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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-11-13 · Heft 46 (13.11.1854) · p. Seite 583

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 46 (13.11.1854)
Date
1854-11-13
Page
Seite 583 (sequence 11)
Language
German
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S83 Spaltung in der dortigen Gemeinde dauert fort. Die Partei, welche gegen Friedemann'S Aufnahme war, sucht jetzt einen eigenen Schochet, der zugleich als Chasan, Copulator u. dergl. soll fungiren können. — In Schneidemühl ist eS dem Rabbiner S. Braun gelungen, die Parteien mit einander zu versöhnen und den Frieden Ln der Gemeinde, der Jahre lang untergraben war, wieder herzustellen. — Filehne hat nach dem Abgänge des tüchtigen Dr. Stein nach Danzig keine Lust wieder gezeigt, einen ),Deutschprediger" anzustellen. — Chodziesen erweitert seine Schule um eine Ctaffe, waö nur zu loben ist, und vielen andern Gemeinden der Provinz zur Nachahmung anempfohlen werden muß.— Zu Wongrowitz sind die kleinen Cultusreformen nicht von fester Dauer; sie entstehen-, vergehen, kommen wieder, Am von Neuem zu verschwinden. — In Wittkowo ist . die Wahl eines Juden zum Schöffen (Magistratsbeisitzer) Seitens der königlichen Regierung zu Bromberg — unter Berufung auf die bekannten Judengesetze vom 1. Juni 1833 und vom 23. Juli 1847 — nicht bestätigt worden. Der dasige „ArmenbekleidungS-Verein" hat am letztverwichenen Erew Rosch haschanah (22. September) wiederum 18 arme Schulknaben mit vollständigen Winter-Anzügen versehen. Am nämlichen Tage ist von einer Gesellschaft wohlthätiger Frauen daselbst eine ansehnliche Anzahl neuer fertiger Hemden unter Bedürftige vertheilt worden. — Die Gemeinde von Czernijewo hat in .der Person des Herrn Jadesohn, der nach Westpreußen gegangen, nicht nur den Lehrer der Jugend, sondern auch den Lehrer der Erwachsenen, d. h. den Prediger verloren. — Von Gnesen ist gar Nichts zu berichten— und die Gemeinden jenseits der Warthe wollen wir uns für das nächste Mal aufbewahren. — Oesterreichischer Kaiserstaat. Prag, Ende October. (Privatmitth.) Daß die religiöse Erziehung und Bildung des weiblichen Geschlechtes unter dem Volke des religiösen Berufes nicht am besten bestellt sei,— ist eine Klage, die nicht erst von gestern her datirt. Freilich hat sich an solchen Orten, wo regelmäßig deutsche Predigt stattfindet, in letzterer Zeit manches gebessert. Der. Besuch des Gottesdienstes wurde auch von Seiten der Mädchen immer häufiger; eS konnte daher nicht fehlen, daß auch in diesen Kreisen Religionskenntniß und mit dieser religiöse Gesinnung mehr und mehr an Boden gewannen: Allein so anerkennmswerth diese allmalige Wendung zum Bessern auch immer ist, so kann dies doch keineswegs noch genügen: Zum wünschenSwcrthen Ziele können nur Anstalten führen, deren eigentliche Aufgabe eS ist, sich mit der religiös-sittlichen Erziehung und- Btldung der weiblichen Schuljugend besonders zu beschäftigen. Namentlich gilt dies in Betreff der Armen- und Waisen-Kinder, wo nicht selten der beste Wille an der Unzulänglichkeit der Mittel scheitert. * ES freut unS daher, berichten zu können, daß man in hiesiger Gemeinde damit umgeht, eine Erziehungsanstalt für arme verwaiste jüdische Mädchen zu gründen. Die Anregung hierzu ging von dem rüstig strebenden Präses der Gemeinde-Repräsentanz, Herrn E. W e h l i, auS. An min nnrau) wurde das Unternehmen von der Kanzel herab warm befürwortet, Tags darauf begann die Subscription, die einen-sehr günstigen Fortgang hat. Besonders ist es die Damenwelt, und zwar bis in die höchste Schicht hinaus, die für das betreffende Institut rege Theilnahme zeigt. Es ist nicht zu bezweifeln, daß es zu Stande kommt. — Unlängst sind die Schüler der Talmud-Thora-Stiftung in Gegenwart einer zahlreichen Zuhörerschaft sachkundiger Personen öffentlich geprüft worden, und ist die Prü, fung größtentheils sehr günstig ausgefallen. — Frankreich. Paris, im November. Die vielfach als Wohlthäterin der französischen Juden genannte, vor Kurzem plötzlich in Athen verstorbene Herzogin Plaisance hat 60,000 Frcs. (16,000 Thlr.) dem israelitischen Consistorium von Metz vermacht, um eine Anzahl israelitischer Knaben den Ackerbau erlernen zu lassen. Ein kaiserliches Decret hat dieses Vermach tniß autorisirt. — Der Dr. Michael Levy, Medicinal-Director der orientalischen Armee, ist durch Decret vom 21. September zum Grade eines Commandeurs der Ehrenlegion ernannt worden. — Dänemark. Copenhagen, im October. (Privatmitth.) Schon bei Gelegenheit der im vorigen Jahre statt- 46**

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