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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-11-13 · Heft 46 (13.11.1854) · p. Seite 584

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 46 (13.11.1854)
Date
1854-11-13
Page
Seite 584 (sequence 12)
Language
German
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m gefundenen. 25jährigen Zubiläumsfeier WfWs hochverehrten Oberrabbinen und Predigers Herrn Vf. Wolff erwartete man allgemein für.denselben irgend eine anerkennende Auszeichnung pon Seiten der Landesregierung. Letztere hat nun bez Gelegenheit der OrdenSperleihungen zum Geburtstagedes Königs das Versäumte nachgeholt, indem sie.den hochverdienten Mann zum. Ritter de.S D.annebrpgordenS ernannt hat. Diese Auszeichnung ist von um so gröste-rer Wichtigkeit jetzt in einem Momente, m man hei der bevorstehenden Einschränkung de§ Grundgesetzes von 1848 schon :der Pefürchtuyg Rgum gegeben, daß auch die politischen Rechte der Juhen rine Beeinträchtigung erleiden würden. Sowohl in dieser Rücksicht als auch in Rücksicht aus den allgemein verehrten Geistlichen .ist. die Nachricht von jener Auszeichnung von allen Äuden Dänemarks mit Freuden begrüßt worden. Rußland. Gupatoria, im Oktober. Die jüngst von den Anglo-Franzosen besetzte Stadt in der Krimm hat, nach den Angaben eines jüdischen MsiitgirfChirurgen in einem Schreiben, welches dje äreh. isr. ge?r. mittheilen, eine ziemlich große jüdische Gemeinde. Unter den wenigen größeren Gebäuden der Stadt glänzt die Synagoge als eines der schönsten. Die jüdischen Frauen, sagt er, sind sehr schön und zugänglich, sie erschrecken bej heyr Anblick der Fremden nicht, wie die Mehrzahl der Frauen des Orients. Die Männer ergeben sich fast ausschließlich dem Handel, eine kleine Anzahl find Handwerker und Ackerbauer. Sie haben einen großen Abscheu gegen die Russen, welche sie so schrecklich gedrückt. Man unterscheidet zwei Secten; die Einen, Deutsche oder Polen, feierten Jom Kippur, wie wir, am 2. October; die Anderen, der einheimischen oder tartarischey Classe (Karaiten) angehörig, vereinigten sich am Dienstag zu dieser Fejer. Er besuchte, nachdem er den 2. das Fest mit seinen Glaubensgenossen begangen, den Tempel der Karaiten am folgenden Tage. Die Karaiten sind reicher, ihr Tempel groß, reich geschmückt und umgeben von köstlichen Gebüschen, in welchen sie am Succoth ihr Mahl einnehmen. Ihr Costüm ist völlig das der mohamedanischen TgrtaM.. Die Damentribünen sind vergittert. — Die Karaiten spre- .chen die -Sprache der mohamedanischen TaMrerr und haben völlig deren Sitten, während die anderen Juden an Gewohnheit, Gewerbe urch Sprache -der untern Nasse der Elsässer gleichen, sie sprechen ein verdorbenes Jüdisch, deutsch. A i» reigssi». Grrviderrrng. 3n Kr. 44 der Allgemeinen Zeitung heK ÄudenthumK roirp von .einem CorrcspyndeUtey „aus dem Westpxeußischen" der Potsdamer Gemeinde und ihres Predigers in einer Weise Erwähnung gechan, daß sich der Unterzeichnete Vorstand zu folgender Erwiderung verpflichtet sieht. Wenn her .Herr Eorrespondent gegen die von unS angeregte Stiftung nichts weiter zu bemerken weiß, .altz daß sich die Potsdamer und keine andere größere Gemeinde an die Spitze dieses Unternehmens gestellt hat, so hält es der Unterzeichnete Vorstand unter seiner Würde, auf eine Rechtfertigung seiner Handlungsweise naher emzugehen. Wenn aber der Eorrespondent eben diese .Gelegenheit benutzt -r- und hierauf scheint es hauptsächlich abgesehen zu sein — unfern würdigen und allgemein geachteten Prediger, Herrn vr. Apolant zu verunglimpfen, seine Predigten „als kraft- und saftlös," ja als „abgedroschen" zu bezeichnen, so sind wir, wenn auch nicht dem Correspondenten, so doch der Oeffentlichkeit schuldig, folgende Erklärung abzugeben. Der Prediger Herr vr. Apolant hat während seiner fünfjährigen Amtsthätigkeit Hierselbst gerade durch seine gediegenen, inhaltsreichen und belehrenden Predigten, so wie durch den der Jugend errheilten und mit dem besten Erfolge gekrönten Religionsunterricht, so wohl Hier.als auch außerhalb sich so viele Freunde erworben, daß die hiesige Gemeinde von dem Wunsche beseelt ist, er möge eben diesem Wirkungskreise noch recht lange erhalten bleiben. Erscheint auch dem Herrn Correspondenten dies „Wirken ohne Wirkung," so glauben wir es dennoch höher stellen zu müssen, als da Sje n jg e, welches durch Egoismus Md eitle Ruhmsucht mit der großen Glocke der TageSpreffe dem Publikum verkündet wird. Nicht um sich einen Namen zu verschaffen, sondern nach mehrfachen an ihn wie an den Unterzeichneten Vorstand ergangenen Aufforderungen, selbst hochgestellter Personen, ließ sich unser Prediger Herr vr. Apolant dazu bestimmen, die Veröffentlichung seiner Predigt zu gestatten. Ohne indeß dem westpreußischen ÄnonhmuS sein Urtheil zu nehmen, können wir ihm zu seiner Beruhigung die Mitlheilung machen, daß Männer von Geist und Bildung sich vielseitig höchst beifällig gerade über die erwähnte Feftprxdigt ausgesprochen haben. Wir

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