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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-11-13 · Heft 46 (13.11.1854) · p. Seite 575

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 46 (13.11.1854)
Date
1854-11-13
Page
Seite 575 (sequence 3)
Language
German
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S75-; behandeln, hat' er sie nicht,: sowird die beste Absicht unter-seiner Hand zu Schanden. Aber Eines, kann er -nimmer entbehren: den bestimmten Gegenstand: die lotzische- Entwickelung': und die igehaltene Ausführung! - Macht er sich diese zur unabweisbaren Bedingung , die zu: erfüllen er i e b e s mal sich zur Aufgabe stellt: so wird er manchmal m ehr, manchmal we n ig erg ut predigen, je nach-' dem er glücklich in der . Wahl, in der Erfindung, in der Stimmung war,:.aber schlecht niemals! ' Dies führt uns endlichzu dem,' was eigentlich die . Veranlassung dieser unsrer Erpectoratiön war. Es liegen uns fünf Prcdigtsammlungcn vor; zwei von diesen: enthaltenin den resp. Vorreden Aussprüche, die :wir doch etwas .näher -beleuchten müssen.: 1),' ■n-: bip „Die zehn' Worte, des .Bundes, . erläutert in zwanzig gottesdienstlichen Vorträgen, von Hirsch: B. F affs.e l,. Oberrabbiner ‘ zu Gr. Kanischä. Gr. Kanischa, 1854." 2) -i „-m;n?2ö{: Sine: Auswahl jisraelitifcheri-Kanzelvorträge, von vr. I. H. Jacob sohn, Rabbiner., und Prediger.: Leipzig und Marienwerder, 1854." In! .der Vorrede zur ersten Sammlung heißt!! es: „Ursprünglich> hatten die gottesdienstlichen Vorträge Moral und! Religion*) - zur Tendenz.,waren- :ab.er herabgefünken -zu. Wortklaubereien:: und! zu. Possmspielen, und selbst die Vorträgeder berühmtesten: Redner, des Mittelalters**) enthalten: meistens nur witzigen llerüselr, welches auch.fromme.Rabbiner streng, rügten***). In der neuern Zeit, find so viele jüdische Prediger in das. entgegengesetzte Ertrent'übeigegangen, ftde .Spur vom llerugeb .wurde möglichst beseitigt, die -Exegese fast verbannt, und die:Rede war. nichts., als eine .trockne' Morglrede,: eine den - Predigern .anderer. Confessioneu nachg'ebildete Predigt.". . Fragen wir, was der Herr.will, so heißt es: „es. sollen.moralische, aber, auch jüdisch - religiöse und auch - die. Worte der heiligen Schrift und manche Stelle des Talmuds und der Mi-, draschim//läuternde Vorträge sein.'/ Der Verfasser dex-: zweiten Sammlung spricht sich in ähnlichem. Sinne aus ii. und ist' so überaus -gefälligin einer Anmerkung ,,rühmliche Ausnahmen" zuzugestehen.; .1 . . f): Wann, /her werden;die Herren.die. lächerliche- .Unterscheidung zwischen .„Moral", und „Religion" .aufgeben,, lächerlich am meisten ssür Theologen'! ' ' ' ' " * t . '**) Wie 'wett reicht dem Herrn Fassel dieses' ,Mittelalter?" " ' - '''' *-^*)'Die wollten freilich' auch ^dies nichk!' das Volk sollte di/ s/w Genußauch' nicht habest, sondern > lediglich den s spitzsinpigen^. aber 5mW -kwitziMukitM^t --' > . :• \j.; \ :Es-'wäre itt der- That fehr -brav - vost beiden Herren' -gewesen,' wenn sie Namen genannt hätten. ' Wir hatten-! sehr gern ,,die trocknen 'Moralreden" kennen 'gelernt-"' ist \ welchest >,alle Er eg ese verbannt"'- und gar kein „-jüdisch-' i religiöses^ Element vorhanden) ' Sollen wir offen -unsre!! Meinung sagen, so handelt es sich bei beiden Herrest - um i Nichts, als — ihre Geistcsblößen mit recht stielen! Sprü-r l chen aus Schrift und Talmud zubekleiftertt,. und so Viele'! bunte Flicken sich aufzuhestdn, daß in der Thatder' Hörer ' oder Leser das Auslesen hat." - Da'sie aus sich-selbst herjaus Originales nicht zu schöpfen vermögen, danamentjlich Herr. Fassel, von . aller Cörreccheit der Spracheso j fern ist,, wie ein.Pol vom andern, da Herr Jacobson.sehr! viel: von.Anderen: entlehnt hat: so soll dies durch eine-! Unmasse von originellen Einfällen „unsrer Weisen"- -und. von Kernsprüchen unsrer heiligen Schrift, verdeckt'werdend : Schreiber dieses kann am.'ehesten darüber-sich aus-- lassen, denn -er war der erste, welchergegen die > Nachahj muntz christlicher Formeln und Formen in der: Predigt -austrat, er. glaubt der erstegewesen zu sein, welcher auf ^der Kanzel Raschi und Rambam wieder genannt, und j ihre Eregesen und.Aussprüche in die Predigt verwebt hat, aber da s vermeintest wir nicht,: daß die jüdische Prej digt. nun. cin geschmack -- und zusammenhangsloses. :Eo.n-!volüt von-Sprüchen aus Midrasch und Talmud werden! soll, an welchen bis w eil en nicht einmal etwas Schö-! nes ist, und) vow denen, nicht, wenige wir Neueren eben, so gut erfinden könnten. Wenn Einer sagt: nicht für Alle paßt Alles, jeder Redner muß auch seiner Individualität folgen, und der Bildungsstufe seiner Zuhörer Rechnung tragen — ü Ja bonne heure, so haben wir nichts dagegen., Wennn;an aber Fo/nüosigkeit, Unlogik und Zufammenwürfelei, zum Princip erheben, und Pas, [ Gegcntheil für '„trockne Mijrallehre" erklären will, sd üluß '! man — auf die-Finger geklopft werden.- Nein! daß. die \ jüdische Predigt vonjüdischem Geiste durchweht sein und. ^den Beruf und Inhalt, des Judenthums. zu verkünden als- ^höchste Aufgabe sich: stellen.muß, daß der jüdische Prodi-- ger.! -diegroßen: -stofflichen- Schätze! .unsrer. Literatur ..picht: \ unbenutzt: lassen. :darf, daß er..auch dem -besond.ern Ge-,! schmack des jüdis chen Publikums! an: scharfsinniger Eretzese zu ..- genügensich., bestreben: muß«-7j das ist Alles richtig, und habe-nwirs schon vor .null!'mehr zweiundzwanzig Iah-: ren. nachdrückliche ausgesprochen. Das aber muß Alles-,in-, nerhalbi einfacher und geschmackvoller Form,. innerhM'ge-: sunder :Eregese,logischen Zusammenhangs nnh -Permeidung : aller: barocken; Sprünge und Drehereien.^gefttsttt. 46*

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