Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 42 (16.10.1854)
- Date
- 1854-10-16
- Page
- Seite 527 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/3224737-3225877-3225920--14161-3243650- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
5S7 Leih kästen ist durch Herrn B. Amschel v. Rothschild begründet*) und die Unterstützung 'der Wöchnerinnen durch Frau I? v. Rothschild. Für die übrigen Anstalten werden Herr A. Kohn und seine Freunde noch Mittelhaben. Man' bedarf nicht der Millionen dazu**). Herr Kohn hat nur auf vier Monate Geld dort gelassen) damit man ihm nicht eine andere Bestimmung gebe***). Daß es ihm Ernst ist, -ist daraus zuersehen, daß derselbe den ersten Tag, da er wieder in die Synagoge ging, 60,000 Frcs. spendete, wovon 40,000 Frcs. den Anstalten in Jerusalem zu Gute kommen sollend). - Deutschland. Waren (Mecklenburg), im September. (Privatmitth.) Ist das Scheiden eines Lehrers aus seiner bisherigen Gemeinde auch in der Regel kein Ereigniß von außergewöhnlicher. BedWung,-ssosLM^.hier in dem Fortgange unseres allseitig verehrten Predigers und Lehpers, des-Herrn M. Mielz Lener, ein um so glänzenderer Ausnahmefall statt. Allseitig verehrt und geliebt, das-darf um so bestimmter von diesem Manne behauptet,-werden, als jedes einzelne Mitglied unserer Gemeinde-ein solches Urtheil mit Freuden unterschrei-! ben würde.- Und unsere Gemeinde, obgleich ste sich zu den intelligenteren des Landes zählen darf, besaß von jeher der sich widerstrebenden Elemente genug, um. das Werk ihrer Vereinigung als ^ungelöstes Problem von Lehrer auf Lehrer zu vererben. Herrn MielzienerS. natürlichem Genie, verbunden mit einer un¬ ,.... *) Mit' circa 7000 'Thlrm!.. . Redact. . **) Wenn,50,000 Frcs., auf vier Monate zu diesen Anstalten Bedarf war, so Macht dies auf's Jahr 450,000 Frcs. ,- dieein Capital vorstellen voü'3,750/000 Frctz), die zur Fonvirung d i cf er Anstal te'n nöthig '-sind. ii:,; ' - o f'-i .t<.. Red ae U - Dies-? .'widerstreitetuicht: mit unserer - Befürchtung, denn.man,kaM. eine Anstalt fondiren,^ unl» das. Geld doch.nicht nach Jerusalem .hinausgeben.. . 9l.e da ct. ,,... D ^Uysere.Wsich^sting und geht,allein^hcchin., > daß 'die. gegründeten ' oder) zu gründenden'Anstalten nicht )wie schillernde Seifenblasen nach kurzer Dauer/zer^ehe'n'. - Wir muntern hierzu auf, wir stacheln dazü-an.'>'Und wenü 'aus unseren Gegenreden.' nur hertzorgehem sollte,, dass sich Herr Ko Hy und isein e Freunde um ss! mehr b ew og er fühlen, auch d'anMh.aftzu gründen,,so..wasten wir), sehr ^erü dies zuletzs'. eingestehen. Kur Zimmer zu! Wirwyl- EV "gern'Web-!' 'Mer ~tJ buk'ÄiHt 'zu Pühr'^' NrK' widerstehlichen' Biederkeit'ünd'UneigennüHigkeit, war eS Vorbehalten, dieses schöne Werk zur Vollendung zu bringen. Denn vergessen Mr der Äelnürigenverjährter Streit, sobald der von allen Parteien gleich _ Hochgeachtete die Kanzel bestieg, um aus dem Borne seines Wissens die andachtvoll Lauschenden zu sättigen.' Dann bewunderte der Altgläubige den Schatz talmudischer Gelehrsamkeit, während die Männer des Fortschrittes sich an der Reinheit seiner Anschauungen weideten. Ja, der JndifferentismuS selbst schlug in Begeisterung um, wenn dieser Biedermann' von jener hohen Sendung sprach, welche dem Jsraelitenthüme einst am Sinai zu Theil geworden. Er war dann auch so ganz von seinem Berufe erfüllt, daß kaum noch der Mund zum Ohre — nein, man mußte eS fühlen! — daß die Seele zur'Seele sprach. — Und d i eser Mann h ätu ns v erlassen müsse n! — nicht) weil seiner etwa ein größerer und seinen Fähig) keiten angemessenerer Wirkungskreis harrte, nein, weil —- wie das Vorwort zu einer von ihm gedruckt erschienenes Predigt sagt er sich 'nicht zum Werkzeuge bei einem Unt'ekttehmkn gebrauchen Waffen'wMe^ aus dem, nach seiner Ueberzeugung, kein Heil für die wahre Religiosität der ihm Pflegebefohlenen ersprießen'könnte? — Wahrhaft ergreifend war 'der' Abschied) als am'Tage seiner Abreise ihm von dem Vorstande und ' zweien der ältesten Gemeindemitglieder, als Ehrengeschenk, ein großer und geschmackvoll gearbeiteter silberner Pocäl überreicht würde,' auf dessen Deckel, neben änderen Verzierungen zwei Löwen, die Dundestaftlnhaltend) angebracht'waren. Ein 74jähriger Greis von strengt orthodörer Richtung umarmte' Mei 'denstinüg gerührtE'Mannv und als er ihn' weinend küßte, m ög en w oh (Manch em der Anwesend en die schonen Worte eines' unserer Weisen beig'efallewfein: ))Jch war eiwKnabestnd hin jetzt ein Greis, doch'noch sah ich nie' den Redlichen verlassen." Z? H Öctober^ Der hiesig^ Bischof hat verordnet) daß die kätholischeü Töchkerschülen fernerhisiHmcht mehpAn Mädchen sisr'aeLitischer und protestantischer' Eonstssion'besucht -Uerdett. Preußey.. . . Berlin, tz. Octob-r7 (Privatmltth.) Die verstMeneii Hochftstiäge''würddü' hiir-söivöh'l in den drei 42»