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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-10-16 · Heft 42 (16.10.1854) · p. Seite 535

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 42 (16.10.1854)
Date
1854-10-16
Page
Seite 535 (sequence 11)
Language
German
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ten Anrede einige herzliche für. unsere Anstalt wie für den Gefeierten höchst ehrenhafte Worte an die Versammlung. „Wozu," meinte er, „sollen auch viele Worte, da der Mann, dem die Auszeichnung Sr. Majestät, unseres durchlauchtigsten Kaisers und Herrn, heute trifft, Allen hier genügsam bekannt ist. Wor einem halben Jahrhundert hat er die Laufbahn als Lehrer betreten, den größten Theil dieser langen Zeit mit rastlosem Eifer zur Ausbildung der Jugend an dieser Lehranstalt gewirkt, den Samen der Tugend und des Wissens in ihre Herzen gestreuet. Zur Begründung dieser Anstalt selbst ist er. dem Stifter derselben, Herrn Joseph Perl sel. Andenkens, helfend zur Seite gestanden, zu ihrem jetzigen Flor hat er wesentlich beigetragen. Mit wahrem Vergnügen hat die Regierung wahrgenommen, welche überraschende Fortschritte die Schuljugend unter der trefflichen Leitung seines Direktors, wie durch die Mitwirkung des ganzen Lehrkörpers, dessen hervorragendes Mitglied der heut Gefeierte ist, stets gemacht hat, welche Früchte dieses vereinte Streben für die Gemeinde, für den Staat, ja in noch weiterm Umkreise getragen hat; denn wohlbekannt ist es, daß an dieser Anstalt nicht nur Männer ausgebildet worden sind, welche heute als tüchtige Handelsleute, Aerzte und Rechtsgelehrte, Künstler und Handwerker zum Nutzen des Staates Mitarbeiten, aber es wird wohl von den Ufern der Weichsel bis an das Gestade des Pontus Eurinus keine Lehranstalt für Glaubensgenossen des Gefeierten bestehen, an der nicht Gelehrte sich befinden, welche die erste Vorbereitung zu ihrem Berufe an dieser Anstalt erlangt, welche ihre ersten Eindrücke nicht dem Herrn Frühling zu verdanken hätten. Die hohe Regierung, darauf bedacht, nützliches Wirken, Tugend und Wissen, wo immer sie sich gepaart finden, mit gleicher Huld zu belohnen, konnte nicht die stillen Verdienste dieses Mannes übersehen. Mir aber gereicht es zu desto größerer Genugthuung und Ehre, der Vollzieher des allerhöchsten Willens Sr. Majestät zu sein, da ich seit vielen Jahren selbst Augenzeuge Ihres unermüdeten Fleißes und Eifers gewesen bin. Mögen Sie, im Bewußtsein, Ihre Aufgabe als Mensch, Bürger und Lehrer mit Ehre erfüllt zu haben, der von Sr. Majestät Ihnen zu Theil gewordenen Auszeichnung noch viele Jahre sich erfreuen." Der Herr Kreisvorsteher nahm hierauf das Ehrenzeichen vom reich gestickten Polster, worauf es lag, und schmückte damit eigenhändig den ehrwürdigen 75jährigen Greis, welcher, aus dem Kreise seiner Collegen hervortretend, durch Worte des innigsten, ergebensten Dankes alle Anwesenden rührte. — Ergreifend war es, als jetzt unser allgemein geachteter und sehr beliebter zweiter Lehrer, der durch gründliches Wissen, wie durch mehrere gediegene Aufsätze auch in der literarischen Welt rühmlichst bekannte Herr Reitmann im Namen des ganzen Lehrkörpers dankte, und zugleich, da er von der Brodyer Gemeinde berufen ist, die dort in's Leben tretende Knaben- und Mädchenschule zu organisiren und als Director zu leiten, mit thränenfeuchtem Auge von der ganzen Versammlung herzlichen Abschied nahm. Zum Schlüsse richtete noch ein Schüler im Namen der ganzen Schuljugend folgende Worte an den Herrn Kreisvorsteher: „Auch wir, die wir unsere Erziehung, 'unsere Herzens- und Geistesbildung dieser trefflichen Lehranstalt verdanken, auch wir begrüßen mit freudigster Rührung den Tag, an welchem einem ihrer ältesten und würdigsten Lehrer durch die Gnade unseres angebeteten Kaisers eine solche Auszeichnung zu Theil wird. In diesem erhebenden Momente, Angesichts dieses von der allerhöchsten Huld geschmückten ehrwürdigen Greises, tritt uns mit aller Kraft und Lebendigkeit die Ueberzeugung vor die Seele, wie sehr es der erhabene Wille unseres allergnädigsten Monarchen ist, auch uns all die Segnungen der Bildung und Gesittung zuzuwendenwozu wohlgeordnete Schulen und verständige Lehrer den Keim in die Herzen der Jugend legen. Diese Ueberzeugung soll uns in deuM Vorsatze bestärken, mit aller Kraft rrnd Lust nach nützlichen Kenntnissen, nach edlen Sitten und nach, allem Guten zu streben, und uns so der allerhöchsten Huld immer würdiger zu machen. Und mit den Gefühlen innigsten Dankes und freudigster Regung stimmen wir ein in den Jubelsang der Millionen: Gott erhalte re." Bei den Schlußworten: „Jubelsang der Millionen" fielen sämmtliche Schüler mit der Volkshymne ein, und die Feier war zu Ende. — L. k- A rr zeigen. Die Stelle eines Lehrers und CantorS, der wo möglich auch Schochet ist, soll sofort besetzt werden. Derselbe muß unverheirathet sein und einen religiösen Lebenswandel führen. Wir geben einen ansehnlichen Gehalt. Nathan Nußbaum, Vorsteher. Hörde, 29. September 1854.

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