Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 46 (13.11.1854)
- Date
- 1854-11-13
- Page
- Seite 582 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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S8L fremden UnterthanSverband hinreichend nachgewie-, fen ist, als erledigt betrachtet und eine neue Ansäs-, figkeit darauf verliehen werden könne. — Wahrscheinlich muß in der Folge auch ibei. wirklich Verstorbenen ein Nachweis darüber geliefert werden, daß dieselben als Himmelsbürger ausgenommen worden, ehe deren Matrikel als erledigt betrachtet werden. — Der letzte Tag . des LauLerhüttenfestes entriß der israelitischen Gemeinde Niederwern in Unterfranken eines ihrer intelligentesten Mitglieder durch den Tod. Herr Löb Kahnstamm war der Name dieses Biedermannes Es war dies einer jener Männer, wie sie leider im Judenthum und besonders bei den Landgemeinden immer seltner werden. Fest an dem Glauben seiner Väter haltend, ohne Zelot zu sein, hatte derselbe noch ein Herz für das Wohl und Wehe seiner Glaubensbrüder, und widmete allen edlen Bestrebungen in Israel, ohne ein Opfer zu scheuen, seine volle Theilnahme, was er noch in der letzten Zeit bei Gelegenheit der Sammlungen für Palästina bethätigte. Das Forschen im Gesetz betrachtete er als Lebensaufgabe. Herr Rabbiner Lebrecht hob am Grabe die Verdienste des Verlebten gebührend hervor, und wird dessen Andenken immer ein gesegnetes bleiben. — Die letzte mittelsränkische Schwurgerichtssitzung bot uns ein trauriges Bild aus dem jüdischen Volksleben. Auf der Anklagebank sitzt eine jugendliche christliche Verbrecherin von 16 Jahren, geständig, aus Rache das Haus ihres jüdischen Nachbarn in Brand gesteckt zu haben. Sie erhielt in Berücksichtigung ihrer Jugend und ihres reumüthigen Geständnisses das Minimum der Strafe, 16 Jahre Zuchthaus. — . Die nun beendigte allgemeine Industrieausstellung zu München war auch mit Ausstellungsgegenständen jüdischer Producenten reichlich bedacht, und erhielten mehrere derselben Denkmünzen oder lobende Erwähnung. II. B. Preußen. Posen, 25. Oktober. (Privatmitth.) So viel auch früher in allen Kreisen von der Aufnahme eines Rabbiners gesprochen und die.Nothwendigkeit eines geistlichen Oberhauptes für die Stadt Posen allseitig erkannt wurde, so läßt man jetzt, nachdem die Fortschrittspartei bei der Wahl der Gemeindereprafentanten den Sieg davon getragen, die Sache ganz auf sich beruhen, und. Alles, bleibt um. Statu;quo>j HierM trägt auch der Umstand bei, daß die.Brüdergemeinde-! aus deren Mitte., die Repräsentantengewählt wurden^ durch, die, WahlndeS Herrn. Dr. Landsberg für ihre religiösen. Bedürfnisse gesorgt, und. Letzterer sich .des. ungetheilten Beifalls seiner Gemeinde zu erfreuen hat, obgleich seine Predigten, bei.Weitem hinter denen des seligen Dr. Goldstein zurückbleiben und. in. homiletischer Beziehung noch Manches zu wünschen übrig lassen. — Seit acht Tagen hat Herr Dr. Landsberg an der Religionsschule des Herrn.Dr. Deutsch. die Mitdirigentschaft und den größten Theil des. Religionsunterrichts übernommen. Hoffentlich werden, nun die vereinten Lehrkräfte auch tüchtige Resultate erzielen und dem Publikum-Gelegenheit geben, durch öffentliche Prüfungen die Leistungen der Anstalt kennen zu lernen. Die exegetischen Bibelvorträge des Herrn Pleßner werden am nächsten Sonntag beginnen. Zu wünschen wäre, daß während des Vortrags mehr Ruhe herrschen und die Störungen durch das öftere Zuschlägen der Thüren vermieden werden möchte. — In Kozmin fand unter Billigung des dortigen polnischen Rabbinen am 'y 'w eine sehr feierliche Confirmation von 11 Mädchen und 3 Knaben Seitens des Lehrers Herrn Bornstein statt. , Aus -er Provinz Posen, 3 November. (Privatmitth.) Wir halten es an der Zeit, die Gemeinden deS Großherzogthums wieder einmal, eine kleine Revue pasfiren zu lassen und die Licht-! und Schattenseiten bloßzulegen, die sich dem Auge• deS Beobachters da und dort darbieten. >7- Lassen Sie uns heute mit dem Norden beginnen.—.In Bromberg hat es der Rabbiner Dr. Gebhardt trotz seiner heißen Predigten und eifrigen Bemühungen noch nicht dahin bringen können, die Gemeinde zu bewegen, eine Religionsschule, die dort ein immer dringenderes Bedürfniß wird, in's Leben zu rufen. „JndifferentiSmus" heißt die Klippe, woran das edle Streben des wackern Seelsorgers.scheitert. Ohne Zweifel-sind's aber auch die Kosten, die hier — wie leider, allenthalben bei ähnlichen Fällen — gescheuet werden.. — In Rakel hat der Rabbi Friedemann am verflossenen Simchas tora, der diesmal auf den 15. Oktober *— den Geburtstag unseres Königs — fiel, über „die Stellung der Juden in Preußen" gepredigt. Die