächst zu erwartenden Zession nochmals eingebracht werden. Wir. unsererseits können uns keines Erfolges versehen. Der bekannte Paragraph der Verfassung läßt ja,, wie wir erfahren, allerlei Interpretationen zu und wird das Ministerium um. so weniger daran Anstoß nehmen können, da es. doch die Ausführung des Gesetzes bereits im ganzen Staate angeordnet und sich nun selbst kein Dementi geben kann. Noch unhaltbarer ist die Berufung auf die^ bis jetzt bestandene Consistorial-Verfassung, da der Schluß des Gesetzes,, wie gewöhnlich, besagtdaß alle entgegenstehende frühere Gesetze aufgehoben seien. Es. bleibt, jedoch auffallend, daß seit der bereits vor 9. Monaten erfolgten Protestation bis heute noch nicht die. geringste Rückerinnerung geschehen, so daß es den Anschein gewinnt, als wenn man an betreffender Stelle selbst nicht klar sei, welches Verfahren gegen die Gemeinden einzuschlagen sei. L)b aber überhaupt den Schritten der genannten'Gemeinden im Interesse des Judentums Erfolg zu wünschen . sei, ist noch, sehr zweifelhaft, da. wir uns von. dem großen Segen der seither bestandenen Consistorial - Verfassung, durchaus nicht zm überzeugen vermochten, vielmehr, war . der Willkür der Gemeinden und der Einzelnen Thür und Thor.geöffnet und — waS das zu bedeuten hat, haben Wir genugsam erfahren. Die ganze Gewalt deS Consistoriums war nichts weiter— als die Achtung, die wan dem jeweiligen an der Spitze stehenden.Oberrabbiner zollte; und diese Herren waren weise genug, von dieser, freiwillig übertragenen Macht keinen weiteren. Gebrauch zu machen, als bis wo sie genau wußten, daß die Gemeinden nicht widerstreben würden. WaS darüber hinaus ging, lag auch außerhalb ihres Ressortes. Trotz der Mängel, welche das Gesetz von 1847 vielleicht haben mag, ist eS immer besser, als ein gesetzloser Zustand, 'wie er bisher bestanden , in Folge. dessen, auch Kirche und Schule in so kläglichem Zustande geblieben! — Ad vocem Schule erinnert es mich an die Klagen Ihres Correspondenten „vom Rhein" in Nr. .45. Sie sind leider nur zui sehr begründet. Es dürste wahrhaftig eine würdige Aufgabe für tüchtige^ Männer sein,, diesem elenden .Zustande. ein Ende zu machen; denn nach und nach werden die Schulen hier geradezu verwaist stehen. . Bereits, sind viele Stellen unbesetzt, und in Münster soll — .1, Zögling sein 11, Welchem Lehrer will man es aber verdenken, daß er eine Stelle aufgiebt, die ihm nicht die geringste Sicherheit für die Zukunft bietet und ihn rein in die Willkür, der Gemeinden liefert; die ihm bei so viel Mühe und Entbehrung nicht einmal den Trost einer eigenen Familie gewährt? Die vielen Lehrer, die von rheinischen Zuständen im Allgemeinen angelockt, aus dem. Großherzogthum Posen oder aus Süddeutschland hier, eine Anstellung genommen, — schnüren nach einigen Jahren ihren . Ranzen und wandern heim, wo ihre Stellungen gesichert und geregelt.sind. Und wer will eS über, sich nehmen, einen jungen Menschen in eine Carriere zu. leiten — die er vielleicht später als eine ganz verfehlte erkennt, und welche Eltern werden ihr Kind dem Lehrfache bestimmen, dessen Elend sie selbst.angesehen und mit verschuldet haben? — Um Michaelis und Ostern „verziehen" hier die. Lehrer wie die Mägde, namentlich die auf den. kleineren.Plätzen, und wer am meisten dabei verliert — sind die Kinder, und so fällt das Vergehen der Gemeinde auf ihr eigenes Haupt zurück. — /. - Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, am 9. November. (Privatmitth.) Indem ich mir erlaube, die Spalten Ihres geehrten Blattes heute für eine Privatangelegenheit in Anspruch, zu nehmen, so geschieht eS nur, weil sie zugleich einen Refler auf unsere allgemeinen Angelegenheiten wirft. — Herr Simon Spitzer erhielt folgendesZeugniß: „Herr Simon Spitzer hat. seine Dienstzeit am k. k. polytechnischen Institute am 1. October 1849 als Assistent für die Lehrkanzel der Elementar- und hohem Mathematik begonnen und supplirte in den letztem vier Monaten des Studienjahres 1850 so wie in den letzten sechs Monaten des Jahres 1852 die Lehrkanzel der höhern Mathematik, jene der Elementar-Mathematik aber während des ganzen Studienjahres 1853 zur vollkommenen Zufriedenheit der Direction." . „Herr Spitzer besitzt ein ausgezeichnetes Talent für Mathematik und hat dasselbe auch bestens angewendet. Dieses beweisen nicht nur seine gediegenen Kenntnisse, sondern auch seine literarischen Arbeiten, welche von der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften die wohlverdiente Anerkennung gefunden , haben. Er, besitzt ferner die. seltene Eigenschaft, durch Deut-

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