Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 42 (16.10.1854)
- Date
- 1854-10-16
- Page
- Seite 533 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Leser selbst nicht mehr wissen? waS sie von dem Einett oder dem Andern halten sollen. Da die verschiedenen Meinungen in Amerika im ^smonesn und Oeeiäsot bereits Organe haben, so muß derlsrselile nach jenem höhern Standpunkt streben, von,welchem aus die Parteien wohl gekannt und anerkannt, aber nur als einzelne Seiten eines und desselben Judenthums, als verschiedene Söhne eines und desselben Vaters angesehen werden. — (N. ß. Die Quellen ihrer Nachrichten giebt jetzt die Redaction wieder an.) — Wir entnehmen auS Nr. 9, daß jetzt die ganze Summe, welche. Juda Touro für Palästina vermacht hat, in den Händen von Sir MoseS Montefiore und zu dessen Disposition ist. Gebe Gott, daß die bedeutende Summe zu wahrem Nutzen angewendet werde! — Eben so, daß die Har-Sinai-Gemeinde in Baltimore sich an uns gewendet hat, einen tüchtigen Geistlichen ihr zu senden: wir haben noch keinen Brief erhalten. Indien. Calcrrtter, im Juli. Sicher interessirt eS, zu erfahren, daß die Schiffe eines hiesigen jüdischen Handlungshauses, welche den indischen Ocean und die chinesische See befahren, in ihren Flaggen den Löwen vonJuda und hebräische Inschriften tragen. Correfpon-errzen. Landsberg a. d. Warthe, im September. Am 13. d. M. fand hier die Einweihung der neu erbauten Synagoge statt.' Das Gebäude selbst, mit einem Kostenaufwande von circa 16,000 Thalern, im byzantinischen Styl, nach den Entwürfen und. Zeichnungen des Architekten Tietz in Berlin unter Aufsicht des königlichen Bau-Inspectors Brückmann hier im Rohbau ausgeführt, macht, sowohl hinfichts der äußern Ansicht, als mit seiner innern höchst geschmackvollen, einfachen, aber würdevollen Einrichtung einen wahrhaft erhebenden, feierlichen Eindruck. Ohne alles Grundkapital war es nun durch bedeutende Opfer eines Theils der Gemeindemitglieder möglich,. daS große Werk zu vollbringen? was außerdemmit vielen localen Hindernissen verbunden gewesen: Mit um so freudigerer Erwartung wurde dem Tage der feierlichen Weihe entgegen gesehen. Zu diesem Zwecke versammelten sich um 10 f/s Uhr Vormittags die Mitglieder des Vorstands und der. - Repräsentanten- Versammlung nebst dem größten Theil der Gemeindemitglieder und die eingeladen en Ehrengäste, die Spitzen der königlichen und städtischen Behörden in dem bisherigen Betlocale, von wo aus solche sich in feierlichem Zuge nach der neuen Synagoge begaben.. Dort waren bereits die Damen und der übrige Theil der Gemeinde versammelt. Der Zug selbst wurde durch ein Musikchor unter Vortrag eines feierlichen Chorals eröffnet; ihm folgten Marschälle mit blumenumwundenen Stäben, der Eantor, die Sängerinnen des Chors, junge, weißgekleidete Mädchen, Blumen streuend, die ersteren auf einem weißen, reich gestickten Kissen den Schlüssel zur Synagoge tragend. Hierauf die beiden, eigens zu dieser Feier eingeladenen Geistlichen, Herr Rabbiner Dr. Sachs aus Berlin, und Herr Rabbiner vr. Schwabacher aus Schwerin, mit Blumenkronen verzierten Thora's inmitten von Festmarschällen. Sodann die Ehrengäste, je einer geführt von zweien Mitgliedern der Gemeinde, und diesen anschließend ein unabsehbarer Zug Gemeindemitglieder und Bürger der Stadt aus allen Ständen, nebst einer Anzahl Fremder aus nahen und fernen Städten, zur Feier herbeigeeilt, alle im festlichen Anzuge. Obgleich sich Vieser Festzug durch die lebhaftesten Theile der Stadt unter dem Andrange von Tausenden bewegte, so wurde auch nicht durch die kleinsie Störung die Ordnung unterbrochen. Langsam und feierlich» bewegte sich derselbe durch die lautlose Menge, von dem herrlichsten Wetter begünstigt, nach dem neu erbauten GotteShaust. Hier, wo die Mitglieder des Festcomite'S zu seinem Empfange versammelt waren, stellte sich der Zug auf dem festlich mit Blumen, Eichenlaub und sinnigen Inschriften geschmückten, geräumigen Vorhofe der Synagoge auf. Die Thüren des dicht anbelegenen, ebenfalls neu erbauten Gemeindehauses öffneten sich,, und heraus traten unter Führung des Vorstehers der Repräsentanten und des Vorsitzenden des Festcomite'S die fünf ältesten Mitglieder der Gemeinde, Thora's tragend, und sich dem Zuge hinter der Geistlichkeit anschließend. Als nun der königliche-Bäu-Inspektor dm Schlüssel vom Kissen nahm und solchen in feierlicher Anrede dem Vorsitzenden des Vorstands übergab, als dieser solchen dem königlichen Landrath mit eben so feierlichen Worten 42