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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-10-16 · Heft 42 (16.10.1854) · p. Seite 534

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 42 (16.10.1854)
Date
1854-10-16
Page
Seite 534 (sequence 10)
Language
German
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534 überreichte) und dieser, würdevolle Worte sprechend, die HaupteingangSthüre zur Synagoge öffnete, wobei der Cantorim lauten Recitativ den Spruch: . ,'un pnL wü inna sprach, als hierauf die Schwellen überschritten, der Cantor 'l*1 rttrt Ü1PVN fcmä n?3 recitirte, und der Zug sich dann in feierlicher, gemessener Weise unter dem Gesänge des in die Synagoge bewegte, da blieb wohl kein Auge trocken, da schlugen hörbar alle Herzen, und gewiß werden diese Momente der Feier noch in allerspätester Zeit allen Anwesenden, deren Zahl auf circa 800 anzunehmen, eine herrliche, eine köstliche Rückerinnerung bleiben. Nachdem die Anwesenden in dem würdig geschmückten Tempel ihre Plätze eingenommen, begann der aus circa 50 Personen bestehende gemischte Chor einen feierlichen Choral, worauf das Haus Gottes durch den Rabbiner Herrn vr. Sachs die Weihe empfing. Die weitere, durch ein Programm ftstgestellte Feier war würdig und dem hohen Tage angemessen; feierliche, eingeübte Gesänge des Chors und Vorbeters wechselten mit den Gebeten der Gemeinde ab und eine gediegene Predigt des Herrn vr. Schwabacher, deren Text die Inschrift war, die das Gotteshaus von Außen erhalten soll: tTTWft bsb itnp*' ftbönft rpn Tpi verherrlichte das Fest. Nach beendetem Gottesdienste fand im Hotel zum König von Preußen ein Fest-Diner, aus circa 100 Personen bestehend, statt, das bis spät Abends dauerte, und dem diBsämmtlichen Ehrengäste sowohl, als eine Anzahl eingeführter Notabilitäten beiwohnten. Se. Ercellenz, der Herr Oberpräsident, Minister v. Flottwell, und der Herr Oberpräsident Bötticher, verhindert, der Feier beizuwohnen, hatten ihren Dank für erfolgte Einladung, und ihre Glückwünsche zur Weihe, schriftlich abgestattet. Frohsinn und Heiterkeit belebten dies seltene Fest, und gaben sich in einer Reihe von gediegenen Toasten kund, deren ersten der Herr Landrath v. Olnitz auf Ihre Maj. den König und die Königin, den zweiten der Beigeordnete, Herr Oberstlieutenant Wagner, auf Ihre königlichen Hoheiten den Prinzen und die Prinzessin von Preußen nebst den übrigen Mitgliedern des königlichen Hauses, und den dritten auf die königlichen und städtischen .Behörden der. Vorsitzende deS Vorstands Herr Benny Burchardt ausbrachte. Von der Repräsentanten-Versammlung wurde hierbei dem Letzter» für seine unendlichen Bemühungen und sein, unermüdetes Streben beim Baü der Synagoge eine sehr hübsch lithographirte Dankadresse in elegantem Sammetbande überreicht, und darauf eine Sammlung zur Beschaffung von Holz für die Armen der Stadt, ohne Unterschied des Glaubens, veranlaßt, die einen reichen Ertrag gewährte. So schloß das Fest, das bei Allen, die daran Theil genommen, durch die würdevolle Feier gewiß bis in die späteste Zeit einen bleibenden, unvergeßlichen Eindruck zurückläßt. Eine schöne Zierde der Synagoge ist ein mit Glasmalereien versehenes, künstlich gearbeitetes, kostbares Fenster, das ein würdiges Vorstandsmitglied, Herr M. Vallen t i n, am Tage der Weihe zum Geschenk darbrachte. F. Tarnopol (Galizien), im September. Wenn sich ein Mann durch stilles, segenreiches Wirken einen gerechten Anspruch auf die Achtung seiner Mitbürger erworben, so ist es Herr Moses Frühling, erster Lehrer an der hiesigen deutsch-israelitischen Hauptschule, der sich um den geistigen Fortschritt unseres Gemeinde der Art verdient gemacht, daß ihm mit Recht die ehrendste Anerkennung aller Bessergesinnten seit lange schon zu Theil wird. Aber auch unserer Regierung konnte nicht das Verdienst eines Mannes verborgen bleiben, dessen eifrigstes Streben feit beinahe fünfzig Jahren dahin ging, den Keim edler Gesittung in die Herzen seiner" jungen Zuhörer zu legen. Se. .Majestät, unser allergnädigster Kaiser, geruhete daher, ihm, „in Anerkennung seiner Verdienste um den Unterrichte der israelitischen Schuljugend," das goldene Verdienstkreuz zu verleihen, welches ihm auch am 21. dieses in feierlicher Versammlung übergeben wurde. Nachdem sich an diesem Tage der Lehrkörper und die Schuljugend, der Gemeindevorstand mit den ehrbarsten Gemeindegliedern — fast sämmtlich ehemalige Schüler des Gefeierten — in dem mit Teppichen und Blumen geschmackvoll verzierten, mit den Bildnissen der Kaiser geschmückten Prüfungssaale unseres Schulgebäudes versammelt hatten, erschien um 10 Uhr unser allgemein verehrter KreiSvorsteher, Herr von Piwocki, an der Spitze der höhern kreisämtlichen Beamten, begleitet von fast sämmtlichen Honoratioren unserer Stadt. Hierauf bestieg der Herr Kreisvorsteher' die für ihn errichtete, schön mit Teppichen belegte Bühne, und richtete, nach Verlesung des bezüglichen allerhöchsten kaiserlichen Patents, in einer schönen, Wohlgesetz-

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