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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-10-16 · Heft 42 (16.10.1854) · p. Seite 532

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 42 (16.10.1854)
Date
1854-10-16
Page
Seite 532 (sequence 8)
Language
German
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ten, jetzt aber das Französische correct schreiben und sehr gute Kenntnisse in der Religion, Mathematik, Zeichnen und Calligraphie besitzen, ohne die Profession, die sie ergriffen haben. Die meisten derselben verblieben gegen Löhnung in der Werkstätte, wo sie gelernt. Man kann also den Leitern deS Instituts nicht genug Dank sagen für ihre eben so treffliche wie uneigennützige Leitung des Instituts! Großbritannien. London, 22. September. Sir Moses und Lady Montefiore haben gestern auf den russischen Gesangenschiffen die russischen Juden besucht, jedem Capitän eines Schiffes 5 L. St. (35 Thlr.) zur Verwendung für alle Gefangenen, und 5 Schill. (I3/* Thlr.) jedem Juden, 10 Schill. (372 Thlr.) jeder Jüdin übergeben. London, im September. Die Zahl der Juden unter den russischen Gefangenen ist 60. Sie haben durch die Bemühung deS Dr. Adler zu den Festtagen einen besondern Platz auf dem Schiffe zur Uebung deS Gottesdienstes, so wie einen Ehasan und eine Thorahrolle erhalten. Die Schweiz. Güdingen, 20. September. (Privatmitth.) Sonntag den 17. September wurde in der israelitischen Gemeinde zu Endingen und Lengnau die eidgenössische Bettagsfeier das erste Mal in förmlicher Weise begangen. Dieser Tag fallt gewöhnlich in die mm^ö und dieses Mal fiel er auf den ersten Tag. Nach dem Frühgottesdienste wurde von dem vierstimmigen Chore ein deutscher Choral gesungen. Hierauf bestieg der Herr Rabbiner Dr. Fürst die Kanzel und hielt eine Predigt über den Tert: Denn du erleuchtest mein Licht, und der Herr erhellt mein Dunkel. Wahl und Ausführung des Thema'S dürfen unseres Erachtens als sehr gelungen bezeichnet werden. Der Redner sprach davon, wie es dunkel war in. den Gauen HelvetienS, wie der alte Bund seit Langem locker geworden, und wie der Gedanke zu einem neuen Bunde schon zu Ende des vorigen Jahrhunderts als Lichtstrahl in die Brust einzelner edler EidSgenossen gezündet- bis er endlich vor einigen Jahren baS Dunkel erhellt. Er sprach ferner davon, wie die Buße der Stern ist, der in das Dunkel der Sünde leuchtet und.wie auch durch das Licht besserer Erkenntniß das Dunkel in den Verhältnissen der aargauischen Israeliten sich erleuchtet. lÄ empfahl nun zum Schluffe, die Buße dadurch zu beginnen, daß die Gemeinde der Abgebrannten in Koppel (einer nicht israelitischen Gemeinde) in Liebe gedenke. .— UnS dringt sich bei der Feier dieses TageS eine eigene Betrachtung auf. Der erste Selichöttag ist auch der Gedächtnißtag an den Zwetschgenkrieg (siehe Nr. 33 deS jüdischen VolksblatteS). Vor 52 Jahren wurden unsere Vater geängstigt und gequält und waren einer schrecklichen Verfolgung ausgesetzi. Mit Bangigkeit und Zagen sah das aargauische Israel dem Gräueltage entgegen und verrichtete seine Selichotgebete mit schwerem Kummer. Heute aber," dü war Freude auf den israelitischen Gesichtern zu lesen- Freude darüber, daß man uns als ächte Kinder HelvetienS ansieht, daß man will, daß wir mit allen übrigen Bürgern der Eidgenossenschaft unsere Gebete zum himmlischen Vater erheben. Es ist, dächte ich, doch ein Unterschied zwischen ehemals und jetzt! Der lockere Bund konnte nicht einmal unser Leben recht schützen. Der erstarkte Bund giebt uns unsere Bürgerrechte. — Die aargauische Regierung hat beim Bundesrath Schritte gethan gegen das projectirte thurgauische Judengesetz. Dr. Rußland. RuHland, 28. September. IDer Magistrat hier macht bekannt, daß Juden, die sich taufen lassen/ vom Militairdienst frei sind!! Nordamerika. Magdeburg, im September. Wir erhalten fortgesetzt jede Woche eine Nummer des „Israelite" aus Cincinnati O., und berichten gern, daß sich die Zeitschrift inhaltlich immerfort hebt; die Aufsätze werden gehaltvoller und mannichfaltiger, die Nachrichten reichlicher. Nur vor zu vielen Streitigkeiten wöge sich die Redaction hüten, vor diesem Hin und Her, Für üud Dawider in demselben Blakte, da dann öle

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