Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 43 (23.10.1854)
- Date
- 1854-10-23
- Page
- Seite 546 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/3224737-3225877-3225921--14183-3243673- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
546 er in seinem Atelier entbehren konnte.? - .Höchst bedauerlich wäre eS,/ Wnnhie.alte-Eifeksucht-.zwischm.Nvrd> und Süddeutfchland, zwischen her- Münchener- und.Düsseldorfer Kunstrichtung,uns die- Hauptwerke des,trefflichen Meisterentzogen hätte, dernoch gm ehesten jener, gr-ßen Aufgabe per Kuqst entspricht und^ dje -großen Geschicke seines Volkes^so oft und.so vollendetdargestellt hat. — Warum hat Mengelberg, der den Tod MoseS' geschaffen,, .warum hat der. Frankfurter Oppenheim, diese Ausstellung nicht beschickt? — Ludrvig Neustädter, einjunger,. sehr talentvoller Maler, hat nur Bildnisse,., allerdings von hoher Dortrefflichkeit, geliefert, darunter sein eigenes Bild. — VonMau Hailer, der in diesem Jahre hier starb-, ist eine Judith ausgestellt, die aber viel zu wünschen übrig läßt. 7-7'j Ker . ganze - trqgische. Moments ist verfehltdie stolze Schönheit -mit dem unweiblichen Haß - in, den Augen r; in stehender Haltung, das blutige Haupt , des Feindes im silbernen Becken kred enzend., - das ist. -nichtdie Judith des Apokryphon. — Diese Gestalt, so wenig ausgeprägt,, so schwach .individualisirt, war ich versucht, für eine jener vielen Darstellungen der Herodigtz zu halten', mit welchen seltsqmer Geschyrack am Unschönen unb Blutigen die Kunstgeschichte. bis.- zum Ueherdruffe bevölkert hat. —- Es giebt in der Geschichte des Judenchums, das muß zugestanden werden, für. Pen. Künstler -dankbarere ynd ergiebigere Wpffe als die Judith. —- Soll es aber einmal eine Judith sein, so ziehe ich die Auffassung von Riedel in der neuen - Pinakothek von —- So muß man das Weib darstellen, die fo eben das größte Opfer chrer Ehre gebracht hat, um den tapfern Feind ihrer Nation $u vernichten. Noch glühey die Augen, - noch lächeln.-die . Lippen . ppw wilden Geyusse; die Hände krampfhaft geballh um das -e.ntbMte, Schwert und. -dass: Haüpt zu halten, scheinen die Muthder D.oppelrache gegen :b.m Elendm guDzudxWeu-- der. das Opfer eines schwachen Weibes.-an* nchhN,. und -schon .deshalb mit Recht seinem Verhängniß verf-llt. Dem Waxafter dieses heroischen. Weibes gebührt eine Rechtfertigung von künstlerischer Handnachdem ihr Ly HehLelß. berLMigjerMgodie-so übel mitgespült.worden. ,.-. Eineweih-dankbarere Aufgabe.hat August Kaselowskh gus Perlin vortrefflich. erfüllt : die Freisprechung der Susanna. durch Daniel, ES-ist,das große Epos der geretteten Unschuld, has wir vor uns sehen. Hoch auf einer Estrqtze vor:. Yen bewundernden Richtern steht der weise Jüngling,, der so eben den.Frevel der falschen-Zeugschqst entlaM, -777--,M VMdergMnde.iliükS werden die Seiden grauen . ahgeführtz den Lohn ihrer Unchat zu empfangen. — Rechts steht Sufanna mit zum Himmel erhobenen Händen und Augen, umringt von ihrem Gatten, ihren Eltern und dem Volke, die fich in sichtbarer Fpeude um sie drängen. Diese ganze Gruppe uthvret das strahlende Entzücken des gekrönten Gottvertrauens und der siegenden Tugend. — Jede Figur spricht klar aus, was sie erfüllt und erregt und bedarf des Commentars nicht. --- ES ist ein hoher Genuß, vor diesem herrlichen Gemälde zu verweilen und sich in die großen Gedanken des Künstlers tief zu versenken. — Die Ausführung zeugt von wahrhaft künstlerischer - Vollendung; eine wahre Steigerung vom Guten zum Vortrefflichen ist sichtbar. Der denkende Künstler hat nichts gespart, was das Herz und , den Scharfsinn deS Beschauers beschäftigt.;.t-. Hinter der prächtigen Gerichts halle gewahrt man den Garten in seiner üppigen tropischen Schönheit, mit seinen Palmen und Myrthen, . den Schauplatz der Versuchung und Anklage; — so vermittelt sich vor unfern Blicken Motiv und Katastrophe zum dramatischen Effect. 7— Möge es diesem Künstler, gegönnt sein, auf reichem Boden noch viele reiche Ausbeute für seineMeistrrpalette zu gewinnen. — : v? Minder glücklich war Karl RahI in Wien mit seinem Gemälde: Simson, von Delila der Haare beraubt. -— Der Eindruck ist der eines Genrebildes^ die Kraft des historischen Momentes ist zersplittert, die Einheit der Handlung, geschwächt, die Auffassung klein-rlich. Simson, im plumpen Wein - und LiebeSrauschh liegt noch auf dem Schooße der Delila, das Gesicht äbgewendeti Das. listige Weib hat ebenihren Verräth beendet; auf dem Boden liegen, die Haare des ^ntwaffneteu Helden^ Ihre Linke hält noch dieverhängnißvolle Scheerfwährend ihre Rechte die eindringenden Feinde zum JBw* derben .des verkauften Geliebten herbeiwinkt. Dabei hat sie sich erhoben und läßt den noch Schlafenden. fast zu. Boden sinken. Bei dieser ganzen. Scene tritt Sim> son nicht handelnd, auf; ja wir bekommen-ihn kaum!zu sehen, rrr. Das Verderben aber, das eine«' Schlafenden trW, kann, uns keine Theilnahme avnöthigen.: @fou* fon hätte handelnd und wachend dargestellt- 'werden müssen. Zum ersten Male feine Manneskraft^ Mbchrentz, überwältigt von. den Feinden- - die er «evgdMchr abkvdhG hätte -sein Auge fchmeHvolb urff das treulos^ Weib falleü müssen, die mit dem empfangenen Sündenldhn Wheü müßte. . . : ' - - ------ - - -- -/ -;j' .,Stzbe in Dtzffeldorsi hat eine Susünnn in^'BM gestndt, die aber jeder Mrsm EharüÄeriW-Mhehtt «ich