Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 43 (23.10.1854)
- Date
- 1854-10-23
- Page
- Seite 544 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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544 Gemeinden), 242,000 Piaster Steuern an die Pforte für die ganze Gemeinde und von dem Rest Pensionen an alte. Rabbiner oder Unterstützungen an die Israeliten in Palästina. :; 37 Synagogen und 90 jüdische Bethäuser sind in Constantinopel. Jedes Viertel der Hauptstadt steht unter der Aufsicht eines jüdischen RegidorS, welcher die Sitten und die Sicherheit überwacht. Die jüdischen Schulen leitet ein Unterrabbiner. In ihnen ist der Unterricht auf die Elemente (der hebräischen Sprache) beschränkt und wird nicht in hebräischer Sprache, sondern in dem aus fast allen Sprachen zusammengesetzten Jdion der türkischen Juden ertheilt. Als Lehranstalten für die Studirenden der jüdischen Theologie dienen die jüdischen Bibliotheken, in denen von Rabbinern Unterricht ertheilt wird. Seit den Zeiten der Propheten ist es unter den Juden im Orient herkömmlich, daß ein reicher Mann-die von ihm mühsam gesammelten Werke mit einem Fonds für die Anstellung von Professoren und für den Unterhalt von Zöglingen bei feinem Tode der Gemeinde vermacht. Diese vergrößert dann durch Beiträge die Einkünfte solcher Stiftungen, um denen, welche sich für das Rabbinat bilden, eine freie Eristenz während einer vierjährigen Studienzeit zu schaffen. Nach Ablauf der Studienzeit legen die Zöglinge ein Eramen in der Kenntnis des Talmud und seiner Commentare ab und leben dann als RabbinatS-Candidaten, bis sie von einer Gemeinde als Rabbiner gewählt werden. Nordamerika. Cincinnati, im September. Der „Israelite“ enthält vor n'S einen kurzen Rückblick auf das verflossene Jahr,- aus dem wir Folgendes hervorheben: „Amerika kennt keinen Unterschied unter den Menschen auf Grund ihres religiösen Glaubens; hier, Gott sei Dank, haben wir Israeliten keine politische Geschichte, gesondert von der allgemeinen des Vaterlandes. Mehrere unserer Glaubensbrüder sind zu hohen Ehrenposten erwählt worden, wie Herr Benjamin von Luisiana zum Senator der Vereinigten Staaten, Herr Cohn von Alabama zum Repräsentanten; Andere sind zu hohen Aemtern bestimmt worden, wie Herr So ule zum Gesandten von Sp anien, Herr Belmont zum Agenten unserer Regierung in Brüssel, und viele Andere wurden zu geringeren Bedienstungen verwendet oder zu Municipalwürden erwählt. Der Tod und die freigebigen Vermächtnisse des Judah Touro von New-Orleans ist eine Begebenheit von bedeutender Wichtigkeit. Es fügt ein neues Beispiel zu den tausend vorhandenen für die wohlthätige Neigung des Juden gegen Juden und Andersgläubige. Diese Vermächtnisse stärkten manche noch jugendliche Gesellschaft; drei Hospitäler, zahlreiche Gesellschaften für Schulen und wohlthätige Zwecke und viele Gemeinden wurden durch die Legate befähigt, ihre Pläne und Absichten in weiterem Maße auszuführen, die Armen Palästina's wurden reichlich bedacht, und der Grund zu einer jüdischen Fremden-Mission wurde gelegt. Neue Synagogen sind eingeweiht worden, eine in New- Uork (der Tempel), eine in New-Häven Et., eine in Boston, eine in San Francisco, eine in Sacramento City Cal. Neue Schulhäuser sind errichtet worden, zwei in New-Iörk, eines in Philadelphia und eines in Louisville Ky. Neue Gesellschaften sind gestiftet worden in Boston, Syracus, Baltimore, Harrisburg, Providence, Philadelphia, Chicago und an anderen Orten. Einige Geistliche sind erwählt worden, vr. Cohn in Albany, N. U., I. K. Gutheim für die portugiesische Gesellschaft in New-Orleans, Dr. Jllowy in St. Louis, N. Adler in Detroit und der Schreiber dieser Zeilen wurde angestellt an der hiesigen Gemeinde Benai Jeschurun. Noch nicht ausgefüllte Synagogenstellen sind in New-OrleanS, Mobile, Cincinnati, Baltimore, San Francisco, New- Haven u. s/w. Literarische Vereinigungen sind in Louisville, Baltimore, San Francisco und New-Iork gestiftet worden. Wohlthätige Gesellschaften sind in Albany, N. N., Cincinnati und Los AngeloS, Cal., gegründet. Eine ungewöhnlich starke Auswanderung von Europa hat die jüdische Bevölker.ung während des letzten Jahres über 8000 Seelen vermehrt, meist Deutsche und Polen.