Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 46 (13.11.1854)
- Date
- 1854-11-13
- Page
- Seite 580 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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580 September Nr. 36 findet sich eine . Frage über das Gedeihen des S e i den bau e S im. heiligen Lande von Herrn 0. Marx in Berncastel a. d. Mosel, zum Zwecke für unsere hiesigen armen israelitischen Brüder. Als eine genügende Antwort ertheilt das Unterzeichnete Comitö deS Ackerbaues in Jerusalem folgende Antwort: Schon in Nr. 53 .vorigen Jahres in Ihrem geschätzten Blatte schilderte Herr Sachs die herrliche Aussicht vom Kaffehause vor dem Jaffathor in.Jerusalem. Unter Andern sagt er: „der eine Weg gegen Süden führt nach Bethlehem u. s. w., der gegen Westen nach dem obern Teiche HiSkia'S, dem neu angelegten griechischen Lusthain, wo mehrere Taufen de Maulbeerbäume gepflanzt sind." Hieraus ist klar bewiesen, - daß diese Pflanze hier in Palästina einheimisch ist. , Aber um hier den S e i d e nb au nach hiesiger Regel und Methode zu betreiben-, bedarf eS einer großen Summe Geldes, um Gewinn daraus : zu schöpfen;. denn wenigstens 20 -^30,000 Maulbeerbäume erfordert dieses Geschäft. Einige Tausende Maulbeerbäume lassen eS im Zweifel eines Gewinnes oder Verlustes J Diese Erfahrung hat selbst der englische Consul in Jaffa gemacht; aber zu einem Anfang für Ackerbau ist in Palästina die größte Aussicht in Getreide, besonders Weizen, welcher sehr theuer ist'und daS tägliche Brod auSmacht. Der Weizen geräth alle Jahre und ist dennoch sehr theuer; daS kleine Mäßchen, ungefähr 2 Metzen, kostet auch jetzt, wo schöm die Preise gesunken sind, 17 Piaster oder 1 Thaler 1 Groschen. .Eine Familie bedarf die Woche 2 Mäßchen Weizen, und ihr Antheil an den Spenden ist etwa 20 bis 25 Piaster!*) Der Weizen erfordert keine Mühe wie die Seide durih verschiedene Beobachtungen; dennoch mit der Zeit, wenn schon Geldmittel vorhanden sind, kann der Seidenbau sehr gedeihen. — Syrien besitzt Ungeheuern Seidenbau! Millionen Maulbeerbäume besitzt d.ie Strecke von Beyrut, Sidon, DamaSco u. f, f. Aller Anfang ist schwer, mit eiyem Wenigen beginnt man, und allmälig gelangt man zum Ziel. DaS hiesige Comite deS Ackerbaues hat leider zweitausend Piaster auf 12 Procent geliehen, um dafür einige Ochsen zu kaufen, und in der Umgegend von Jaffa etwas Land *) Dieses ist die größte Vertheilung einiger Gemeinden; andere Gemeinden aber haben auch die. Hälfte, nicht gewöhnlich. Corresp. zu. pachten. Die Haupterzeugniffe mit Hülfe GotteS sind: Getreide, Gemüse u. dergl. Im künftigen Herbst soll der Anfang gemacht werden-, aber pur im Kleinen, denn eS fehlt uns Geld und Geld. Hätten wir z.. B. daS ganze Judah Tauro'fche Vermächtniß, welches . in . den Händen deS Dir MoseS Montefiore ist, fo könnte ganz Jerusalem sich.davon mit Ackerbau ernähren, nur. daß man die jüdischen Gelehrten berücksichtigen müßte. . Aber leider! Gott will noch länger haben, daß Jerusalem, im Bettelsystem wandle. Allerdings ist jetzt hier überall die Freiheit, Land zu kaufen und zu pachtenaber allenthalben ist nicht genug Sicherheit wegen Raub und Diebstahl deS Pöbels; daher bevor der orientalische Krieg zum Resultat gelangt, ist Jaffa der sicherste Ort für Agricultur! MoseS Sachs. Warden Cresson, . jetzt Mi ch a e l B o a z I sr a e l. S. Hau S d p r f, . jüdischer Dragoman beim k. k. Consul. B. Li- . -.. (1^. 8.). lienthal. . Die Inschrift deS Siegels iß: > .b&nür mNsn nwinp fibwi-n,ph?.ns./.wvpip,nma* Mit der Abbildung eines Ackerwägelchen (oder Pflug). Deutschland. . Hamburg, 2. November. (Privatmitth.) In Ermangelung von großartigen, religiösen oder pädagogischen Kämpfen ist ganz idyllisch von hier zu berichten, daß der Nestor deutsch-jüdischer Prediger- Herr vr. G. Salompn, gestern hier im Kreisen-feiner^ Familie. seinen fiebenzigsten Geburtstag? gefeiert hat ein fröhlicher, saftvoller Greis — 'oä ^enubün bs-Lsedäd — im dunkeln. Lockenhaarmaehlöföt i'Oßebo lre.-bimö baeb'rüt., kewuzotäu taltalim sehenchojotdem man seine, Jahre . wed er. ansteht noch anhört. . Er hat Vieles -geleistet, dieser Mann, zumal:, im Jünglings? und im Mannesalter, denn er gehört, -vermöge der Dessauer Uebersetzung der 12 Propheten, noch zu denB.iuristen (wohl als.. der einzige noch lebende),, und, hat später nicht allein dir erste vollständige deutsch - jüdische Bibelübersetzung .allein verfaßt und geliefert., , sondern noch jetzt forscht und arbeitet .er. An allen Evolutionen. der deutschjüdischen Resormqtion, von den Zeiten des westphälischen ConsistoriumS an, hat er wirkend oder schrei-